Johannes Vetter © dpa Fotograf: Bernd Thissen

04:16 min | 12.08.2017 | Das Erste

Vetter holt sich WM-Gold - Röhler nur Vierter

Speerwerfer Johannes Vetter hat sich nach einem tollen Wettkampf bei der WM in London mit Gold belohnt. Thomas Röhler verpasste Bronze um sechs Zentimeter, Andreas Hofmann wurde Achter.

Speerwurf

Speer-Gold für Vetter - Röhler geht leer aus

Johannes Vetter ist Speerwurf-Weltmeister. Der Offenburger stellte auch im Finale von London seine Topform unter Beweis und gewann Gold. Olympiasieger Thomas Röhler ging überraschend leer aus und wurde hinter den beiden Tschechen Jakub Vadljech und Petr Frydrych nur Vierter.

Den letzten Versuch schleuderte Johannes Vetter einfach nur noch raus. Egal, der Offenburger stand bereits als Speerwurf-Weltmeister fest und verdrückte schon vor seinem letzten Anlauf eine Träne. Der 24-Jährige machte direkt kehrt und rannte zum Bundestrainer Boris Obergföll. Beide fielen sich mit Tränen in den Augen in die Arme. "Das ist ein ganz besonderer Abend, ein großer Moment. Nach meiner Frau Christina 2013 ist wieder jemand aus meinem Team Weltmeister. Das ist etwas ganz Besonderes. Es war eine knappe Nummer, das hätte auch anders ausgehen können", sagte der Bundestrainer im ZDF.

Johannes Vetter © dpa - Bildfunk Fotograf: Bernd Thissen/dpa

03:46 min | 13.08.2017 | Das Erste

Gold! Vetter am Ziel seiner Träume

Gold und die Hymne - Johannes Vetter hat den verdienten Lohn für seine außergewöhnliche WM-Leistung erhalten. Die Siegerehrung war für den Speerwurf-Weltmeister ein emotionaler Moment.

Taktik "Auftakt-Paukenschlag" geht wieder auf

Vetter war hingegen schon früh klar, dass er es aufs Treppchen schaffen würde. "Nach den ersten zwei Versuchen war mir klar, dass es für eine Medaille reicht, aber noch nicht, für welche Farbe", sagte der deutsche Meister, der den Speer gleich im ersten Anlauf auf 89,89 m geworfen und damit die Konkurrenz geschockt hatte. Die biss sich im weiteren Finale die Zähne an dieser Weite aus, der schon in der Qualifikation mit 91,20 m im ersten Versuch die Taktik "Auftakt-Paukenschlag" angewendet hatte. Sechs Jahre nach dem Triumph von Matthias de Zordo in Daegu kürte sich damit wieder ein Deutscher zum Speerwurf-Weltmeister.

"Abartig": Mit 88 Metern Vierter

Ergebnisse

Leichtathletik, Speerwurf, Männer, Finale

Gold Flagge Deutschland GER Johannes Vetter
Silber Flagge Tschechien CZE Jakub Vadlejch
Bronze Flagge Tschechien CZE Petr Frydrych
4. Flagge Deutschland GER Thomas Röhler
5. Flagge Finnland FIN Tero Pitkämäki
8. Flagge Deutschland GER Andreas Hofmann

Ein Titel, den Thomas Röhler auch gerne gehabt hätte. Doch der Olympiasieger aus Jena, der in diesem Jahr seine Bestleistung auf deutsche Rekordweite von 93,90 m geschraubt hatte, ehe Vetter mit 94,44 m konterte, hatte nach seinem Auftaktwurf von 88,26 m nichts mehr hinzuzusetzen. Das reichte aber nur zu Rang vier. Die beiden Tschechen Jakub Vadljech (89,73 m) und Petr Frydrych (88,32 m) waren an diesem Tag mit perönlichen Bestleistungen besser. "Leider sind es nicht die zwei Medaillen geworden, die wir uns erhofft haben. Thomas hat aber auch einen starken Wettkampf gemacht, ist guter Vierter", sagte Bundestrainer Obergföll. Röhler nahm es sportlich: "Das ist Sport und das ist menschlich. Heute waren andere besser." Sein Kumpel Vetter hätte ihm mehr gegönnt: "Thomas hätte eine Medaille verdient gehabt. Mit 88 Metern wird man Vierter, das ist schon abartig."

Vor dem Finale hatten Röhler und Co. sogar von einem möglichen deutschen Treppchen geträumt. Doch Andreas Hofmann, immerhin als Nummer drei der Weltjahresbestenliste (88,79 m) angereist, kam lediglich auf 83,98 m und wurde Achter. "Der Platz ist toll, mit der Leistung heute bin ich nicht zufrieden", sagte Hofmann.

Titelträger

Die Weltmeister von London

Dieses Thema im Programm:

Das Erste | Leichtathletik-WM 2017 London | 11.08.2017 | 10:45 Uhr

Stand: 12.08.17 22:54 Uhr