Carolin Schäfer bei der Siegerehrung nach dem WM-Siebenkampf. © imago

07:38 min | 07.08.2017 | Das Erste | Autor/in: Sven Kaulbars

"Dafür lebt jeder Sportler" - Schäfer überglücklich

Siebenkämpferin Carolin Schäfer schwebt auf Wolke sieben. Am Tag nach ihrem Silber-Triumpf präsentiert sie stolz ihre Medaille. Das Interview und die Story im Video.

Siebenkampf

Silber! Schäfers Medaillen-Traum wird wahr

Siebenkämpferin Carolin Schäfer hat endlich die erträumte internationale Medaille in der Tasche: In London sicherte sie sich am Sonntagabend (06.08.17) nach einem starken Wettkampf WM-Silber. Es war das erste Edelmetall für das DLV-Team bei den Weltmeisterschaften in der britischen Metropole. Gold ging an die Favoritin aus Belgien. Claudia Salman-Rath war am Ende nicht zufrieden.

Als das Ziel des abschließenden 800-m-Laufs erreicht war und das Endergebnis des zweitägigen Wettkampfs auf der Anzeigetafel aufleuchtete, schlug Carolin Schäfer vor Freude die Hände vors Gesicht: WM-Silber hinter der Favoritin und Olympiasiegerin Nafissatou Thiam aus Belgien war perfekt! "Das ist ein Moment zum Genießen! Endlich bin ich oben angekommen. Das ist der Lohn für jahrelange Arbeit im Training. Ich kann kaum in Worte fassen, was mir diese Medaille bedeutet", freute sich Schäfer im ZDF. "Das ist einfach genial!" Bislang waren ein vierter Platz bei der EM 2014 und der fünfte Rang bei den Olympischen Spielen in Rio im vergangenen Jahr ihre besten internationalen Platzierungen gewesen.

Alles unter Kontrolle

Nafissatou Thiam © dpa - Bildfunk Fotograf: Dirk Waem/BELGA/dpa

Nafissatou Thiam wurde ihrer Favoritenrolle gerecht.

In der siebten Disziplin hatte die Athletin der LG Eintracht Frankfurt nichts mehr anbrennen lassen: Nach reihenweise starken Leistungen auf Platz zwei der Gesamtwertung ins Rennen gegangen, hielt die 25-Jährige die Konkurrenz im Kampf um Edelmetall geschickt unter Kontrolle. So achtete sie darauf, dass Europameisterin Anouk Vetter aus den Niederlanden nicht an ihr vorbei zog. Yorgelis Rodriguez aus Kuba und die Britin Katarina Johnson-Thompson konnten den großen Rückstand auf die Deutsche im Gesamtklassement trotz schnellerer Laufleistungen nicht mehr wettmachen.

Mit 6.696 Punkten hatte Schäfer am Ende knapp 100 Zähler Rückstand auf die 22 Jahre alte Favoritin Thiam (6.784), der sie an den beiden Wettkampftagen aber einiges abverlangte. So war die deutsche Weltjahreszweite als Führende in den zweiten Tag gestartet, nachdem sie im Kugelstoßen eine persönliche Bestleistung erreicht hatte. Die Drittplatzierte Vetter (6.636) musste sich der Deutschen um 60 Punkte geschlagen geben.

Emotionaler Dank an Trainer Sammert

Carolin Schäfer und ihr Trainer Jürgen Sammert © dpa - Bildfunk Fotograf: Rainer Jensen/dpa

Carolin Schäfer widmete die Silbermedaille auch ihrem Trainer Jürgen Sammert.

Die Vize-Weltmeisterin widmete ihre Medaille mit Tränen in den Augen auch ihrem Trainer. Jürgen Sammert leidet an gesundheitlichen Problemen. Im vergangenen Winter musste er wegen Herzrhythmusstörungen im Krankenhaus behandelt werden, vor wenigen Wochen wurde er operiert. "Wir haben eine sehr gute und enge Trainer-Athleten-Beziehung, das bedeutet mir sehr viel. Meine gesundheitlichen Probleme haben wir zusammen durchgestanden. Die Caro kämpft natürlich auch für mich", sagte Sammert im ARD-Interview. Mit der Silbermedaille habe nicht nur sein Schützling ein großes Ziel erreicht, sondern er selbst auch: "Wir haben lange auf diesen Erfolg hingearbeitet. Caro ist im Training unglaublich konsequent und verlangt alles von sich ab." Mit WM-Silber sei das Gespann laut Sammert aber noch nicht zufrieden: "Unser Ziel ist schon, in den nächsten Jahren die 7.000 Punkte zu erreichen. Sie kann sich in allen Bereichen noch steigern." Um im Training daran konzentriert arbeiten zu können, hofft Sammert, dass seine eigenen gesundheitlichen Probleme im kommenden Jahr überwunden sind.

Salman-Rath hat noch Luft nach oben

Die zweite DLV-Athletin, Claudia Salman-Rath, belegte nach einem durchwachsenen Wettbewerb mit 6.362 Punkten Platz acht. Sie kam beim Saisonhöhepunkt nicht an ihre Leistung aus Götzis von Ende Mai heran, als sie 6.580 Punkte gesammelt hatte. "Laufen kann ich. Aber ich denke, ich brauche noch einen Winter, um mit meinem neuen Trainer an den technischen Disziplinen zu arbeiten. Nächstes Jahr zeige ich dann, was ich wirklich drauf habe", sagte die 31-Jährige WM-Vierte von Moskau 2013 im ZDF. Bei der WM in London will sie am Mittwoch (09.08.17, 20.10 Uhr, im Ersten und im Livestream auf sportschau.de) auch in der Weitsprung-Qualifikation an den Start gehen.

Dieses Thema im Programm:

Das Erste | Leichtathletik-WM 2017 London | 05.08.2017 | 11:00 Uhr

Stand: 06.08.17 23:55 Uhr