Piotr Malachowski

Piotr Malachowski - Hartings Dauerrivale aus Polen

Land: Polen Flagge Polen

Steckbrief

geb. am: 07.06.1983
in Zuromin
Größe: 192 cm
Gewicht: 122 kg
Verein: Slask Wroclaw
Trainer: Witold Suski

Sportliche Eckdaten

Persönliche Bestleistung:
71,84 m (2013/NR)
Größte Erfolge
Olympische Spiele:
5. Platz 2012
Silber 2008

Weltmeisterschaften:
Gold 2015
Silber 2013
Silber 2009

Europameisterschaften:
Gold 2016
4. Platz 2014
Gold 2010


Statt zum Kriminellen wurde Piotr Malachowski ein gefeierter Leichtathlet. Der Pole gehört seit langem zur Diskus-Weltelite und ließ sich in seiner Karriere auch nicht von Rückschlägen entmutigen. Robert Hartings Dauerrivale im Porträt:

Fünf Versuche lang wähnte sich Piotr Malachowski schon als Weltmeister im Diskuswurf. Bei den Titelkämpfen 2009 im Berliner Olympiastadion hatte der Pole eine beeindruckende Serie vorgelegt und gleich im ersten Durchgang mit 68,77 m und ein zweites Mal im fünften Versuch mit 69,15 m seinen eigenen polnischen Rekord verbessert. Doch gegen den vom Publikum frenetisch angefeuerten Lokalmatador Robert Harting war auch das nicht genug. Harting rutschte im letzten Versuch die Sieg- und persönliche Bestweite von 69,43 Meter heraus, und er schnappte Malachowski das schon sicher geglaubte Gold noch weg.

Erst als der große Konkurrent des Polen mit einer Kreuzbandverletzung außer Gefecht war, schlug die große WM-Stunde Malachowskis. In Peking reichten ihm 67,40 m zum ersten Titel bei einer Weltmeisterschaft.

Der Diskus hat Malachowskis Leben verändert

Offensichtlich hat der Diskus Malachowskis Leben verändert. Sah sich der ehemalige Feuerwehrmann in jungen Jahren noch vom kriminellen Untergrund in Polen beeinflusst, begann er unter den Fittichen des Militärsportclubs Slask in Wroclaw (Breslau) mit dem Leistungssport. Nach Silber bei den U23-Europameisterschaften 2005 in Erfurt - übrigens hinter einem gewissen Robert Harting - gelang dem Freund deftiger Schweinekoteletts mit seinem Sieg bei den europäischen Winterwurf-Meisterschaften im März 2006 mit 65,01 m der internationale Durchbruch. Konnte er bei der EM in Göteborg mit 64,57 m auf Rang sechs die gestiegenen Erwartungen noch halbwegs erfüllen, musste er als Europacup-Sieger von München 2007 und Militär-Weltmeister bei der WM in Osaka den feucht-heißen Witterungsbedingungen Tribut zollen. Mit seinem schlechtesten Saisonergebnis (60,77) kam er über Rang zwölf nicht hinaus.

Ohne Krafttraining zu Olympia-Silber 2008

Piotr Malachowski mit Olympia-Silber 2008 © imago/East News

Biss auf Olympia-Silber 2008: Piotr Malachowski.

Eine hartnäckige Verletzung in seiner Wurfschulter hinderte den von seiner Schwester mit polnischer Küche verwöhnten Rekordhalter an einer regulären Vorbereitung für die Olympischen Spiele 2008 in Peking. Rund ein halbes Jahr lang musste der Rechtshänder auf hartes Krafttraining verzichten. Doch der vermeintliche Nachteil kehrte sich ins Gegenteil: Je weniger er trainierte, desto besser konnte er werfen. Bei den Spielen in Peking wusste der von Witold Suski betreute Diskus-Riese seine Möglichkeiten endlich auch im Wettkampf umzusetzen. Mit 67,82 m sicherte er sich die Silbermedaille - hinter dem Esten Gerd Kanter, aber vor Titelverteidiger Virgilijus Alekna aus Litauen.

2010 erstmals ganz oben auf dem Treppchen

Zur EM 2010 in Barcelona reiste Malachowski mit dem Rückenwind einer persönlichen Bestleistung und polnischen Rekordes von 69,83 m an. Auch hier brachte er seine gute Form in den Endkampf und revanchierte sich bei Harting für den verlorenen WM-Titel von 2009. Mit 68,87 m warf der Pole 40 Zentimeter weiter als sein deutscher Kontrahent und stand bei einem Großevent erstmals ganz oben auf dem Treppchen.

Nur Fünfter in London

Als Vierter der Weltjahresbestenliste durfte sich der 1,93 Meter großte Athlet auch für die Welttitelkämpfe in Daegu Edelmetallchancen ausrechnen. Doch dann landete der Diskus bei nur 63,37 m. Weitere drei Versuche blieben ihm somit verwehrt. Am Ende wurde Malachowski enttäuschender Neunter. Bei Olympia in London erfüllten sich seine Medaillenträume ebenfalls nicht. Malachowski belegte mit 67,19 m Platz fünf - für Bronze hätte er 84 Zentimeter weiter werfen müssen.

Die doppelte Hürde Harting

Zwei Monate vor der WM in Moskau sorgte Malachowski dann für einen Paukenschlag. Beim Meeting im niederländischen Hengelo beendete der Pole Hartings Serie von 35 Siegen und 1.024 Tagen ohne Niederlage. Sein Wurf auf 71,84 m war der weltweit weiteste seit mehr als fünf Jahren. Malachowski setzte sich mit dieser Traumweite an die fünfte Stelle der ewigen Bestenliste hinter Weltrekordler Jürgen Schult (74,08), Alekna (73,88), Kanter (73,38) und Juri Dumtschew aus der früheren Sowjetunion (71,86). Bei den Weltmeisterschaften in Moskau aber blieb für den Polen wie schon 2009 erneut nur Rang zwei: Während Malachowski den Diskus in seinem besten Versuch auf 68,36 m warf, übertraf ihn Harting mit 69,11 m. Mit schwachen 63,54 m sprang für Malachowski bei der EM in Zürich ein Jahr später nur Rang vier heraus, während Harting (66,07) erneut triumphierte.

Gold in Amsterdam

Bei den kontinentalen Meisterschaften in Amsterdam holte der Pole nach 2010 das zweite Mal Gold. Mit 67,06 Metern ließ Malachowski seiner Konkurrenz keine Chance. Olympia kann kommen ...

Dieses Thema im Programm:

Das Erste | Sportschau | Leichtathletik-WM 2019 in Doha | 27.09.2019 | 16:10 Uhr

Stand: 09.07.16 21:52 Uhr