00:41 min | 27.09.2019 | Das Erste

Sportsgeist über 5.000 m - Letzter trägt den Vorletzten ins Ziel

Im Vorlauf über 5.000 m zeigt Braima Suncar Dabó aus Guinea-Bissau Sportsgeist, als er seinem erschöpften Konkurrenten Jonathan Busby ins Ziel hilft.

5.000 m

Große Fairplay-Geste im 5.000-m-Rennen

Die Leichtathletik-Weltmeisterschaften in Doha (Katar) haben am ersten Wettkampftag am eine große Geste des Fairplay erlebt: Im Vorlauf über 5.000 m packte Braima Suncar Dabó aus Guinea-Bissau rund 200 Meter vor dem Ziel den völlig entkräfteten Jonathan Busby von der Karibikinsel Aruba und schleppte ihn unter dem Jubel der Zuschauer im Schritttempo über die Ziellinie. Für den Leichtathletik-Weltverband war das ein Grund, später noch regeltechnisch einzuschreiten.

Als in der Fernsehübertragung im Ersten gerade Richard Ringer auf der Tribüne des Khalifa International Stadium sein WM-Aus nach der Vorrunde erklären sollte, spielten sich im Hintergrund im wahrsten Sinne des Wortes ergreifende Szenen ab: Braima Suncar Dabó aus Guinea-Bissau hatte in der vorletzten Kurve des Rennens den taumelnden Jonathan Busby aufgefangen - und ließ ihn nun auf der Zielgeraden nicht mehr los. Ringer klatschte wie die anderen Zuschauer Beifall für den fairen Sportsgeist von Dabo - und als Unterstützung für den angeschlagenen Busby.

"Unerlaubt Hilfe genossen": Busby disqualifiziert

Ergebnisse

Leichtathletik, 5000 m, Männer, 1. Vorlauf

1. Q Flagge Äthiopien ETH Selemon Barega
2. Q Flagge Kenia KEN Jacob Krop
3. Q Flagge Äthiopien ETH Muktar Edris
4. Q Flagge Norwegen NOR Jakob Ingebrigtsen
5. Q Flagge Kanada CAN Mohammed Ahmed
16. Flagge Deutschland GER Richard Ringer

Leichtathletik, 5000 m, Männer, 2. Vorlauf

1. Q Flagge USA USA Paul Chelimo
2. Q Flagge Äthiopien ETH Telahun Haile Bekele
3. Q Flagge Norwegen NOR Filip Ingebrigtsen
4. Q Flagge Australien AUS Stewart Mcsweyn
5. Q Flagge Kenia KEN Nicholas Kipkorir Kimeli
13. Flagge Deutschland GER Sam Parsons

Um die große Fairplay-Geste perfekt zu machen, schob Dabó Busby noch vor sich über die Ziellinie - rund fünf Minuten hinter Sieger Selemon Barega aus Äthiopien. Busby hatte dann immerhin noch die Kraft, seine Stoppuhr am Handgelenk zu drücken, bevor er auf die Laufbahn sank und nach Luft schnappte. "Ich wollte ihm einfach nur helfen, das Ziel zu erreichen. Ich denke, jeder hätte es genauso gemacht", sagte der in Portugal studierende Dabó.

Für die zwei Außenseiter stand letztlich eine persönliche Bestzeit zu Buche: Für Busby blieb die Uhr bei 18:10,68 Min. stehen, für Dabó bei 18:10,87 Min. - allerdings hatten beide zuvor noch kein offizielles 5.000-m-Rennen bestritten.

Der Weltverband zeigte wenig Herz für die sportlich faire Aktion: Busby wurde disqualifiziert, weil er gemäß Regel 144.3 unerlaubte Hilfe genossen hatte. In den Sozialen Medien hingegen sind die beiden Sportsmänner die ersten Stars der noch jungen WM.

International

Typen und Top-Athleten bei der WM in Doha

Dieses Thema im Programm:

Das Erste | Sportschau | Leichtathletik-WM 2019 in Doha | 27.09.2019 | 16:10 Uhr

Stand: 27.09.19 22:21 Uhr