Sebastian Coe, Präsident des Internationalen Leichtathletik Verbands IAAF, spricht bei der Pressekonferenz des Verbandes. © dpa picture alliance Foto: Michael Kappeler

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Sebastian Coe bleibt nach Wiederwahl IAAF-Präsident

Der Brite Sebastian Coe wird für vier weitere Jahre den Leichtathletik-Weltverband als Präsident führen. Auf dem IAAF-Kongress in Doha/Katar wurde der 62 Jahre alte frühere Weltklasseläufer am Mittwoch (25.09.19) einstimmig im Amt bestätigt. Coe hatte den Dachverband seit seiner Amtsübernahme im Jahr 2015 reformiert und aus einer tiefen Krise geführt. DLV-Präsident Jürgen Kessing kandidierte vergeblich um einen Sitz im IAAF-Council.

Der zweimalige Olympiasieger hatte bei seiner Wiederwahl zwei Tage vor dem Beginn der Leichtathletik-Weltmeisterschaften beim IAAF-Kongress in Doha/Katar keinen Gegenkandidaten. Seine neue Amtszeit dauert bis 2023. "Wir haben vier Jahre voller Veränderungen hinter uns, jetzt ist Zeit, etwas aufzubauen", sagte der ehemalige Weltklasse-Mittelstreckler nach der Wahl.

Coe führt den Verband seit 2015. Damals trat er die Nachfolge des skandalumwitterten Senegalesen Lamine Diack an, der die IAAF jahrelang nach Gutsherrenart führte. Inzwischen steht Diack in Frankreich unter Hausarrest, ihm soll in naher Zukunft gemeinsam mit weiteren Beschuldigten wegen aktiver und passiver Korruption der Prozess gemacht werden.

Russischer Dopingskandal prägte erste Amtszeit

Der 62-jährige Coe sah sich in seiner ersten Amtszeit mit der schwersten Krise der IAAF konfrontiert: Zu dem Diack-Skandal kam noch der russische Dopingskandal hinzu. Im November 2015 wurde der russische Verband aus der IAAF ausgeschlossen, erst am Montag wurde die Sperre erneut verlängert. Die nächsten vier Jahre seiner Amtszeit sollten doch bitte nicht wieder "von Russland dominiert werden", äußerte Coe nach seiner Wiederwahl einen Wunsch.

Die Kolumbianerin Ximena Restrepo, Olympiadritte von 1992 über 400 m, wurde in Doha zur ersten weiblichen Vizepräsidentin in der Geschichte der IAAF gewählt. Weitere Coe-Stellvertreter sind der einstige Stabhochsprung-Star Sergej Bubka (Ukraine) sowie Geoffrey Gardner (Norfolk-Inseln) und Nawaf Bin Mohammed Al Saud (Saudi Arabien).

DLV-Präsident Kessing nicht im IAAF-Council

"Er hat in einer schwierigen Situation so gut gearbeitet, dass es bei der Wahl zum IAAF-Präsidenten keinen Gegenkandidaten gibt. Die Zufriedenheit mit ihm ist also da", hatte der Präsident des Deutschen Leichtathletik-Verbandes (DLV), Jürgen Kessing, bereits vor der Wiederwahl von Coe erklärt: "Er hat den Verband in deutlich ruhigeres Fahrwasser gebracht, die IAAF ist wirtschaftlich stabil, und er zeigt eine gute und klare Haltung im Anti-Doping-Kampf." Er könne sich "keinen besseren Präsidenten" als Coe vorstellen, ergänzte der DLV-Präsident am Mittwoch. Die Wiederwahl sei "eine eindrucksvolle Bestätigung seiner Arbeit".

Kessing kandidierte beim IAAF-Kongress mit 36 Mitbewerbern für einen der 13 freien Plätze im 27-köpfigen IAAF-Council, wurde aber mit 45 Stimmen nicht ins Gremium nicht gewählt. "Ich habe keinen großen Aufwand betrieben, daher ist es ein ganz respektables Ergebnis. Wenn man sieht, welche ehemaligen Weltklasseathleten gewählt wurden, die einen ganz anderen Bekanntheitsgrad haben", sagte Kessing, der angekündigte, es in vier Jahren erneut zu versuchen. Letzter deutscher Vertreter im Council war von 2007 bis 2015 der einstige DLV-Chef Helmut Digel. Kessings direkter Vorgänger Clemens Prokop hatte sich 2015 vergeblich um einen Council-Sitz beworben.

Vor der Wahl hatte die IAAF kurzfristig das Council-Mitglied Ahmed Al Kamali vorläufig suspendiert. Dem Funktionär aus den Vereinigten Arabischen Emiraten, der sich erneut zur Wahl stellen wollte, werden mögliche Verstöße gegen die Integritätsvorschriften vorgeworfen.

Dieses Thema im Programm:

Das Erste | Sportschau | Leichtathletik-WM 2019 in Doha | 27.09.2019 | 16:10 Uhr

Stand: 25.09.19 11:35 Uhr