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03:29 min | 03.09.2011 | Das Erste

Dreimal DLV-Gold in Daegu 2011

De Zordo, Harting und der Youngster Storl: dreimal deutsches Gold bei der WM in Daegu 2011 durch die Werfer. Aber es gab auch Lichtblicke beim Laufen. Eine Bilanz.

WM-Geschichte

2011: Großer Wurf der deutschen Werfer in Daegu

Drei WM-Titel, dreimal die Werfer: In Daegu ließen Harting, Storl und de Zordo die DLV-Bilanz golden glänzen. Beim Laufen drückte der Schuh. Auch bei Bolt: Fehlstart-Aus über 100 m.

Deutschland ist eine Werfernation. Das zeigte sich einmal mehr bei den 13. Weltmeisterschaften in Daegu. Gleich dreimal gab es für den Deutschen Leichtathletik-Verband (DLV) in den Wurfdisziplinen Gold: durch den Diskusriesen Robert Harting, der seinen Titel von Berlin erfolgreich verteidigte, Speerwurf-Überraschungssieger Matthias de Zordo und David Storl. Der Triumph des Youngsters, der zum jüngsten Kugelstoß-Weltmeister aller Zeiten avancierte, war die wohl größte Sensation - und wies den Weg. Als in Südkorea etablierte Kräfte wie die Kugelstoßer Ralf Bartels und Nadine Kleinert nicht ganz vorne mitmischen konnten, sprang eine neue Generation in die Bresche.

"Nur" Silber für Weltrekordlerin Heidler

Hammerwurf-Weltrekordlerin Betty Heidler musste sich in Daegu allerdings überraschend mit der Silbermedaille begnügen. Zwar kam der DLV an die insgesamt neun Medaillen von Berlin 2009 in Südkorea nicht heran. Doch drei Titel gab es seit Edmonton 2001 nicht mehr.

Oeser und Strutz durchbrechen Phalanx der Werfer

Richtige Ausfälle gab es im deutschen Team wenige. Speerwerferin Christina Obergföll, die einmal mehr Gold vor Augen hatte, scheiterte zum sechsten Mal in Folge in einem großen Speerwurf-Wettkampf und wurde nur Vierte. Raul Spank stürzte als Neunter im Hochsprung ab, die Geherinnen Melanie Seeger und Sabine Krantz kamen nicht ins Ziel. Die Phalanx der Werfer konnten nur zwei Athletinnen durchbrechen: Siebenkämpferin Jennifer Oeser, die mit Bronze ihr drittes Edelmetall in Folge bei einem internationalen Großevent sammelte, und Stabhochspringerin Martin Strutz. Die Schwerinerin, die mit 4,80 m deutschen Rekord sprang, krönte ihr grandioses Jahr mit der überraschenden Vize-Weltmeisterschaft.

DLV-Achillesferse bleibt das Laufen

Achillesferse des DLV war einmal mehr das Laufen. In Daegu war 200-m-Mann Sebastian Ernst der einzige deutsche Sprinter im Feld der Weltelite - und lief abgeschlagen hinterher. Zu allem Überfluss kamen am Schlusstag beide Sprintstaffeln nach Wechselfehlern schon im Vorlauf nicht ins Ziel. Lichtblicke waren die beiden Hoffnungsträger Gesa Felicitas Krause und Georg Fleischhauer. Krause, mit 19 Jahren jüngste DLV-Starterin, verbesserte über 3.000 m Hindernis ihre persönliche Bestzeit gleich zweimal und wurde im Finale starke Neunte. Der 22-jährige Fleischhauer war im Vorlauf über 400 m Hürden in 48,72 Sekunden so schnell wie kein anderer Deutscher seit zehn Jahren.

Bolts Fehlstart Thema Nummer eins

International gesehen war die WM im vorolympischen Jahr kein Meilenstein. Usain Bolt sorgte nach seinen Festspielen von Berlin (dreimal Gold mit zwei Weltrekorden) trotzdem wieder für die meisten Schlagzeilen. Das Fehlstart-Aus des Titelverteidigers über die 100 m war das Thema, auch wenn der Jamaikaner über die doppelte Distanz gewann und mit der 4x100-m-Staffel eine neue Weltbestmarke aufstellte. Die erfolgreichste Athletin von Daegu war Allyson Felix aus den USA mit zwei Goldmedaillen in Staffelwettbewerben (4x100 m und 4x400 m) sowie Silber über 400 m und Bronze über 200 m. Kenias Langstreckenläuferin Vivian Jepkemoi Cheruiyot glänzte mit Gold über 5.000 und 10.000 m.

Pistorius und Smyth schreiben Geschichte

Geschichte schrieben Oscar Pistorius und Jason Smyth, die ersten Behindertensportler, die bei einer Leichtathtleitk-WM starteten. Pistorius als beinamputierter und Smyth als sehbehinderter Sprinter über 400 m bzw. 100 m. Bitter für die südkoreanischen Gastgeber: Ihr Team heimste nicht eine Medaille ein. Das hatte bislang nur in Schweden (Göteborg, 1995) und Kanada (Edmonton, 2001) gegeben.

Oscar Pistorius © picture alliance / x99/ ZUMAPRESS.com Fotograf: x99

01:06 min | 28.08.2011 | Das Erste

Prothesen-Läufer Pistorius schreibt WM-Geschichte

Daegu 2011 war eine historische Leichtathletik-WM, wegen 400-m-Läufer Oscar Pistorius. Als erster Mensch mit Behinderung startete der Südafrikaner bei Titelkämpfen für Nichtbehinderte.

Dieses Thema im Programm:

Sportschau live | 13.08.2017 | 21:45 Uhr

Stand: 19.06.17 16:44 Uhr