Marathonläuferin Edna Kiplagat läuft bei der WM in Moskau jubelnd ins Ziel. © dpa bildfunk Fotograf: Kerim Okten

Marathon

Kiplagat gewinnt erstes WM-Gold in Moskau

Die Kenianerin Edna Kiplagat hat das erste WM-Gold in Moskau gewonnen: Nach 42,195 Kilometern sicherte sie sich den Sieg im Marathon der Frauen vor Valeria Straneo aus Italien und der Japanerin Kayoko Fukushi. Kiplagat verteidigte damit ihren Titel von Daegu 2011.

Edna Kiplagat ist am Samstag (10.08.13) in Moskau ein historischer Erfolg gelungen: Die Kenianerin ist die erste Marathon-Läuferin, die bei zwei aufeinanderfolgenden Weltmeisterschaften triumphieren konnte. Nach ihrem WM-Erfolg 2011 in Daegu gewann sie auch in Moskau über die 42,195 Kilometer lange Strecke. Bei schwül-heißen Temperaturen um 30 Grad Celsius entschied sie die erste von insgesamt 47 WM-Entscheidungen in 2:25:44 Stunden vor der Italienerin Valeria Straneo (2:25:58) und Kayoko Fukushi aus Japan (2:27:45) für sich. "Ich bin begeistert, dass ich meinen Titel verteidigt habe. Ich widme diesen Sieg meinem Ehemann, der mir die Zeit zum Trainieren lässt", sagte Kiplagat nach dem Rennen. Olympiasiegerin Tiki Gelana (Äthiopien) gab schon früh auf, die Weltjahresbeste Priscah Jeptoo (Kenia) - 2011 noch WM-Zweite - war nicht am Start. Erstmals bei einer WM waren keine deutschen Marathon-Läuferinnen gemeldet gewesen.

Kiplagat lässt es zunächst ruhig angehen

Läuferinnen während des Marathons © dpa - Bildfunk Fotograf: Yuri Kochetkov

Zu Beginn des Rennens hielt sich Edna Kiplagat (2.v.r.) noch zurück.

Um 14 Uhr Ortszeit hatten sich knapp 70 Läuferinnen im Luschniki-Stadion auf die Strecke quer durch Moskau begeben, die vorbeiführte an der Moskwa und Sehenswürdigkeiten der russischen Metropole wie dem Roten Platz. Kiplagat ließ es zunächst etwas ruhiger angehen, sparte Kräfte, indem sie andere die Führungsarbeit verrichten ließ. So lief die 33-Jährige nach zehn Kilometern eine knappe halbe Minute hinter der Spitze des Feldes, an die sich schon früh die Italienerin Straneo gesetzt hatte. Nach etwas mehr als der Hälfte des Rennens setzten sich die Medaillenanwärterinnen dann vom Rest des Feldes ab: Mit Kiplagat und Straneo konnten zunächst noch Meselch Melkamu aus Äthiopien und die Japanerin Fukushi mithalten.

Straneo kämpft bis zum Schluss

Läuferinnen während des Marathons © dpa - Bildfunk Fotograf: Srdjan Suki

Knapp 70 Läuferinnen waren beim WM-Marathon in Moskau an den Start gegangen.

Auf den letzten gut sechs Kilometern der Strecke in Richtung Ziel im Luschniki-Stadion mussten Melkamu und Fukushi abreißen lassen, sie konnten das hohe Tempo der beiden Führenden nicht mitgehen. Und so lieferten sich Kiplagat und Straneo dann ein schnelles Duell um den Titel. Die Kenianerin überließ dabei ihrer Konkurrentin aus Europa zunächst weiterhin die Führungsarbeit, schonte in ihrem Schatten wertvolle Kräfte für den Schlussspurt. Den zog die 33-Jährige knapp zwei Kilometer vor dem Ziel an, lief an Straneo vorbei und riss ein kleines Loch von zunächst etwa zehn, 20 Metern. "Ich war zuversichtlich, dass ich das Rennen nach 40 Kilometern entscheiden kann, also habe ich das Tempo erhöht", beschrieb die Weltmeisterin im Anschluss ihre Taktik. Die Italienerin gab sich nicht geschlagen, kämpfte bis zum Schluss verbissen um ihre Chance, die Afrikanerin wieder einzuholen. Das gelang zwar nicht, am Ende aber durfte die 37 Jahre alte Italienerin - Olympia-Achte in London 2012 - auch mit Platz zwei vollauf zufrieden sein. Der Marathon der Männer findet am kommenden Samstag (17.08.13/live bei sportschau.de) statt.

Stand: 10.08.13 14:27 Uhr