Kiprotich holt Marathon-Gold für Uganda

Stephen Kiprotich (l.) © dpa-bildfunk Fotograf: Yuri Kochetkov

Marathon

Kiprotich holt Marathon-Gold für Uganda

Der Olympiasieger Stephen Kiprotich hat auch bei den Leichtathletik-Weltmeisterschaften den Marathon bei den Männern gewonnen: Der Läufer aus Uganda hatte auf den letzten zwei Kilometern die besseren Reserven. Zum ersten Mal seit 2005 kommt damit der Marathon-Weltmeister nicht aus Kenia.

Stephen Kiprotich aus Uganda war erneut auf den Punkt topfit: Der Olympiasieger von London 2012 hat am Samstag (17.08.13) mit einer starken Vorstellung den Marathon der Männer bei den Leichtathletik-Weltmeisterschaften in Moskau gewonnen. In 2:09:51 Stunden setzte sich der 24-Jährige vor dem Weltjahresbesten Lelisa Desisa (2:10:12) und Tadese Tola (2:10:23) durch - beide aus Äthiopien. Einen möglichen kenianischen Marathon-Doppelsieg gab es damit bei dieser WM auf der 42,195 Kilometer langen Strecke nicht: Eine Woche nach dem Sieg von Edna Kiplagat im Rennen der Frauen kam bei den Männern der beste Kenianer erst als Neunter ins Ziel: Peter Kimeli Some in 2:11:47 Stunden. Abel Kirui aus Kenia, der den Marathon bei den Weltmeisterschaften 2009 und 2011 gewonnen hatte und bei den Olympischen Spielen in London Zweiter, war in Moskau wegen einer Schienbein-Verletzung nicht an den Start gegangen. Auch 2007 hatte mit Luke Kibet ein Kenianer WM-Gold gewonnen. Vom Deutschen Leichtathletik-Verband war in Moskau kein Marathonläufer dabei.

Bis Kilometer 30 eine große Spitzengruppe

Das Rennen entlang der Moskwa war auf den ersten etwa 30 Kilometern eine weitgehend ereignislose Angelegenheit. Eine Gruppe von gut 20 Läufern bestimmte an der Spitze das Tempo, unter ihnen auch Tola, der Kenianer Peter Kimeli Some sowie Kiprotich. Dieses Trio zog kurz nach der 30-Kilometer-Marke das Tempo ein erstes Mal entschlossener an, riss die große Gruppe auseinander. Entscheidend absetzen aber konnten sich die drei noch nicht: Zunächst schloss Desisa zu ihnen auf, auch der Äthiopier Tsegay Kebede und Kentaro Nakamoto aus Japan waren bis Kilometer 35 wieder vorne mit dabei.

Kiprotich lässt Desisa keine Chance

Stephen Kiprotich jubelt mit Fahne © dpa-bildfunk Fotograf: Bernd Thissen

Nach Gold bei den Olympischen Spielen gewinnt Kiprotich auch den WM-Titel.

Den stärksten Eindruck zu diesem Zeitpunkt des Rennens aber machten Kiprotich und Tola, die immer wieder das Tempo forcierten und ihre Chance zur Flucht nach vorne suchten. Mithalten mit diesem Duo konnte noch Desisa. Bei Kilometer 40 kam dann der vorentscheidende Antritt von Kiprotich: Mit ihm konnte nur noch Desisa mithalten, Tola musste für sein bisher hohes Tempo bezahlen. Je näher es dann Richtung Ziel im Luschniki-Stadion ging, desto mehr zeigte sich, in welcher starken Verfassung Kiprotich nach gut zwei Stunden noch war: Der Olympiasieger spielte beinahe mit seinem Gegner Desisa, lief Schlangenlinien, um den Äthiopier abzuschütteln - und hatte das schließlich noch vor dem Einlauf ins Stadion geschafft. Der 24-Jährige konnte siegesgewiss die letzten Meter des Rennens genießen, riss dann im Ziel jubelnd die Arme in die Höhe. "Ich bin so glücklich, dass ich eine weitere Medaille für mein Land gewonnen habe", sagte Kiprotich, der nach dem Äthiopier Gezahegne Abera (2000 in Sydney und 2001 in Edmonton) der zweite Marathonläufer ist, der nacheinander olympisches Gold und den WM-Titel gewonnen hat. "Nach 40 Kilometern habe ich realisiert, dass ich gewinnen kann. Da habe ich angefangen, Druck zu machen. Aber meine Gegner waren stark, ich musste einige Taktiken ausprobieren", so der neue Weltmeister.

Stand: 17.08.13 15:51 Uhr