137:12 min | 05.10.2019 | Das Erste

Der WM-Marathon der Männer in voller Länge

Äthiopischer Doppelsieg beim Marathon der Männer in Doha: WM-Gold ging an Lelisa Desisa, Silber holte Mosinet Geremew. Bronze gewann der Kenianer Amos Kipruto. Das ganze Rennen zum Nachschauen im Video.

Marathon

Äthiopier Desisa gewinnt Nacht-Marathon in Doha

Lelisa Desisa aus Äthiopien hat den WM-Marathon in Doha bei angenehmeren Temperaturen als zuletzt für sich entschieden: Am frühen Sonntagmorgen (06.10.2019) gewann er knapp vor seinem Landsmann Mosinet Geremew. Der Brite Callum Hawkins verpasste eine Medaille nur um sechs Sekunden.

Lelisa Desisa, der 2013 WM-Zweiter in Moskau geworden war, schlug in einer Spurtentscheidung in 2:10:40 Stunden seinen äthiopischen Landsmann Mosinet Geremew (2:10:44). Bronze ging an Amos Kipruto aus Kenia (2:10:51). "Es war heiß, aber ich war perfekt vorbereitet", sagte Desisa nach dem Rennen. "Ich bin sehr müde, aber nach Silber in Moskau habe ich mir diesmal meine Kräfte besser eingeteilt."

Für Titelverteidiger Geoffrey Kirui aus Kenia, der in Doha seinen ersten Marathon in diesem Jahr bestritt, reichte es dieses Mal nicht für einen Platz in den Top Ten, er wurde 14. (2:13:54). Deutsche Läufer waren nicht am Start.

Ergebnisse

Leichtathletik, Marathon, Männer, Rennen

Gold Flagge Äthiopien ETH Lelisa Desisa
Silber Flagge Äthiopien ETH Mosinet Geremew
Bronze Flagge Kenia KEN Amos Kipruto
4. Flagge Großbritannien GBR Callum Hawkins
5. Flagge Südafrika RSA Stephen Mokoka

Ayala auf den ersten 20 Kilometern Solist

Die Geschichte des WM-Marathons in Doha schrieb auf den ersten 20 Kilometern Derlys Ayala aus Paraguay. Der 29-Jährige hatte sich kurz nach dem Start mit einem geglückten Ausreißversuch an die Spitze des Feldes gesetzt, zwischenzeitlich betrug sein Vorsprung vor den Verfolgern fast 70 Sekunden. Doch als die Hälfte des Rennens vorbei war, sah sich Ayala hinter einer sechsköpfigen Gruppe afrikanischer Läufer nur noch auf Platz sieben - wenig später musste er seinem hohen Tempo und dem langen Solo-Lauf Tribut zollen und stieg aus.

Entscheidung fällt erst auf den letzten Metern

In Abwesenheit von Olympiasieger und Weltrekordler Eliud Kipchoge aus Kenia hatten es die Favoriten auf den Titel genau andersherum gemacht als der Paraguayer Ayala: Der Äthiopier Geremew, viertschnellster Läufer auf der Marathon-Strecke in diesem Jahr, hatte sich wie sein Teamkollege Desisa lange Zeit zurückgehalten, sie zeigten sich erst in der zweiten Hälfte des Rennens weit vorne. In einer fünfköpfigen Spitzengruppe lag bei Kilometer 40 überraschend und nach einer bravourösen Aufholjagd auch der Brite Callum Hawkins als einziger Europäer. Mit der Medaillenvergabe des Rennens hatte er aber am Ende als Vierter (2:10:57) - wie in London 2017 - ganz knapp nichts zu tun. Dieses Mal fehlten dem 27-Jährigen sechs Sekunden zu Platz drei.

Wieder schwierige Bedingungen für die Läufer

Während des Rennens, das um Mitternacht Ortszeit gestartet und um kurz nach zwei Uhr morgens zu Ende ging, herrschten in Doha an der Laufstrecke an der Uferpromenade Temperaturen von etwa 30 Grad Celsius. Die Luftfeuchtigkeit lag aber unter 50 Prozent. Beim Marathon der Frauen am ersten WM-Wettkampftag waren die Bedingungen deutlich härter gewesen.

Titelträger

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Dieses Thema im Programm:

Das Erste | Sportschau | Leichtathletik-WM 2019 in Doha | 05.10.2019 | 16:04 Uhr

Stand: 06.10.19 01:16 Uhr