Usain Bolt am Boden © picture alliance / empics Fotograf: Martin Rickett

04:23 min | 12.08.2017 | Das Erste

Great Britain bei Bolt-Desaster ganz groß

Was für ein Drama: Superstar Usain Bolt verletzt sich in seinem letzten Rennen und die britische 4x100-m-Staffel läuft in London sensationell zu WM-Gold.

4x100 m

Bolt-Drama zum Abschied - Briten holen Gold

Die glanzvolle Karriere von Superstar Usain Bolt hat ein dramatisches Ende gefunden: Der beste Sprinter aller Zeiten ging über 4x100 m als Schlussläufer verletzt zu Boden und konnte das letzte Rennen seiner einzigartigen Laufbahn nicht beenden. Die über Jahre dominierenden Jamaikaner waren zum Zuschauen verdammt, als Großbritannien überraschend den Titel vor den USA und Japan gewann.

Usain Bolts Abschied bei der WM in London geriet zur Tragödie. Nach dem überraschenden Bronze über 100 m erlebte der König der Sprinter am Samstag (12.08.17) mit der 4x100-m-Staffel einen der bittersten Momente seines großen Sportlerlebens. Der achtmalige Olympiasieger und elfmalige Weltmeister war als Schlussläufer des jamaikanischen Quartetts mit Rückstand auf die letzte Teilstrecke gegangen, wollte ein letztes Wunder vollbringen. Doch nach wenigen Schritten schrie er vor Schmerzen auf und ging verletzt zu Boden. Der jamaikanische Teamarzt teilte nach dem Rennen mit, dass es sich um einen Krampf im linken Oberschenkel gehandelt habe.

Zuschauer leiden mit dem Supersprinter

Ergebnisse

Leichtathletik, 4 x 100 m, Männer, Finale

Gold Flagge Großbritannien GBR Chijindu Ujah / Adam Gemili / Daniel Talbot / Nethaneel Mitchell-Blake
Silber Flagge USA USA Mike Rodgers / Justin Gatlin / Jaylen Bacon / Christian Coleman
Bronze Flagge Japan JPN Shuhei Tada / Shota Iizuka / Yoshihide Kiryu / Kenji Fujimitsu
4. Flagge Volksrepublik China CHN Zhiqiang Wu / Zhenye Xie / Bingtian Su / Peimeng Zhang
5. Flagge Frankreich FRA Stuart Dutamby / Jimmy Vicaut / Mickael-Meba Zeze / Christophe Lemaitre

Als um 22.03 Uhr Ortszeit alles aus und vorbei war, musste der 30-Jährige von seinen Staffelkumpels Omar McLeod, Julian Forte und Yohan Blake getröstet werden, nach langen Minuten humpelte der schnellste Mann der Welt auf seine Teamkollegen gestützt und unter dem tosenden Applaus der Zuschauer aus dem Innenraum. 56.000 Menschen im vollen Olympiastadion, wo Bolt 2012 gleich dreimal triumphiert hatte, litten mit Jamaikas Nationalhelden.

Für den Popstar der Leichtathletik, der auf einen Start über 200 m verzichtet hatte, war es das dramatische Ende einer einmaligen Sportkarriere. Das goldene Dutzend blieb ihm verwehrt. Am Mythos Bolt kann allerdings auch das Drama von London nicht kratzen. "Es ist einfach passiert", sagte McLeod: "Usain Bolts Name wird dennoch für immer weiterleben." 100-m-Weltmeister Justin Gatlin meinte: "Ich denke, Usains Verletzung ist der Kälte geschuldet, es tut mir leid für ihn. Für mich ist er immer noch der Beste der Welt."

Briten holen Titel zurück nach Europa

Die ebenso frenetisch gefeierten Briten setzten sich in 37,47 Sekunden unerwartet vor den amerikanischen Favoriten um Gatlin (37,52) durch und holten den WM-Titel nach zwölf Jahren zurück nach Europa. 2005 hatte Frankreich gesiegt, 2007 triumphierten die USA, danach begann die große Ära Jamaikas, das mit dem überragenden Bolt viermal in Serie gewann.

Das DLV-Quartett mit dem deutschen Rekordhalter Julian Reus, Robert Hering, Roy Schmidt und Robin Erewa hatte das Finale nach einem völlig verkorksten letzten Wechsel als Fünfter seines Vorlaufs verpasst.

Dieses Thema im Programm:

Das Erste | Leichtathletik-WM 2017 London | 13.08.2017 | 20:15 Uhr

Stand: 13.08.17 01:00 Uhr