David Storl im Finale des Kugelstoßens. © dpa Fotograf: Michael Kappeler

Kugelstoßen

Silber für Storl nach spannendem Kugelstoß-Finale

Kugelstoßer David Storl hat den dritten WM-Titel in Folge verpasst, aber Silber gewonnen. In einem spannenden Finale in Peking musste er sich dem Weltjahresbesten Joe Kovacs geschlagen geben. Der US-Amerikaner lag am Ende 19 Zentimeter vor dem Deutschen. Bronze ging an O'Dayne Richards aus Jamaika, der zwischenzeitlich in Führung gelegen hatte.

Dreimal hintereinander Kugelstoß-Weltmeister werden, so lautete das Ziel von David Storl vor Beginn der WM in Peking und auch nach der locker geschafften Qualifikation in der Frühsession des zweiten Wettkampftages am Sonntag (23.8.15). Entsprechend enttäuscht zeigte sich der 25-jährige Leipziger, als es am Ende nur Platz zwei herausgesprungen war. "Klar wollte ich meinen Titel verteidigen. Aber es war überhaupt nicht mein Wettkampf, ich habe technisch unsauber gearbeitet", sagte Storl im Ersten. "Ich bin froh, dass es noch zu Platz zwei gereicht hat." Der Schweizer Werner Günthör ist damit weiter der einzige Kugelstoßer, der drei WM-Titel in Serie feiern konnte: 1987, 1991 und 1993. Nach dem WM-Titel für Christina Schwanitz am Samstag (22.8.15) hätte Storl zudem für einen historischen Erfolg sorgen können: Noch nie ging bei einer WM Männer- und Frauen-Gold im Kugelstoßen ins selbe Land.

Richards setzt Storl und Kovacs unter Druck

Weltmeister im Kugelstoßen: Joe Kovacs © dpa Fotograf: Diego Azubel

Mit Joe Kovacs ist der Weltjahresbeste Weltmeister geworden.

Dabei hatte es das Finale im Pekinger "Vogelnest" in sich: Der Wettkampf der elf Finalteilnehmer nahm gleich im ersten Durchgang Fahrt auf. Während Storls Auftaktversuch ungültig war, setzte sich Kovacs mit einem Stoß auf 21,23 m gleich an die Spitze des Klassements. Doch dort blieb er nicht ununterbrochen: Storl konterte im zweiten Versuch, holte sich mit 21,46 m die Führung. Doch vom Goldkurs kam er schon im dritten Versuch wieder ab: O'Dayne Richards aus Jamaika wuchtete die Kugel auf 21,69 m, stellte damit seine persönliche Saisonbestleistung und den Landesrekord ein. Im vierten Durchgang kam Storl nur auf 20,44 m, während Kovacs (21,67 m) und auch der Neuseeländer Tomas Walsh (21,58 m) am Deutschen vorbeizogen und ihn somit sogar auf Rang vier verdrängten. Doch Storl zeigte sich kämpferisch: Kovacs' starken Stoß auf 21,93 m konnte er zwar nicht übertreffen, aber seine 21,74 m reichten am Ende, um immerhin Richards und Walsh auf Distanz zu halten und Silber zu gewinnen. "Im Finale geht jeder ans Limit. Aber ich war verkrampft, und es war schwer, wieder die Linie zu finden", haderte Storl nach dem Wettkampf damit, nicht den erhofften 22-Meter-Stoß erreicht zu haben.

Knie schmerzt auch nach einer OP

Seine Knieprobleme, mit denen der 25-Jährige seit Langem zu kämpfen hat, führte er nicht als Grund für den verpassten WM-Titel an. Zwar ließ er sich während des Wettkampfes kurz behandeln, doch seine Linie habe er "irgendwo auf dem Weg ins Stadion" verloren. Um seine Schmerzen zu lindern, bekam Storl regelmäßig Spritzen. Eine Knie-OP im vergangenen Herbst hatte keine Linderung gebracht. "Die entzündete Sehne ist doppelt so dick wie im vergangenen Jahr", sagte der DLV-Athlet. Eine erneute Operation scheut er, weil er dadurch seine Teilnahme an den Olympischen Spielen 2016 in Rio de Janiero gefährden würde.

Dieses Thema im Programm:

Sportschau live, 29.08.2015, 10.50 Uhr

Stand: 23.08.15 17:29 Uhr