Mohamed Farah ist der Schnellste über 5.000 m. © dpa bildfunk Fotograf: Srdjan Suki

01:19 min | 29.08.2015 | Das Erste

Farah mit unwiderstehlichem Antritt zu WM-Gold

Mo Farah wird zum dritten Mal in Folge Weltmeister über 5.000 m: Die Schlussphase des Rennens 2015 in Peking.

WM-Geschichte

2015: Deutsche Athleten überzeugen in Peking

Die deutschen Athleten hinterließen bei der WM in Peking einen starken Eindruck. Christina Schwanitz und Katharina Molitor holten bei den 15. Welt-Titelkämpfen Gold, Cindy Roleder und Gesa Felicitas Krause überraschten mit Plätzen auf dem Treppchen. Usain Bolt dominierte einmal mehr auf der Bahn, ebenso wie Kenia, das aber auch positive Dopingfälle vorzuweisen hatte.

Insgesamt sammelte das deutsche Team, das ohne den nach einer Knieoperation noch nicht wieder fitten Diskus-Dominator Robert Harting angetreten war, acht Mal Edelmetall (zweimal Gold, je dreimal Silber und Bronze) und belegte als Vierter den angepeilten Platz in den Top Fünf der Nationenwertung. Mehr als zwei Dutzend Platzierungen unter den besten Acht sprachen für die hohe Leistungsdichte in der Mannschaft. "Wir haben hier tolle Tage erlebt. Aber nur das Zählen der Medaillen entspricht nicht der Entwicklung in der Leichtathletik", sagte DLV-Cheftrainer Idriss Gonschinska.

Deutsches Team

Die deutschen Medaillengewinner von Peking

Goldener Schlusspunkt durch Molitor

Die deutschen Asse stachen in Peking, und auch viele Youngster überzeugten. Kugelstoßerin Christina Schwanitz wurde gleich zum Auftakt ihrer Favoritenrolle gerecht und siegte souverän, den goldenen Schlusspunkt setzte am letzten Wettkampftag überraschend Speerwerferin Katharina Molitor, die seit Jahren in der Weltspitze mitwirft, aber bei großen Meisterschaften stets im Schatten ihrer nationalen Mitstreiterinnen gestanden hatte. Titelverteidigerin Christina Obergföll belegte nach ihrer Babypause immerhin Rang vier, ebenso wie ihr überzeugender Disziplin-Kollege Thomas Röhler und die Sprintstaffel der Männer, der nur zwei Hundertstelsekunden zur ersten Medaille für Deutschland auf dieser Distanz in der WM-Historie fehlten.

Silber für Storl, Holzdeppe und Müller

Kugelstoßer David Storl sicherte sich den Vizetitel, zum dritten WM-Triumph in Serie fehlten am Ende 19 Zentimeter. In einem starken Stabhochsprungfinale gewann Raphael Holzdeppe, ebenso wie Storl als Titelverteidiger angereist, ebenfalls Silber - vor dem französischen Weltrekordler Renaud Lavillenie, der trotz aller Überlegenheit seinen WM-Fluch wieder nicht ablegen konnte. Diskuswerferin Nadine Müller feierte ihren dritten Platz wie einen Sieg. Rico Freimuth krönte beim grandiosen Triumph von Ashton Eaton, der seinen eigenen Weltrekord um sechs Zähler auf 9.045 Punkte verbesserte, einen begeisternden Auftritt des deutschen Zehnkampf-Trios ebenfalls mit Bronze.

Roleder und Krause sorgen für emotionale Höhepunkte

Für die größten Überraschungen und emotionalen Höhepunkte aus deutscher Sicht sorgten Roleder und Krause: Die Leipzigerin Roleder lief in persönlicher Bestzeit zum Sensationssilber, erstmals seit 28 Jahren schaffte damit wieder eine deutsche Hürdensprinterin den Sprung aufs WM-Podest. Zwei Tage zuvor war Krause als Dritte ins Ziel gerannt und holte damit nicht nur das erste deutsche WM-Edelmetall über 3.000 m Hindernis überhaupt, sondern auch die erste Laufmedaille im Einzel für den DLV seit 14 Jahren.

17 von 47 Disziplinen unbesetzt

Doch es gab auch einige Aussetzer. Die deutsche Rekordhalterin Silke Spiegelburg scheiterte schon in der Stabhochsprung-Qualifikation, Sieben-Meter-Springerin Sosthene Moguenara schaffte es nicht ins Weitsprung-Finale. Auch die ehemalige Hammer-Weltrekordlerin Betty Heidler konnte die hohen Erwartungen nicht erfüllen - Platz sieben. 17 von 47 Disziplinen blieben wegen Chancenlosigkeit der deutschen Athleten unbesetzt, von 30 Athleten, die in Vorkämpfen antraten, scheiterten 18 in Runde eins.

Bolt klarer Sieger im Duell "Gut gegen Böse"

Usain Bolt gewinnt Gold über 100 m. © dpa Fotograf: Michael Kappeler

Usain Bolt entschied alle Duelle gegen Justin Gatlin für sich.

International ließ Dafne Schippers aufhorchen. Die erst 23 Jahre alte "Fliegende Holländerin" pulverisierte bei ihrem Titelgewinn über 200 m mit der viertbesten je gelaufenen Zeit von 21,63 Sekunden den Europarekord der damaligen DDR-Sprinterinnen Marita Koch (1979/1984) und Heike Drechsler (1986), die jeweils 21,71 gelaufen waren. Superstar der WM in Peking war aber einmal mehr Usain Bolt. Der Jamaikaner hielt dem gigantischen Druck nach durchwachsenen Vorleistungen stand und machte sein drittes Sprint-Triple bei einer WM perfekt. Mit nunmehr elfmal Gold vergrößerte Bolt zudem seinen Vorsprung als erfolgreichster Athlet der WM-Geschichte vor Carl Lewis und Michael Johnson (jeweils acht).

Bolt und sein umstrittener Widersacher Justin Gatlin lieferten eine große Show ab, dreimal setzte sich der Jamaikaner im als "Gut gegen Böse" deklarierten Duell gegen den stärksten Gegner seiner Karriere durch - der schon zweimal wegen Dopings gesperrte Gatlin ist zweifelsohne der großer Verlierer der WM. Ein Sieg des sauberen Sports? Die Sympathien der Zuschauer im stets gut gefüllten "Vogelnest" waren jedenfalls klar verteilt.

Dopingschatten über der WM

Bolt war dennoch genervt. "Doping, Doping, Doping", monierte der Supersprinter. Der Schatten des Dopings hing nach den Recherchen der ARD und der "Sunday Times" tief über den Wettkämpfen. Während das kenianische Team ungeachtet aller Enthüllungen und zweier bestätigter positiver Tests bei den Titelkämpfen (Joyce Zakary, 400 m und Koki Manunga, 400 m Hürden) mit insgesamt 16 mal Edelmetall im Medaillenspiegel ganz oben landete und mit neuen Gesichtern wie Speer-Sensation Julius Yego glänzte, erlebte Russland ein historisches Debakel. Bei der Heim-WM in Moskau 2013 noch mit sieben Titeln und insgesamt 17 Mal Edelmetall im Ranking Erster, sprangen diesmal nur vier Medaillen und Platz neun heraus - ein beispielloser Absturz.

WM-Geschichte

Die besten WM-Athleten aller Zeiten

Dieses Thema im Programm:

Sportschau live | 13.08.2015 | 21:45 Uhr

Stand: 30.08.15 17:03 Uhr