Speerwerferin Christina Obergföll © picture alliance / dpa Foto: Bernd Thissen

01:41 min | 16.08.2013 | Das Erste

Der Speer verzeiht keine Fehler

Den Speer zum Fliegen zu bringen ist eine Kunst. Gefühl, Dynamik und ein präziser Bewegungsablauf sind der Weg zum Erfolg.

Speerwurf

Zu große Weiten unerwünscht

Anders als beim Hammerwerfen sind die Frauen im Speerwerfen schon lange vertreten. Erste deutsche Olympiasiegerin ist Tilly Fleischer 1936 in Berlin. Zuletzt triumphierte 1992 in Silke Renk eine Deutsche bei Olympia. Den Erfolg in Barcelona komplettierte Karen Forkel mit Bronze. Einen "ewigen" Weltrekord hält die Jenaerin Petra Felke: Ihr 80-m-Wurf kurz vor dem Olympiasieg 1988 in Seoul kann wegen der Einführung des neuen Speers 1999, der einen nach vorn verlegten Schwerpunkt hat und damit früher landet, vorerst wohl nicht mehr übertroffen werden.

Nerius und der große Wurf zum Karriereende

Mit WM-Bronze 1997 in Athen und EM-Gold ein Jahr später in Budapest reihte sich Tanja Damaske in die Garde erfolgreicher deutscher Speerwerferinnen ein. Diese wurde von Steffi Nerius fortgeführt. Nach dreimal WM-Bronze (2003, 2005 und 2007) gelang der Olympia-Zweiten von 2004 bei der Heim-WM 2009 in Berlin zum Karriereende mit Gold vor der Favoritin und zweimaligen Olympiasiegerin (2008 und 2012) Barbora Spotakova aus Tschechien der ganz große Wurf.

Obergföll holt in Moskau endlich Gold

Bei den Welt-Titelkämpfen 2005 ging Silber - in Helsinki noch überraschend - an Nerius' Mannschaftskollegin Christina Obergföll. 70,03 m bedeuteten seinerzeit Europarekord. Die Offenburgerin setzte sich in der Weltspitze fest, doch auf den ganz großen Wurf musste sie lange warten: Nach jeweils zweimal WM- (2005, 2007) und EM-Silber (2010, 2012) sowie olympischem Silber (2012) und Bronze (2008) schlug 2013 in Moskau ihre große Stunde. Im Luschniki-Stadion warf sie den Speer auf 69,05 m - Weltmeisterin! "Jetzt bin ich endlich die Vollendete", jubelte Obergföll unter Tränen. Trainer und Bräutigam Boris Henry löste nach dem Triumph eine Wette ein und nahm bei der Hochzeit den Namen seiner Frau an.

Christina Obergföll © dpa-bildfunk Foto: Kerim Okten

Vollendet und erlöst: Christina Obergföll nach ihrem WM-Triumph 2013.

In Obergfölls Fußstapfen trat bei der WM 2015 in Peking überraschend Katharina Molitor - Gold und die erste Medaille auf internationaler Ebene für die zu dem Zeitpunkt 31-jährige Leverkusenerin, die zwar immer auf hohem Niveau mitgeworfen, aber nie den nötigen Ausreißer nach oben verbucht hatte. Internationale Medaillen sammelte zudem Linda Stahl (Leverkusen), die bei den Spielen in London Rang drei hinter Obergföll belegte, nachdem sie sich 2010 überraschend EM-Gold geschnappt hatte.

Dieses Thema im Programm:

FIFA Frauen WM 2019 | 13.08.2017 | 21:45 Uhr

Stand: 12.07.17 10:45 Uhr

Titelverteidiger

Männer:
Julius Yego (Kenia) 92,72 m (WL)
Frauen:
Katharina Molitor (Deutschland) 67,69 m (WL)

Rekorde

Männer:
WR: Jan Zelezny (Tschechien) 98,48 m
ER: Jan Zelezny (Tschechien) 98,48
DR: Johannes Vetter (Offenburg) 94,44
Frauen:
WR: Barbora Spotakova (Tschechien) 72,28
ER: Barbora Spotakova (Tschechien) 72,28
DR: Christina Obergföll (Offenburg) 70,20

Termine und Teilnehmer

Frauen - Speerwurf
Datum Zeit Runde
06.08. 20:05 Uhr Qualifikation, Gruppe A
06.08. 21:30 Uhr Qualifikation, Gruppe B
08.08. 20:20 Uhr Finale
Männer - Speerwurf
Datum Zeit Runde
10.08. 20:05 Uhr Qualifikation, Gruppe A
10.08. 21:35 Uhr Qualifikation, Gruppe B
12.08. 21:15 Uhr Finale