Zehnkämpfer Asthon Eaton freut sich über WM-Gold. © dpa bildfunk Fotograf: Franck Robichon

00:44 min | 29.08.2015 | Das Erste

Ashton Eatons Lauf zu 9.045 Punkten

Bei der WM 2015 in Peking fiel bei den "Königen der Athleten" der Weltrekord. Ashton Eaton schraubte die Bestmarke auf 9.045 Punkte - mit einem fulminanten 1.500-m-Lauf.

Busemanns WM-Orakel

Mehrkampf: Schäfer und Freimuth aufs Treppchen?

Siebenkämpferin Carolin Schäfer hat mit ihren Vorleistungen Lust auf mehr gemacht, auch aufs Treppchen. Dort sind im Zehnkampf auch deutsche Männer zu erwarten, allen voran der Weltjahresbeste Rico Freimuth.

Ja, was ist denn hier los? Die eine macht ein bisschen mehr Siebenkampf und wird zur besten deutschen Hürdenläuferin. Cindy Roleder ist leider verletzungsbedingt nach erfolgreichen Jahren über die Hürden in London nicht dabei. Die andere macht Siebenkampf und wird zur besten deutschen Weitspringerin. Claudia Salman-Rath ist für beide Disziplinen qualifiziert und gemeldet. Und die nächste macht Siebenkampf und ist die beste deutschen Siebenkämpferin. Endlich mal was Normales - obwohl die Vorleistung von Carolin Schäfer alles andere als normal ist.

Schäfer im Kreis der Medaillenkandidatinnen

6.667 Punkte in Ratingen, das beste Ergebnis seit einem Vierteljahrhundert, seit Sabine Braun den bis heute gültigen deutschen Rekord aufstellte. Das macht Lust auf mehr. Schäfer ist im erlauchten Kreise derer, die sich berechtigte Medaillenhoffnungen machen dürfen. Entscheidend ist auf'm Platz und eine WM mit Kontakt zum Edelmetall ist keine Kreismeisterschaft mit Aussicht auf den Wanderpokal des ortsansässigen Fitnessstudios. Aber sie hat mittlerweile auch eine enorme, nicht zu unterschätzende Konstanz. Die Olympiasiegerin Nafissatou Thiam ist eine Klasse für sich, aber danach sollte was gehen. Salman-Rath, derzeit auf Platz fünf der Weltbestenliste könnte ihr bestes internationales Ergebnis (Platz vier bei der WM 2013) wiederholen. Dafür müsste eine vor ihr patzen, aber das wird schon klappen.

Freimuth hat sich freigeschwommen

Zehnkämpfer Rico Freimuth © dpa - Bildfunk Fotograf: Michael Kappeler

Deutsche Medaillenhoffnung im Zehnkampf: Rico Freimuth.

Bei den Herren haben wir eine ungewöhnliche Ausgangsbasis. Der Weltbeste kommt aus Deutschland! Der Weltrekordler aus den USA hat seinen Rücktritt bekannt gegeben. Der Weg ist also frei! Wenn Zehnkampf so einfach wäre, dann müsste ich nicht die Glaskugel bemühen. Fakt ist, dass sich Rico Freimuth scheinbar endlich freigeschwommen hat. Machte er in den letzten Jahren mit einer Wahrscheinlichkeit von 95 Prozent 8.365 plusminus 20 Punkte, ist jetzt der Knoten geplatzt. Mit Platz drei bei der letzten WM zeigte er schon, dass er in der Lage ist, zehn gute Ergebnisse hintereinander zu bekommen. Mit seiner Weltjahresbestleistung setzte er ein Ausrufezeichen. Er ist mittlerweile in der Lage, auch Unwägbarkeiten mental wegzustecken.

Mayer: Erst mit Reife zur richtigen Klasse

Doch der Olympiazweite Kevin Mayer aus Frankreich und der immergute Kanadier Damian Warner geben sich nicht kampflos hin. Mayer hat bisher keinen Zehnkampf in 2017 bestritten, aber seine Testwettkämpfe lassen erahnen, dass mit ihm zu rechnen ist. Er ist übrigens ähnlich wie Freimuth unterwegs gewesen. Sehr früh sehr gut, lange eher stagnierend - und dann - rumms, haut er einen raus und steht auf jeder Beobachtungsagenda. Das zeigt, dass ein Zehnkämpfer mit Reife erst die richtige Klasse erreicht. Warner hat bei den Buchmachern ohnehin einen festen Platz bei der Medaillenvergabe.

Kazmirek macht sein Ding, und das gut

Deutschlands Nummer zwei, Kai Kazmirek, war in Rio unsere Nummer eins. Das zeigt einmal mehr die Qualität unserer Allrounder. Kazmirek liefert schon seit Jahren kontinuierlich gute Mehrkämpfe ab, seine Marschroute wird über 8.500 Punkte liegen und damit ist man seit Jahren Medaillenaspirant. Letzten Endes entscheiden im Kampf ums Edelmetall die Nerven, und die sind bei Kazmirek scheinbar nicht vorhanden. Er macht sein Ding. Und das gut.

Dritter im Bunde ist Mathias Brugger. Der Hallen-WM-Dritte von 2016 wird versuchen, seinen starken Qualifikationswettkampf von Götzis (8.294 Punkte) zu bestätigen, was im Umfeld eines langandauernden Meisterschaftswettkampfes eine besondere Herausforderung ist.

Dieses Thema im Programm:

Das Erste | Leichtathletik-WM 2017 London | 05.08.2017 | 20:15 Uhr

Stand: 03.08.17 08:00 Uhr

Das ist Frank Busemann

Geboren:
26. Februar 1975 (Recklinghausen)
Disziplinen:
Zehnkampf, Hürdensprint
Sportliche Erfolge:
Olympia-Silber 1996 (8.706 Punkte)
WM-Bronze 1997 (8.652 Punkte)
U23-Europameister 110 m Hürden 1997 (13,54 Sek.)
Juniorenweltmeister 110 m Hürden 1994 (13,47 Sek.)
Auszeichnungen:
Rudolf-Harbig-Gedächtnispreis 2004
Sportler des Jahres 1996
Karriereende:
23. Juni 2003
Karriere nach der Karriere:
Vorträge/Seminare zum Thema Motivation
Buch-Autor
ARD-Leichtathletik-Experte
(Morgenmagazin, Das Erste, sportschau.de)