Nadine Müller © dpa - Bildfunk Foto: Matt Dunham/AP/dpa

Diskuswurf

Müller bei Perkovics Gold-Show auf Platz sechs

Die deutschen Werferinnen sind bei der WM in London komplett leer ausgegangen. Im Diskus-Finale verpasste Nadine Müller Bronze um mehr als zwei Meter, Julia Fischer verpasste als Neunte den Endkampf. Gold ging an die große Favoritin.

Ergebnisse

Leichtathletik, Diskuswurf, Frauen, Finale

Gold Flagge Kroatien CRO Sandra Perkovic
Silber Flagge Australien AUS Dani Stevens
Bronze Flagge Frankreich FRA Mélina Robert-Michon
4. Flagge Kuba CUB Yaime Pérez
5. Flagge Kuba CUB Denia Caballero
6. Flagge Deutschland GER Nadine Müller
9. Flagge Deutschland GER Julia Harting

Sandra Perkovic aus Kroatien hat das Diskuswurf-Finale in London am Sonntagabend (13.08.17) zu einer eindeutigen Angelegenheit gemacht: Bereits im ersten Durchgang warf die Weltjahresbeste die Scheibe auf 69,30 m und setzte sich damit an die Spitze des zwölfköpfigen Feldes. Die Olympiasiegerin von Rio und Weltmeisterin von 2013 steigerte sich danach noch: Als erste Weltmeisterin seit 26 Jahren gewann sie am Ende mit einem Wurf über 70 Meter - 70,31 gingen für Perkovic, die 2011 eine sechsmonatige Dopingsperre abgesessen hatte, in die Wertung ein.

Silbermedaillengewinnerin Dani Stevens aus Australien (66,82) kam allerdings in ihrem sechsten und letzten Versuch noch einmal ziemlich nah ran: Mit 69,64 m warf die Weltmeisterin von 2009 persönliche Bestleistung. Rang drei ging an die Olympia-Zweite Melina Robert-Michon aus Frankreich mit 66,21 m. Titelverteidigerin Denia Caballero (Kuba/64,37) belegte nur Rang fünf.

Keine Bestleistung beim Saisonhöhepunkt

Die drei Weiten, die die Medaillen einbrachten, sind für Nadine Müller in dieser Saison noch unerreicht. Ihre Bestleistung steht 2017 bei 65,76 m. Doch im Finale in London konnte sie nicht in diesen Bereich werfen. 64,13 m legte sie im ersten Versuch hin - weiter ging es für die 31 Jahre alte Athletin vom SV Halle nicht hinaus. "Mir ist es schwergefallen, technisch mein System zu finden, mit dem ich stabile Weiten anbieten kann. Mir haben in den vergangenen Wochen Würfe gefehlt, der letzte Punch", sagte Müller, die dennoch mit ihrer Leistung zufrieden war: "Ich bin Sechste der Welt, habe schon viel mitgemacht."

In den vergangenen sechs Jahren hatte die gebürtige Leipzigerin bei Weltmeisterschaften stets besser abgeschnitten. In Peking vor zwei Jahren gewann sie mit 65,53 m Bronze, 2011 in Daegu sogar Silber mit 65,97 m. Dazwischen gab es 2012 bei Olympia in London (65,94) und 2013 bei der WM in Moskau (64,47) jeweils Platz vier.

Auch Harting nicht in Topform

Julia Harting © dpa - Bildfunk Foto: Bernd Thissen/dpa

Julia Harting schaffte es nicht in den Endkampf der besten Acht.

Noch schlechter als für Müller lief es für Julia Harting, die Ehefrau des dreimaligen Weltmeisters Robert Harting. Die WM-Fünfte von Peking und EM-Zweite des vergangenen Jahres brachte nur einen gültigen Wurf auf den Rasen im Londoner Olympiastadion. Mit 61,34 m blieb sie deutlich unter ihrer Saisonbestleistung (63,63). Die 27 Jahre alte Werferin vom SSC Berlin verpasste den Endkampf der besten Acht um 22 Zentimeter, musste sich am Ende mit Platz neun zufrieden geben. "Ich bin traurig und enttäuscht. Ich habe mich nach der Quali gut gefühlt und daran geglaubt, dass etwas geht", sagte Harting nach dem Finale. "Ich war mir sicher, dass ich in den Bereich von 65 Metern werfen kann. Aber heute war alles anders. Ich bin in den Ring gegangen und konnte überhaupt nicht eingreifen." Die frühere Junioren-Weltmeisterin Anna Rüh (Magdeburg) war bereits in der Qualifikation gescheitert.

Vor den Diskuswerferinnen waren auch die Speer- und Hammerwerferinnen sowie die Kugelstoßerinnen des DLV bei der WM in London ohne Medaille geblieben. Bei den Männern ließ immerhin der Speerwurf-Weltmeister Johannes Vetter das deutsche Team jubeln.

Dieses Thema im Programm:

Das Erste | Leichtathletik-WM 2017 London | 13.08.2017 | 21:45 Uhr

Stand: 13.08.17 21:34 Uhr