Hammerwurf-Weltmeister Karsten Kobs © AP

00:26 min | 11.08.1994 | Das Erste

Unvergessen: Kobs' Sprung in den Wassergraben

Karsten Kobs' Hammerwurf-Gold bei der WM 1999 in Sevilla war überraschend. Sein Jubel ist legendär. Kein war vor Kobs' Freude sicher, auch nicht der Wassergraben.

WM-Geschichte

1999: Warmlaufen für Sydney in Sevilla

Begeisternde Atmosphäre in einem eindrucksvollen Stadion: In Sevilla setzte Michael Johnson mit Weltrekord den Glanzpunkt. Charles Friedek überraschte mit Gold im Dreisprung.

Die "letzte große Sportveranstaltung des 20. Jahrhunderts", als die die Organisatoren die siebte Leichtathletik-WM vom 20. bis 29. August 1999 in Sevilla angekündigt hatten, strahlte Glanz aus. Zum einen wegen der faszinierenden Wettkämpfe der 1.821 Athleten aus 201 Nationen. Zum anderen durch die begeisternde Atmosphäre in einem architektonisch eindrucksvollen Stadion. Und schließlich dank der bemerkenswerten Erfolge einer geschlossen auftretenden deutschen Mannschaft. "Die deutsche Leichtathletik hat sich in Sevilla in Topform präsentiert und ihre Stellung unter den leistungsstärksten Nationen nicht nur gefestigt, sondern weiter ausgebaut", so die Bilanz des damaligen DLV-Präsidenten Prof. Dr. Helmut Digel. Mit zwölf Medaillen, darunter vier goldenen, war das zählbare Ergebnis so groß wie seit Tokio 1991 (17 Medaillen) nicht mehr. Resultat: Platz drei im Medaillenspiegel und sogar Rang zwei in der Nationenwertung hinter den USA.

Überraschungs-Gold für Friedek

Hoffnung also für die 84-köpfige deutsche Mannschaft, dass die positive Erfolgsbilanz seit der WM '97 in Athen zumindest mittelfristig Fortsetzung finden würde. Zumal einerseits in Sevilla der kurzfristige Ausfall prominenter Leistungsträger wie Heike Drechsler (Weitsprung), Tanja Damaske (Speer) und Frank Busemann (Zehnkampf) kompensiert wurde und andererseits auch der Nachwuchs bei der U-23-EM und bei der Junioren-EM im selben Jahr ansprechend abgeschnitten hatte. Die vier deutschen Goldmedaillen heimsten in Sevilla Astrid Kumbernuss (Kugelstoßen), Franka Dietzsch (Diskuswerfen), Karsten Kobs (Hammerwerfen) und überraschend Charles Friedek (Dreisprung) ein.

Johnson mit Weltrekord

International blieben insbesondere Siege wie der von Michael Johnson (USA) in Weltrekordzeit von 43,18 Sekunden über 400 m, der Doppel-Erfolg von Landsmann Maurice Greene über 100 und 200 m, der Hattrick des Kubaners Ivan Pedroso im Weitsprung, der dritte Hürdensieg von Gail Devers (USA) und der kämpferische Erfolg ihrer Landsfrau Stacy Dragila bei der Stabhochsprung-Premiere der Frauen in Erinnerung.

WM-Geschichte

Die besten WM-Athleten aller Zeiten

Dieses Thema im Programm:

Sportschau live | 13.08.2017 | 21:45 Uhr

Stand: 26.06.17 09:45 Uhr