Malaika Mihambo © imago images / Beautiful Sports

01:22 min | 06.10.2019 | Das Erste

7,30 m! Mihambos Wahnsinns-Satz zu Gold

Da freuten sich selbst ihre Kontrahentinnen mit ihr: der Satz auf 7,30 m zu Weitsprung-Gold von Malaika Mihambo bei der Leichtathletik-WM in Doha.

Weitsprung

Weitsprung-Gold! - Mihambo fliegt 7,30 m

Favoritin Malaika Mihambo hat im Weitsprung-WM-Finale dem Druck stand gehalten - und wie! Mit persönlicher Bestleistung von 7,30 m gewann sie überlegen die Goldmedaille und katapultierte sich in die Top 10 der weitesten Sprünge. Es war der zweite WM-Titel für das deutsche Team in Doha nach Niklas Kauls Gold im Zehnkampf.

Die Gratulationen zum WM-Titel gab es für Malaika Mihambo am Sonntag (06.10.2019) im Khalifa-Stadion in Doha von ihren elf Finalkonkurrentinnen bereits nach dem dritten Versuch: Einem verhaltenen ersten Sprung auf 6,52 m und einem ungültigen zweiten ließ die 25-Jährige einen perfekten Satz folgen: 7,30 m - so weit war seit drei Jahren keine Weitspringerin auf der Welt mehr gesprungen. "7,30 m sind wow, Weltmeisterin zu sein ist auch einfach wow. Mir fehlen die Worte", sagte die Goldmedaillengewinnerin im Sportschau-Interview. "Es war irgendwie der optimale Sprung."

Malaika Mihambo © imago images/Beautiful Sports

03:35 min | 06.10.2019 | Das Erste

Mihambo: "7,30 m und Weltmeisterin - einfach wow"

Malaika Mihambo hat sich mit überragenden 7,30 m zur Weitsprung-Weltmeisterin gekürt. Das Interview mit der Goldmedaillengewinnerin von Doha.

Persönliche Bestleistung um 14 Zentimeter gesteigert

Mihambo deklassierte ihre Kontrahentinnen um den Titel deutlich und verbesserte ihre persönliche Bestleistung um 14 Zentimeter. Silber sicherte sich die Ukrainerin Maryna Bekh-Romanschuk mit 6,92 m. Die Zweite der Weltjahresbestenliste, Ese Brume aus Nigeria, gewann Bronze mit 6,91 m. Die Titelverteidigerin und insgesamt vierfache Weltmeisterin Brittney Reese (USA) war in der Qualifikation ausgeschieden.

Mihambo auf den Spuren von Heike Drechsler

Mit ihrem Gold-Sprung auf 7,30 m erzielte Mihambo die zehnbeste je gesprungene Weite auf der Welt - nur elf Frauen sprangen bisher weiter als die DLV-Athletin. In der ewigen Weltbestenliste im Weitsprung liegt sie als zweite Deutsche hinter Heike Drechsler, die mit dem deutschen Rekord von 7,48 m (aufgestellt 1988) dort Rang drei inne hat, auf Rang zwölf. Der weiteste Satz jemals gelang 1988 Galina Chistyakova aus der damaligen Sowjetunion: 7,52 m bedeuten bis heute Weltrekord.

Drechsler: "Ich gönne es ihr von Herzen"

Drechsler ist auch die einzige Deutsche, die vor Mihambo Weltmeisterin im Weitsprung geworden war: 1983 in Helsinki und 1993 in Stuttgart. "Ich freue mich wahnsinnig für sie, das hat sie sich verdient. Ich gönne es ihr von Herzen", sagte Drechsler dem Sport-Informationsdienst (SID) zu Mihambos Goldsprung. Drechslers deutscher Rekord scheint möglich für Mihambo. "Ich bin gespannt, wo das noch hinführen kann. Ich weiß, dass ich noch schneller werden und auch noch ein bisschen Kraft zulegen kann", sagte die 25-Jährige.

Beeindruckende Weitsprung-Saison

Mit dem WM-Sieg veredelte die Athletin der LG Kurpfalz eine herausragende Saison. Sie hatte in diesem Jahr bereits mehrfach die magische Sieben-Meter-Marke übersprungen, Anfang August mit 7,16 m bei den deutschen Meisterschaften ihre bis zum WM-Finale gültige persönliche Bestleistung aufgestellt.

Gonschinska: "Malaika Mihambo hat ein Glanzlicht gesetzt"

Dass die Europameisterin von Berlin 2018 als klare Goldfavoritin bei den Leichtathletik-Weltmeisterschaften in Doha antreten würde, war klar. Diese Rolle nahm sie im Khalifa-Stadion auch entsprechend selbstbewusst an: "Ich weiß, dass ich auf einem sehr hohen Niveau bin", hatte sie nach der Qualifikation am Samstag (05.10.2019) gesagt, als sie mit 6,98 m ebenfalls weiter als alle anderen Springerinnen kam. "Zum Abschluss der WM hat Malaika Mihambo ein absolutes Glanzlicht gesetzt mit einem sehr dominanten Wettkampf", sagte DLV-Generaldirektor Idriss Gonschinska.

Mit Gold ab in den Urlaub

Spätestens mit diesem Triumph gehört Mihambo bei den Sommerspielen 2020 in Tokio zu den absoluten deutschen Medaillenhoffnungen - wenn sie gesund bleibt und ihre Form ins nächste Jahr bringen kann. Jetzt ist allerdings erst einmal Erholung angesagt, und zwar sofort. Für die Weltmeisterin geht's vier Wochen in den Urlaub nach Thailand. Abflug: Montagfrüh um 8.30 Uhr ...

Dieses Thema im Programm:

Das Erste | Sportschau | Leichtathletik-WM 2019 in Doha | 05.10.2019 | 16:04 Uhr

Stand: 06.10.19 21:14 Uhr