02:55 min | 29.09.2019 | Das Erste

100 m Frauen: Fraser-Pryce wie ein Torpedo zum Titel

Shelly-Ann Fraser-Pryce trommelte bei der Leichtathletik-WM in Doha im Finale über 100 m mit 10,71 Sekunden eine Weltjahresbestleistung auf die Bahn. Vier Läuferinnen blieben unter elf Sekunden.

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100 m - Fraser-Pryce sprintet zum vierten WM-Gold

Shelly-Ann Fraser-Pryce hat sich in Doha erneut zur Sprintkönigin gekürt. Die Jamaikanerin gewann in Weltjahresbestzeit ihre vierte WM-Goldmedaille über 100 m und schrieb damit Leichtathletik-Geschichte. Die deutschen Sprinterinnen Gina Lückenkemper und Tatjana Pinto hatten das Finale klar verpasst.

Es war ein Start-Ziel-Sieg für die Topfavoritin: Shelly-Ann Fraser-Pryce ließ der Konkurrenz auf den anderen Bahnen im Khalifa-Stadion in Doha am Sonntagabend (29.09.19) keine Chance. In 10,71 Sekunden lief sie über die Ziellinie, die Britin Dina Asher-Smith hatte in 10,83 Sekunden (Landesrekord) zwölf Hundertstelsekunden Rückstand - auf der kurzen Sprintstrecke ist das eine Ewigkeit. Marie Josee Ta Lou von der Elfenbeinküste lief in 10,90 Sekunden zur Bronzemedaille.

Zehnte WM-Medaille in der Sammlung

Die nur 1,52 Meter große Fraser-Pryce hatte auch bei den Weltmeisterschaften 2009 in Berlin, 2013 in Moskau und 2015 in Peking über 100 Meter triumphiert. Vier WM-Titel auf dieser Strecke - das hat außer "Pocket Rocket" niemand geschafft. Sie ist mit 32 Jahren auch die älteste 100-m-Weltmeisterin und hat nun insgesamt zehn WM-Medaillen in ihrer Sammlung. 2008 und 2012 hatte die Jamaikanerin zudem Olympia-Gold geholt. In Doha gewann sie ihren ersten großen Titel als Mutter. "So zurückzukommen, nachdem ich ein Baby bekommen habe - was für eine wundervolle Reise. Ich bin so glücklich", sagte Fraser-Pryce und feierte den Titel mit ihrem Sohn Zyon auf dem Arm.

Titelverteidigerin Tori Bowie (USA) war nach schwacher Leistung im Vorlauf nicht zum Halbfinale angetreten. Die Niederländerin Dafne Schippers, WM-Dritte 2017, verletzte sich beim Warmmachen für das Finale und fehlte beim Rennen um die Medaillen.

02:07 min | 29.09.2019 | Das Erste | Autor/in: Sven Kaulbars

Perspektive von unten: Ärger über Startblock-Kamera

Bei der Leichtathletik-WM in Doha gibt es eine neue Startblock-Kamera, die die Athletinnen und Athleten von unten filmt. Für Gina Lückenkemper und Tatjana Pinto ein Unding, nicht nur wegen der Perspektive.

Lückenkemper und Pinto unzufrieden

Die EM-Zweite Gina Lückenkemper vom SCC Berlin lief im Halbfinale 11,30 Sekunden - und wurde damit letzte in ihrem Lauf. "Ich habe heute irgendwie schmerzende Beine, da sind 100 Meter doch noch verdammt lang", sagte Lückenkemper bei ONE. "Irgendwie ist dieses Jahr über 100 Meter im Einzel bei mir total der Wurm drin."

Auch die deutsche Meisterin Tatjana Pinto aus Paderborn war in ihrem Halbfinale ohne Chance, in 11,29 Sekunden wurde sie Fünfte in ihrem Lauf. "Da ist einiges, woran ich noch arbeiten muss, ich bin gerade sehr enttäuscht", sagte Pinto. Als bislang letzte deutsche Läuferin hatte Melanie Paschke 1997 bei der WM in Athen den Endkampf über 100 Meter erreicht.

Während Pinto bereits am Montag (30.09.19) den Vorlauf über 200 Meter bestreitet, wird Lückenkemper mit ihr zusammen nur noch über 4 x 100 Meter an den Start gehen. Das deutsche Sprint-Quartett führt die Weltjahresbestenliste mit einer Zeit von 41,67 Sekunden an.

Dieses Thema im Programm:

Das Erste | Sportschau | Leichtathletik-WM 2019 in Doha | 29.09.2019 | 18:50 Uhr

Stand: 29.09.19 22:28 Uhr