Gesa-Felicitas Krause © dpa Fotograf: David J. Phillip

3.000 m Hindernis

Bronze! Krause erfüllt sich ihren Traum

Gesa Felicitas Krause hat bei der Leichtathletik-WM für eine Sensation gesorgt. Die 23-Jährige sicherte sich über 3.000 m Hindernis Bronze. Es ist das erste deutsche WM-Edelmetall auf dieser Strecke überhaupt und die erste Laufmedaille im Einzel für den DLV seit 14 Jahren. 2001 hatte Ingo Schultz in Edmonton über 400 m Silber geholt.

Als das Laufwunder vollbracht war, schlug Gesa Felicitas Krause immer wieder ungläubig die Hände vor das Gesicht, dann machte sie sich mit der deutschen Fahne auf die Ehrenrunde und ließ sich feiern. "Ich kann das noch gar nicht richtig fassen. In den vergangenen Wochen ist das Szenario in meinen Träumen immer wieder aufgetaucht. Als das Rennen so langsam war, habe ich gemerkt, dass ich eine Medaille holen kann", sagte die Frankfurterin der ARD und verdrückte ein paar Freudentränen.

Zwischendurch sogar auf Gold-Kurs

Am letzten Hindernis hatte die 23-Jährige, die in persönlicher Bestzeit von 9:19,25 Minuten ins Ziel kam, sogar noch auf Gold-Kurs gelegen, wurde im Endspurt aber noch von der Kenianerin Hyvin Kiyeng Jepkemoi (9:19,11) und der Olympia-Zweiten Habiba Ghribi aus Tunesien (9:19,24) abgefangen. Zu Silber fehlte am Ende nur die Winzigkeit von einer Hundertstelsekunde. "Zwischendurch habe ich gedacht, sogar Gold ist möglich, aber die anderen waren schneller. Ich bin mit Bronze sehr, sehr glücklich", sagte Krause, die bei ihrem beeindruckenden Auftritt den deutschen Rekord von Antje Möldner-Schmidt (9:18,54) aus dem Jahr 2009 nur um 71 Hundertstelsekunden verpasste.

"Will eine Welle losbrechen"

Sie sei mit dem Ziel nach Peking gereist, um eine Medaille mitlaufen zu wollen, bekannte die Frankfurterin, habe dies aber im Vorfeld nicht laut gesagt: "Mir war bewusst, dass ich vorne mitmischen kann, wenn das Rennen nicht zu schnell ist. Jetzt bin ich überglücklich. Der Sport kostet Entbehrungen, das sind die Momente und die Belohnungen für diese Mühen." Die historische Dimension ihres Medaillengewinns sei ihr nicht klar, sagte die EM-Dritte von 2012, die ihren überragenden Erfolg erst Ende September nach Saisonende richtig feiern wird: "Ich weiß aber, dass in der öffentlichen Wahrnehmung nur Medaillen zählen und das hat mich in den letzten Jahren auch gewurmt." Sie hoffe, ihr dritter Platz sei ein Zeichen für den Laufbereich, dass alles möglich ist: "Ich wünsche mir, dass ich eine Welle losbrechen konnte."

Stand: 26.08.15 15:11 Uhr