Diskuswerfer Martin Wierig

Martin Wierig

Sportart: Leichtathletik
Disziplin: Diskuswurf
Land: Deutschland Flagge Deutschland

Steckbrief

geb. am: 10.06.1987
in Niendorf
Größe: 202 cm
Gewicht: 124 kg
Verein: SC Magdeburg
Trainer: Armin Lemme
Beruf: Polizeimeister

Sportliche Eckdaten

Persönliche Bestleistung:
68,33 m (2012)
Größte Erfolge
Olympische Spiele:
6. Platz 2012

Weltmeisterschaften:
8. Platz 2019
4. Platz 2013

Deutsche Meisterschaften:
Gold 2019
Silber 2017
Silber 2015
Silber 2014
Silber 2013
Silber 2012
Silber 2010
Bronze 2009

U23-EM:
Bronze 2009
Gold 2007

U20-WM:
Bronze 2006

U20-EM:
Bronze 2005


Martin Wierig ist ein eher stiller Typ, der sich selbst als "ehrgeizig und zielstrebig" bezeichnet. Mit zwölf Jahren kam er in Magdeburg auf die Sportschule, wird seitdem von seinem Trainer Armin Lemme betreut. Erst mit 19 entschied er sich endgültig für den Diskuswurf und gegen das Kugelstoßen. In seiner Zeit am Sportgymnasium hatte er noch beide Disziplinen parallel betrieben. Im Nachwuchsbereich sammelte er gleich reihenweise Edelmetall: 2007 wurde er U23-Europameister, zwei Jahre später holte er Bronze. Rang drei hatte das Talent zudem 2006 bei der U20-WM belegt.

Mit neuer alter Lockerheit nach London

2012 erlebte der Zwei-Meter-Hüne eine Berg- und Talfahrt. Bei der EM in Helsinki wurde er Opfer seiner Nerven und scheiterte mit 61,34 m schon in der Qualifikation. Er suchte Rat bei einer Sportpsychologin, um nicht am (selbst auferlegten) Druck vor den Olympischen Spielen zu zerbrechen - und hatte damit durchschlagenden Erfolg. Kurz vor den Sommerspielen steigerte er seine persönliche Bestleistung auf 68,33 m, in London landete er dank der zurückgewonnenen Lockerheit auf einem starken sechsten Rang.

Undankbarer vierter Platz in Moskau

Martin Wierig © picture alliance / dpa Foto: Kerim Okten

"Blech" statt Medaille: Martin Wierig in Moskau.

Im Juni 2013 sorgte der Magdeburger für einen Paukenschlag, als er beim World-Challenge-Meeting in Ostrava mit einer Weite von 67,46 m die gesamte Diskuswurf-Weltelite inklusive London-Olympiasieger Robert Harting hinter sich ließ. "Ein Traum geht in Erfüllung. Ich habe nichts dagegen, wenn es öfter passiert. Man hat sich in den letzten Jahren ein wenig damit abgefunden, dass es keinen Weg an ihm vorbei gibt", bekannte der Familienvater. Bei der WM in Moskau dominierte dann aber einmal mehr Harting. Beim Triumph des Berliners belegte Wierig mit 65,02 m den undankbaren vierten Platz. "Es war eine Medaille drin. Die hätte ich gerne mit nach Hause gebracht", ärgerte er sich.

Endlich vorbei am Namen Harting

2015 wollte sich Wierig in Abwesenheit des angeschlagenen Robert Harting nach fünf deutschen Vizemeisterschaften endlich einmal den Titel holen, doch erneut stand ein Harting im Weg - diesmal Christoph Harting. Für Wierig blieb mit 63,55 m wieder Silber. Bei der WM in Peking scheiterte er ebenso in der Qualifikation wie vor zwei Jahren in London, wo ihm kein gültiger Versuch gelang. In diesem Jahr machte der 32-Jährige dann aber endlich den ersten DM-Titelgewinn perfekt (65,39 m). Erstmals seit 2007 trägt damit der nationale Meister nicht den Nachnamen "Harting".

Bei seinen fünften Weltmeisterschaften will der Routinier nun "noch mal einen raushauen" - und im kommenden Jahr noch einmal "bei Olympischen Spielen ins Stadion einlaufen". Im Jahr der Sommerspiele steht aber noch ein anderer wichtiger Termin an: Dann will Wierig seine Lebensgefährtin Anna Rüh heiraten, die zur selben Trainingsgruppe zählt.

Dieses Thema im Programm:

Das Erste | Sportschau | Leichtathletik-WM 2019 in Doha | 27.09.2019 | 16:10 Uhr

Stand: 03.09.19 14:20 Uhr