Hanna Klein © imago/Laci Perenyi Foto: Laci Perenyi

1.500 m

Klein nach couragiertem Lauf WM-Elfte

WM-Debütantin Hanna Klein hat auch in ihrem dritten Rennen in London voll überzeugt: Im 1.500-m-Finale ließ sie am Montagabend (07.08.17) als Elfte die Titelverteidigerin hinter sich. Faith Kipyegon kam als Erste ins Ziel.

Hanna Klein hat in ihrem ersten WM-Finale einen couragierten Auftritt gezeigt - mit der Entscheidung um die Medaillen hatte die Läuferin von der SG Schorndorf aber erwartungsgemäß überhaupt nichts zu tun. In 4:06,22 Minuten wurde sie bei ihrem WM-Debüt Elfte - auf der Zielgeraden ließ sie die Titelverteidigerin und Weltrekordlerin Genzebe Dibaba aus Äthiopien noch hinter sich. "Es war unglaublich, ich habe gekämpft so weit ich konnte. Ich hätte gerne jemanden gehabt, an den ich mich hätte dran beißen können. Am Ende war ich etwas zu weit weg, da war die Lücke zu groß", ordnete Klein ihre Leistung im Sportschau-Interview realistisch ein. "Aber ich bin im Finale nicht Letzte geworden, das ich schon was." Die 24-Jährige durfte bereits das Erreichen des Endlaufs mit zwölf Teilnehmerinnen als Riesenerfolg verbuchen. Mit ihrer Bestzeit (4:04,15) wäre sogar WM-Rang sieben drin gewesen.

Weltmeisterin wurde nach einem packenden Schlussspurt Olympiasiegerin Faith Kipyegon aus Kenia. In 4:02,59 Min. verwies sie die Amerikanerin Jennifer Simpson (4:02,76) auf den Silberrang. Für 800-m-Olympiasiegerin Caster Semenya aus Südafrika blieb Bronze (4:02,90). Für die Britin blieb trotz frenetischer Anfeuerung von den Rängen im Londoner Olympiastadion in 4:02,97 Min. nur Platz vier.

Überraschung im Halbfinale

Die Psychologie-Studentin Klein hatte nach überstandenem Vorlauf in ihrem Halbfinallauf völlig überraschend Platz fünf belegt und sich damit direkt für das WM-Finale qualifiziert. Schon in diesem Lauf hatte sie die offenbar nicht in Topform laufende Dibaba hinter sich gelassen. "Ich kann es nicht glauben, davon habe ich geträumt", hatte Klein nach diesem Lauf gesagt.

Für die deutsche Meisterin Konstanze Klosterhalfen aus Leverkusen, die mit ihrer in diesem Jahr gelaufenen Bestzeit (3:59,30) sogar als Medaillen-Kandidatin galt, kam dagegen das Aus bereits im Semifinale. Sie hatte sich in ihrem Lauf die Kräfte falsch eingeteilt und wurde auf den letzten 200 Metern von der Konkurrenz überholt. 4:06,58 Min. reichten nicht für einen Platz im Finale. "Auch sie hat hier sicher gelernt. Sie hat mir gezeigt, dass auch deutsche Frauen schnell laufen können", sagte Klein über ihre Teamkollegin.

Als bisher letzte Deutsche hatte Ellen Kießling 1991 einen WM-Endlauf über 1.500 m erreicht, in Tokio war sie Fünfte geworden.

Dieses Thema im Programm:

Das Erste | Leichtathletik-WM 2017 London | 07.08.2017 | 20:15 Uhr

Stand: 07.08.17 23:10 Uhr