Sprinter Steven Müller (l.), Sprinterin Lisa Marie Kwayie und Diskuswerferin Claudine Vita © imago images / Chai v.d. Laage

Deutsches Team

Leichtathletik-WM: Deutsches Team für Doha steht

Das deutsche Team für die Leichtathletik-Weltmeisterschaften in Doha (27. September bis 6. Oktober) ist komplett. Am Montag gab der Deutsche Leichtathletik-Verband die restlichen Nominierungen bekannt. Mit 71 Athleten fährt der DLV zur WM nach Katar, 34 Frauen und 37 Männern. Neben bekannten Größen sind in Katar auch Überraschungen dabei wie etwa Stabhochspringerin Katharina Bauer.

"Wir werden in Doha ein gut vorbereitetes deutsches Team sehen", sagte Cheftrainer Alexander Stolpe. "Trotz des Ausfalls einiger Leistungsträger freue ich mich auf den Saisonhöhepunkt und darauf, die Athleten für ihr erfolgreiches Abschneiden bestmöglich zu unterstützen." Dass Kugelstoßer David Storl oder auch Hochspringerin Marie-Laurence Jungfleisch nicht dabei sein können, stand bereits fest. Am Montag gesellte sich Dreispringerin Kristin Gierisch zu der Gruppe prominenter "WM-Absager". Die Chemnitzerin hat mit Fußproblemen zu kämpfen. Um die Vorbereitung auf die Olympischen Spiele im kommenden Jahr in Tokio nicht zu gefährden, entschied sich die deutsche Dreisprung-Rekordlerin (14,61 m) zum Saisonabbruch.

Olympiasieger Christoph Harting dabei

Noch auf den WM-Zug aufgesprungen ist Diskus-Olympiasieger Christoph Harting. Der Berliner hatte nach seiner Nullnummer bei den deutschen Meisterschaften Anfang August trotz erfüllter Norm seine Reise nach Katar offen gelassen, um seine Vorbereitung auf Tokio nicht zu gefährden. Zuletzt hatte sich Harting immer wieder mit Rückenproblemen herumgeplagt. Für Aufsehen hatte der Bruder von Diskus-Ikone Robert Harting hingegen mit irritierenden Aussagen über den Status der DM gesorgt, indem er diese als "letzte Erpressungsmöglichkeit der deutschen Leichtathletik" bezeichnet hatte. In Berlin gab es anschließend ein klärendes Gespräch mit Idriss Gonschinska, DLV-Generaldirektor Sport, und Diskus-Bundestrainer Marko Badura.

Bauer dank IAAF-Einladung in Doha

Im deutschen Aufgebot finden sich auch Überraschungen wie beispielsweise Katharina Bauer wieder. Die Stabhochspringerin bekam aufgrund ihrer Hallen-Jahresbestleistung von 4,55 m eine Einladung des Weltverbands IAAF, ebenso wie Dreispringerin Neele Eckhardt. Bauers Teilnahme geht als kleines Leichtathletik-Märchen durch. Die Leverkusenerin springt seit einer Herz-Operation im April 2018 mit einem implantierten Defibrillator.

Weitspringerin Mihambo reist als Nummer eins an

Mit Medaillenambitionen geht vor allem Weitspringerin Malaika Mihambo an den Start. Die Europameisterin von Berlin hat in diesem Jahr Sieben-Meter-Sprünge in Serie gezeigt und reist als Nummer eins der Welt an. Nach zuletzt drei deutschen Rekorden wird zudem der Auftritt von Vorzeigeläuferin Konstanze Klosterhalfen mit Spannung erwartet. Die Leverkusenerin ist sowohl über 1.500 als auch über 5.000 m nominiert. Bei den Männern dürften die deutschen Speerwerfer um Titelverteidiger Johannes Vetter für Edelmetall gut sein.

Gonschinska: "Erfahrungen werden für Tokio wertvoll sein"

Die spät im Jahr gelegenen Weltmeisterschaften werden wegen der klimatischen Bedingungen im Wüstenstaat Katar für alle Athleten eine große Herausforderung sein. "In Abstimmung mit dem medizinischen Kompetenzteam haben wir diese WM bestmöglich vorbereitet, sodass die Athleten sich optimal betreut auf ihre Wettkämpfe konzentrieren können. Viele der Erfahrungen werden extrem wertvoll sein für die Olympischen Spiele 2020, die in Tokio unter ähnlichen Bedingungen stattfinden werden", sagte Gonschinska.

Dieses Thema im Programm:

Das Erste | Sportschau | Leichtathletik-WM 2019 in Doha | 27.09.2019 | 16:10 Uhr

Stand: 16.09.19 11:57 Uhr