100-m-Finale: Usain Bolt feiert seinen Weltrekord. © dpa

00:20 min | 16.08.2009 | Das Erste

Bolts sprintet in Berlin Fabel-Weltrekord

9,58 Sekunden: Usain Bolts Weltrekordlauf über 100 m 2009 in Berlin.

WM-Geschichte

2009: Bolt lässt Berlin beben

Neun Medaillen heimsten die DLV-Athleten bei der Heim-WM 2009 ein. Hollywoodreif war der goldene Abschied von Steffi Nerius. Das Gesicht Berlins war trotzdem Usain Bolt: dreimal Gold, zweimal Weltrekord.

1.895 Athleten aus 200 Nationen nahmen an den Weltmeisterschaften 2009 in Berlin teil. Doch trotz dieser Rekordzahl prägte ein Gesicht die neun Tage in der deutschen Hauptstadt - Usain Bolt. 9,58 Sekunden über 100 m - Weltrekord. Der Sprinter aus Jamaika ließ die ohnehin blau-strahlende Laufbahn im Olympiastadion noch etwas mehr leuchten. Als Bolt auch den Weltrekord über 200 m in 19,19 Sekunden pulverisierte und mit der Staffel sein drittes Gold holte, bebte das Stadion. Steffi Nerius war das deutsche Gesicht dieser WM. Märchenhaft verabschiedete sich die Speerwerferin mit dem Weltmeistertitel von der großen Leichtathletik-Bühne - Gänsehaut-Gefühle im Olympiastadion.

DLV-Team rehabilitiert sich für Peking-Desaster

Nerius setzte sich an die Spitze eines widererstarkten DLV-Teams. Mit dem Gewinn von neun Medaillen und Rang sechs im Medaillenspiegel gelang in der olympischen Kernsportart ein Jahr nach dem Desaster von Peking - mit einer einzigen Bronzemedaille - die Rehabilitierung. Gleichzeitig kündigte sich bei der Heim-WM ein Generationswechsel an. Die Jungen drängten ins Rampenlicht, allen voran Robert Harting. Noch nicht 25 Jahre alt, aber schon ein Weltmeister mit der fliegenden Scheibe. Oder Hochspringer Raul Spank. Der 21-Jährige sprang unbekümmert zu Bronze. Ariane Friedrich tat es ihm gleich. Die Sprintstaffel der Frauen wusste Erfahrungsschatz (Marion Wagner, Cathleen Tschirch) mit jugendlicher Frische (Anne Möllinger, Verena Sailer) vorbildhaft zu kombinieren und holte Bronze.

Jamaikas Erfolgsgeschichte - Semenyas Tortur

Im Medaillenranking preschte einmal mehr die USA vorneweg, mit zehn goldenen, sechs silbernen sowie eben so vielen bronzenen. Jamaika, Bolt sei Dank, lief den US-Amerikanern allerdings fast den Rang ab. Sieben mal Gold für die Läufer und Läuferinnen aus der Karibik - eine Berliner Erfolgsgeschichte. Eine nahezu endlose Geschichte begann mit dem Sieg von Caster Semenya über 800 m. Erst Ende Juli 2009 in der Weltspitze aufgetaucht, rannte die Südafrikanerin in 1:55,45 Minuten allen davon. Es folgten Tests zur Überprüfung des Geschlechts und eine elfmonatige Zwangspause, ehe Semenya wieder starten durfte - bei den Frauen.

"Moment des Aufbruchs in der deutschen Leichtathletik"

Verbands-Funktionäre und Politik sahen die WM in Berlin als Riesenerfolg für die olympische Kernsportart: 400.000 verkaufte Tickets, 518.582 Zuschauer im Olympiastadion, 1,6 Millionen bei den Straßen-Wettbewerben rund um das Brandenburger Tor. "Berlin ist tatsächlich ein Moment des Aufbruchs in der deutschen Leichtathletik", formulierte DLV-Präsident Clemens Prokop.

WM-Geschichte

Die besten WM-Athleten aller Zeiten

Dieses Thema im Programm:

Sportschau live | 13.08.2017 | 21:45 Uhr

Stand: 22.06.17 12:03 Uhr