Sebastian Coe (r.) bei den Olympischen Spielen 1980 © Picture Alliance/dpa

1.500 m

Die klassische Mittelstrecke

Schnelligkeit, Durchhaltevermögen und taktische Cleverness - ohne diese Tugenden geht nichts über die 1.500 m. 1998 schlägt die Stunde von Hicham El Guerrouj, 2015 die von Genzebe Dibaba: Weltrekord!

Die klassische Mittelstrecke stammt von den früheren 500-m-Rundbahnen in Europa und ist seit 1896 olympisch - für Männer. Für Frauen wurden die 1.500 m erstmals bei der EM 1969 in Athen ausgetragen. Die Olympia-Premiere folgte 1972 in München. Die Parallel-Disziplin 1 Meile (1.609 m) erfreute sich bei den Athleten noch bis in die zweite Hälfte des 20. Jahrhunderts größerer Popularität, zählte aber nicht zum olympischen und zum WM-Programm.

"Fliegender Finne" Nurmi der erste Star

Erster Star auf der 1.500-m-Strecke war Paavo Nurmi. Der "fliegende Finne" holte sich bei den Olympischen Spielen 1924 in Paris innerhalb von 50 Minuten zweimal Gold - über die 1.500 und die 5.000 m. Insgesamt wurde Nurmi neunmal Olympiasieger. Der Australier Herb Elliott gewann 1960 in Rom mit einem Riesen-Vorsprung von 2,8 Sekunden in 3:35,6 Minuten olympisches Gold. Sein Weltrekord hielt knapp sieben Jahre. Der Brite Sebastian Coe, Olympiasieger 1980 und 1984, stellte Weltrekorde über 800, 1.000, 1.500 m und die Meile auf. Die Duelle mit seinen Landsleuten Steve Ovett und Steve Cram begeisterten die Massen.

Jahrelange Vorherrschaft sowjetischer Athletinnen

Tatjana Kasankina © Picture Alliance/dpa

Zweimalige Olympiasiegerin und Ex-Weltrekordlerin über 1.500 m: Tatjana Kasankina (r.).

Seit 1998 hält Hicham El Guerrouj den Weltrekord (3:26,00 Minuten). Der Marokkaner hat in seiner langen Karriere bei vier Weltmeisterschaften (1997, 1999, 2001, 2003) sowie bei Olympia in Athen den Titel gewonnen.

Bei den Frauen läutete Ludmilla Bragina beim Olympia-Debüt der Frauen 1972 in München die jahrelange Vorherrschaft der sowjetischen Athletinnen ein. Tatjana Kasankina verteidigte 1980 ihren Olympiasieg von 1976 erfolgreich und stellte im selben Jahr mit 3:52,47 Minuten einen Weltrekord auf, der 13 Jahre hielt. Gunhild Hoffmeister (SC Cottbus) holte 1972 und 1976 jeweils Silber hinter den Sowjetrussinnen. Ganz oben auf dem Treppchen stand sie bei der EM 1974 in Rom.

Das "dreckigste Rennen der Leichtathletik"

Für ein tintenschwarzes Kapitel sorgte das olympische Frauen-Finale 2012 in London, das als "dreckigstes Rennen der Leichtathletik" in die Geschichte einging. Zahlreiche Läuferinnen wurden wegen Dopings nachträglich aus den Ergebnislisten gestrichen, darunter die ursprüngliche Siegerin Asli Cakir Alptekin. Zunächst rückte ihre türkische Landsfrau Gamze Bulut nach, bis auch ihre Ergebnisse wegen Auffälligkeiten im biologischen Pass annulliert wurden.

Genzebe Dibaba knackt Uralt-Weltrekord

Im Juli 2015 stellte die Äthiopierin Genzebe Dibaba, die wenig später auch Weltmeisterin wurde, beim Diamond-League-Meeting in Monaco die Leichtathletik-Welt auf den Kopf. Mit ihren 3:50,07 Minuten blieb sie 39 Hundertstel unter dem 22 Jahren alten Weltrekord der Chinesin Qu Yunxia, die in einer dunklen Läufer-Ära zur "Schildkrötenblut-Armee" des berüchtigten Trainers Ma Junren gehört hatte.

Genzebe Dibaba vor der Anzeigetafel mit ihrem Weltrekord. © picture alliance / dpa Fotograf: Olivier Anrigo

Genzebe Dibaba lief 2015 eine Fabelzeit.

Die teils Jahrzehnte alten Bestmarken in den Lauf-Distanzen, erzielt in Hochzeiten des Doping-Missbrauchs, galten eigentlich als unerreichbar. In diesem Jahrtausend war zuvor noch keine Läuferin unter 3:55 geblieben. Überhaupt hatte es in den vergangenen 20 Jahren auf den olympischen Frauen-Distanzen von 100 bis 10.000 m nur einen einzigen Weltrekord gegeben: 2008 durch Genzebe Dibabas Schwester Tirunesh über 5.000 m.

Dieses Thema im Programm:

Sportschau live | 13.08.2017 | 21:45 Uhr

Stand: 19.06.17 12:40 Uhr

Titelverteidiger

Männer:
Asbel Kiprop (Kenia) 3:34,40 Min.
Frauen:
Genzebe Dibaba (Äthiopien) 4:08,09 Min.

Rekorde

Männer:
WR: Hicham El Guerrouj (Marokko) 3:26,00 Min.
ER: Mohamed Farah (Großbritannien) 3:28,81
DR: Thomas Wessinghage (Mainz) 3:31,58
Frauen:
WR: Genzebe Dibaba (Äthiopien) 3:50,07
ER: Tatjana Kasankina (Russland) 3:52,47
DR: Christiane Wartenberg (Halle) 3:57,71

Termine und Teilnehmer

Frauen - 1500 m
Datum Zeit Runde
04.08. 20:35 Uhr 1. Vorlauf
04.08. 20:48 Uhr 2. Vorlauf
04.08. 21:01 Uhr 3. Vorlauf
05.08. 20:35 Uhr 1. Halbfinale
05.08. 20:47 Uhr 2. Halbfinale
07.08. 22:50 Uhr Finale
Männer - 1500 m
Datum Zeit Runde
10.08. 21:25 Uhr 1. Vorlauf
10.08. 21:37 Uhr 2. Vorlauf
10.08. 21:49 Uhr 3. Vorlauf
11.08. 21:10 Uhr 1. Halbfinale
11.08. 21:23 Uhr 2. Halbfinale
13.08. 21:30 Uhr Finale