Kugelstoßer David Storl bei den deutschen Leichtathletik-Meisterschaften 2019 in Berlin © picture alliance / SvenSimon

Kugelstoßen

Der Rücken: WM ohne Storl - voller Fokus auf Tokio

Der zweimalige Kugelstoß-Weltmeister David Storl muss auf einen Start bei der Leichtathletik-WM in Doha (27. September bis 6. Oktober) verzichten. Aufgrund anhaltender Rückenprobleme brach der Leipziger seine Saison ab und will sich nun auf die Olympischen Spiele 2020 in Tokio fokussieren.

David Storl hat gekämpft, er hat sich gequält und alles versucht - am Ende hat es für den Weltmeister von 2011 und 2013 nicht gereicht. Storl zwickt der Rücken, immer noch und immer wieder. Und so macht Kugelstoßen einfach keinen Sinn. Die WM in Katar findet definitiv ohne den Leipziger statt. "Die Saison 2019 ist für mich leider beendet", sagte Storl. "Gemeinsam mit meinem Trainer Wilko Schaa und meinem medizinischem Betreuerteam haben wir die jetzige Situation analysiert und diesen Schritt beschlossen." Für den 29-Jährigen beginnt jetzt ein Wettlauf gegen die Zeit. Das große Ziel: Olympia in Tokio. Um die Mission 2020 nicht zu gefährden, jagt der deutsche Rekordmeister nun nicht mehr der Norm für Doha hinterher.

"Kontinuierliches Training nicht möglich"

"Ich wurde immer wieder von Beschwerden ausgebremst", so Storl, der in diesem Jahr nie zu alter Stärke gefunden hat. Im April verletzte sich der dreimalige Europameister im Training am Rücken, sechs Wochen lang konnte er kaum und danach immer nur eingeschränkt trainieren. Storl verschob seinen Saisoneinstand, doch die Probleme blieben. "Ein kontinuierliches Training war nicht mehr möglich", sagte er.

19,77 m - weiter wuchtete Storl sein 7,26 Kilo schweres Arbeitsgerät dieses Jahr nicht. Bei den nationalen Meisterschaften zuletzt in Berlin wurde er nur Dritter. Vielleicht "mit Ach und Krach 20,70 m zu stoßen, da brauchst du eigentlich nicht zur WM zu fahren", hatte Storl danach gesagt. Die vom Deutschen Leichtathletik-Verband (DLV) eingeräumte Chance, die WM-Norm (20,70 m) noch bis zum 6. September nachzureichen, nimmt er nicht mehr wahr.

Alles auf die Karte Tokio

Um international wieder mitreden zu können, muss Storl in die Regionen seiner Bestleistung (22,20 m) vorstoßen. Er werde "für das Ziel im nächsten Jahr kämpfen", sagte der Olympia-Zweite von 2012 und "alles auf die Karte Tokio" setzen. Doch die Zeit drängt, schließlich beginnt das Megaevent für die Leichtathleten eher früh in der Saison. Und für den großen Traum muss erst einmal der Rücken halten. "In den nächsten Wochen setzen wir alles daran, dass ich wieder vollumfänglich trainieren kann", sagte Storl: "Unser Ziel Tokio 2020 werden wir nach vollständiger Genesung in Angriff nehmen."

Dieses Thema im Programm:

Das Erste | Sportschau | Leichtathletik-WM 2019 in Doha | 27.09.2019 | 16:10 Uhr

Stand: 29.08.19 12:20 Uhr