02:07 min | 29.09.2019 | Das Erste | Autor/in: Sven Kaulbars

Perspektive von unten: Ärger über Startblock-Kamera

Bei der Leichtathletik-WM in Doha gibt es eine neue Startblock-Kamera, die die Athletinnen und Athleten von unten filmt. Für Gina Lückenkemper und Tatjana Pinto ein Unding, nicht nur wegen der Perspektive.

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IAAF reagiert auf Kritik an Startblockkameras

von Chaled Nahar

Die IAAF hat auf die Kritik an den neuen Startblockkameras bei der Leichtathletik-WM in Doha reagiert. Die Kameras würden sich nun erst kurz vor dem Start einschalten, Aufnahmen von unten beim Einsteigen in den Block gebe es nicht.

Nachdem auch einige deutsche Läuferinnen deutliche Kritik an den Kameras in den Startblöcken geäußert hatten, nahm der Deutsche Leichtathletik-Verband (DLV) Kontakt zu den Verantwortlichen der IAAF auf. Dabei wurde laut DLV ein Kompromiss geschlossen.

Zunächst schwarz geschaltet, später gelöscht

Kameras in einem Startblock © dpa-Bildfunk Foto: Michael Kappeler/dpa

Diskussionswürdig: Startblöcke mit installierten Kameras.

"Die Signale der 'Upper Cameras' im Startblock werden im Kontrollraum auf dem Hauptscreen schwarz geschaltet und auf einem Nebenscreen so verkleinert dargestellt, dass nichts mehr zu erkennen ist", teilte der DLV mit. "Erst wenn die Athleten im Block 'sitzen' wird das Signal wieder groß dargestellt und ggf. auch im TV bzw. im Stadion gezeigt." Es werde nur "die finale Blockstellung" der Athletinnen und Athleten gezeigt.

Generell würden die Videodaten "täglich gelöscht", teilte der DLV mit. Bei der WM werden die Kameras demnach nur bei den 100-Meter-Läufen und beim Hürdensprint genutzt.

Lückenkemper: "War da eine Frau dran beteiligt?"

Das Ergebnis der Gespräche wurde Tatjana Pinto und Gina Lückenkemper vor ihrem Halbfinale mitgeteilt. Die beiden deutschen Sprinterinnen hatten die neuen Kameras kritisiert. "Wir, in diesen kurzen Sachen - und dann müssen wir da immer drübersteigen. Das ist ziemlich unangenehm. Das finde ich doof als Frau", sagte Lückenkemper in der ARD. "Ob eine Frau an dieser Entwicklung beteiligt war mit diesen Kameras? Das wage ich ehrlich gesagt zu bezweifeln."

Auch Pinto sagte, es sei "sehr fragwürdig, die Kamera da zu platzieren." Sie wusste zunächst gar nicht, das es solche Aufnahmen gibt.

Blöcke können auch sportliche Folgen haben

Die neuen Blöcken können auch sportliche Folgen haben. Lückenkemper hatte in ihrem Vorlauf mit der linken Fußspitze die Kante des Startblocks gestreift, der ungewohnt lang ist.

Die Idee Kamera sei es, "die Kommunikation zwischen Athlet und Zuschauer durch eine innovative Eventpräsentation zu verbessern", schrieb der DLV.

Dieses Thema im Programm:

Das Erste | Sportschau | Leichtathletik-WM 2019 in Doha | 27.09.2019 | 16:10 Uhr

Stand: 29.09.19 21:52 Uhr