Der deutsche Speerwerfer Johannes Vetter jubelt.

Johannes Vetter im Porträt

Disziplin: Speerwurf
Land: Deutschland Flagge Deutschland

Steckbrief

geb. am: 26.03.1993
in Dresden
Größe: 188 cm
Gewicht: 105 kg
Verein: LG Offenburg
Trainer: Boris Obergföll
Beruf: Sportsoldat

Sportliche Eckdaten

Persönliche Bestleistung:
94,44 m (DR/2017)
Größte Erfolge
Olympische Spiele:
4. Platz 2016

Weltmeisterschaften:
Gold 2017
7. Platz 2015

Deutsche Meisterschaften:
Gold 2017
4. Platz 2016
Silber 2015

U23-EM:
4. Platz 2015

U23-DM:
Gold 2015
Silber 2014


Das Jahr 2017 wird Johannes Vetter nie vergessen: Der 24-Jährige stieg erst im Juli in Luzern zum zweitbesten Speerwerfer der Leichtathletik-Geschichte auf, im August krönte er sich dann zum besten Speerwerfer der Gegenwart. Der gebürtige Dresdner hielt dem Druck Stand und sicherte sich bei den Leichtathletik-Weltmeisterschaften in London den Titel. "Nach Luzern waren die Erwartungen an mich groß. Nach dem Titel fällt ein riesiger psychischer und mentaler Ballast von mir ab", sagte der Sportsoldat, dem auf seiner Ehrenrunde durchs Olympiastadion die Tränen kamen.

Johannes Vetter © dpa Fotograf: Bernd Thissen

04:16 min | 12.08.2017 | Das Erste

Vetter holt sich WM-Gold - Röhler nur Vierter

Speerwerfer Johannes Vetter hat sich nach einem tollen Wettkampf bei der WM in London mit Gold belohnt. Thomas Röhler verpasste Bronze um sechs Zentimeter, Andreas Hofmann wurde Achter.

Gleich viermal über 90 Meter

Beim Meeting in Luzern war Vetter der Wettkampf seines Lebens gelungen und ein grandioser Rekordwurf: Mit 94,44 m nahm er seinem Kumpel Thomas Röhler den deutschen Rekord (93,90) ab. Die "alte" Bestmarke des Olympiasiegers (93,90) hielt somit nur 67 Tage. "Ich habe keine Worte dafür, das ist unglaublich", meinte Vetter: "Nach dem Aufwärmen habe ich 90 m erwartet, aber 94,44 - unglaublich. So richtig wusste ich nicht, was in mir steckt. Es ist wie mit einer Wundertüte."

Vetter, der seit 2015 von Bundestrainer Boris Obergföll (ehemals Henry) betreut wird, katapultierte sich damit in der ewigen Bestenliste auf Position zwei hinter Weltrekordler Jan Zelezny (98,48 m) aus Tschechien. Bei seinen sechs Versuchen flog der Speer viermal über 90 Meter - die bedeutsame Marke übertraf der Olympia-Vierte, der Bronze in Rio nur um sechs Zentimeter verfehlt hatte, in Luzern erstmals in seiner Karriere. "Ja, Mann", brüllte Vetter. Zwei Tage zuvor hatte sich der Offenburger in Erfurt erstmals DM-Gold gesichert - und damit Röhlers seit 2012 andauernde Siegesserie bei den nationalen Titelkämpfen gestoppt.

In London warf der Sachse seinen Speer in der Qualifikation im ersten Versuch auf 91,20 m - und schockte damit die Konkurrenz. Im Finale hätte es erneut nur eines Wurfes bedurft. Seine 89,89 m reichten am Ende zu Platz eins auf dem Treppchen.

Obergföll: "Der Stärkste und Geschmeidigste"

Unter den vielversprechenden deutschen Speerwerfern sei "Jojo" der "mit Abstand Stärkste und Geschmeidigste", hatte Obergföll schon vor der WM gesagt. Vetter ist in der Tat eine imposante Erscheinung, mit einem Arm wie Obelix. Binnen drei Jahren verbesserte er seine Bestleistung um fast 15 Meter. Doch er sieht noch viel Potenzial - und schaut dabei auf Röhler: "Thomas trifft den Speer sehr gut. Ich bin mehr der Hau-Drauf-Typ, werfe viel mit der Kraft."

Vetter im großen Moment dankbar

Doch in London gab offenbar die Kraft den Ausschlag. Während Vetter sich Gold sicherte, ging Röhler leer aus. "Thomas hätte eine Medaille verdient gehabt. Mit 88 Metern wird man Vierter, das ist schon abartig", sagte Vetter, der im Moment seines bis dato größten Events weder seinen Kumpel noch seine Trainer, Betreuer, Familie und Freunde vergas. Die Tränen auf der Ehrenrunde seien Tränen des Dankes gewesen: "Ich bin nicht allein dor auf dem Feld. Alle stehen mit mir auf dem Feld, ihnen habe ich zu verdanken, dass ich Weltmeister geworden bin."

Speerwurfweltmeister Johannes Vetter. © ARD Fotograf: Screensho

01:59 min | 13.08.2017 | Das Erste | Autor/in: Sven Kaulbars

Vetter: "Riesenballast fällt ab"

Der Speerwurfweltmeister Johannes Vetter ist glücklich, dass er dem Erwartungsdruck standgehalten hat und macht der Leichtathletik eine Liebeserklärung.

Stand: 13.08.17 12:11 Uhr