Raum und Schild für die Doping-Kontrolle bei der WM in Peking © imago/Sven Simon

Doping

Doping: Weltverband suspendiert zwei Kenianerinnen

Bei der Leichtathletik-WM in Peking gibt es die ersten beiden Dopingfälle. Zwei Läuferinnen aus Kenia sind positiv getestet worden. Der Weltverband suspendierte sie vorläufig.

Wie die IAAF am Mittwoch (26.8.15) mitteilte, handelt es sich bei den Athletinnen um 400-m-Läuferin Joyce Zakary und Hürdenspezialistin Koki Manunga. Die Läuferinnen hätten die vorläufige Suspendierung nach den positiven Dopingtests vom 20. bzw. 21. August akzeptiert, hieß es in der Mitteilung der IAAF. Zuvor hatte das Nachrichtenportal "sportnewsarena" berichtet, dass bei beiden ein maskierendes Mittel für eine Dopingsubstanz festgestellt worden sei. Sportlern und Verband sei das positive Ergebnis am Dienstagabend (25.8.15) kurz vor dem sensationellen Gold-Lauf des Kenianers Nicholas Bett über 400 m Hürden mitgeteilt worden. Kenias Teamleitung kommentierte die Berichte zunächst nicht. Joyce Zakary war im Vorlauf am Montag (24.8.15) in 50,71 Sekunden Landesrekord über 400 Meter gelaufen, zum Halbfinale am Dienstag aber ohne Angabe von Gründen nicht angetreten. Koki Manunga war in der ersten Runde über 400 Meter Hürden klar ausgeschieden.

Vertuschung und angekündigte Dopingtests in Kenia

Der nationale Verband Kenia Athletics war zuletzt stark in Erklärungsnot geraten. Seit 2012 wurden über 30 Athleten wegen Dopings gesperrt. Der Verband soll laut ARD-Informationen systematisch Doping-Missbrauch unterstützt und vertuscht haben. Zudem berichteten Athleten und Betreuer der ARD gegenüber von angekündigten Dopingkontrollen. Bei der WM in Peking führten die Kenianer den Medaillenspiegel nach vier Wettkampftagen deutlich an.

Obergföll: Es liegt einiges im Argen

Speerwurf-Weltmeisterin Christina Obergföll zeigte sich von der Nachricht kaum überrascht. "Manche Leistungen sind nur schwer nachzuvollziehen", sagte die 33-Jährige. In der Leichtathletik liege "einiges im Argen, es muss etwas passieren". Und DLV-Sportdirektor Thomas Kurschilgen sagte: "Wir bewegen uns im Spitzensport auf einem Weg, wo Leistungen scheinbar immer weniger manipulationsfrei erbracht werden. Das hindert die fairen und sauberen Sportler daran, den verdienten Lohn ihrer Arbeit in Form von Finalplatzierungen und Medaillen entgegenzunehmen."

Bei der WM 2013 in Moskau hatte es sieben Dopingfälle gegeben. Prominentester Athlet war dabei der fünftplatzierte Speerwerfer Roman Awramenko (Ukraine).

Stand: 26.08.15 13:06 Uhr