Anna Tschitscherowa

Anna Tschitscherowa - Eine Mama als Überfliegerin

Land: Russland Flagge Russland

Steckbrief

geb. am: 22.07.1982
in Jerewan
Größe: 180 cm
Gewicht: 57 kg
Trainer: Jewgeni Zagorulko, Wladimir Tschitscherowa

Sportliche Eckdaten

Persönliche Bestleistung:
2,07 m (2011)
Größte Erfolge
Olympische Spiele:
Gold 2012
Bronze 2008

Weltmeisterschaften:
Bronze 2015
Bronze 2013
Gold 2011
Silber 2009
Silber 2007


Mit einer Körpergröße von 1,80 Meter verfügt die in Jerewan in der damaligen Sowjetrepublik Armenien geborene Anna Wladimirowna Tschitscherowa nicht gerade über ein Gardemaß für eine Hochspringerin. Trotzdem hat die Russin ihren Weg in die Weltspitze gemacht. Kurz vor ihrem 17. Geburtstag gewann sie 1999 in Bydgoszcz mit 1,89 Meter die Jugend-Weltmeisterschaften. Sechs Jahre später war sie als Hallen-Europameisterin von Madrid schon bei 2,01 Meter angelangt. Ebenfalls 2005 gewann sie Universiade-Gold, dieses Mal reichten 1,90 Meter.

Muster an Beständigkeit

Bei den ganz großen Wettkämpfen blieb ihr der Sprung aufs oberste Treppchen bis zur WM in Daegu jedoch versagt: 2009 (2,02) und 2007 (2,03) holte sie "nur" WM-Silber hinter Blanka Vlasic. Bei Olympia in Peking waren 2,03 Meter gut für Bronze hinter der Belgierin Tia Hellebaut und Vlasic (beide 2,05). In Daegu konnte sich Tschitscherowa dann ihr erstes Gold sichern, in Moskau 2013 und in Peking 2015 ließ sie jeweils Bronze folgen. Eine Genugtuung für die Russin, die ein Muster an Beständigkeit ist. An sechs Weltmeisterschaften hat sie bisher teilgenommen, alle Titelkämpfe beendete sie unter den ersten Sechs. Bei ihrem WM-Debüt 2003 in Paris wurde sie Sechste (1,95). 2005 in Helsinki schrammte sie knapp an Bronze vorbei: Sie überquerte die 1,96 Meter im dritten, die Schwedin Emma Green bereits im zweiten Versuch.

Als Mama "mental stärker"

Anna Tschitscherowa © imago/Chai v.d. Laage

WM-Gold nach der Babypause: Anna Tschitscherowa.

Die Europameisterschaft 2010 in Barcelona ließ Tschitscherowa sausen. Aus gutem Grund: Im September kam Töchterchen Nika zur Welt. Vater des Kindes und ihr Ehemann ist der frühere kasachische Sprinter Gennadi Tschernowol. Die Babypause tat ihr offensichtlich gut ("Ich fühle mich mental stärker und alles fällt mir leichter"). Die Kampfansage der Russin an die Konkurrentin Vlasic konnte vier Wochen vor der WM in Daegu deutlicher nicht sein. Mit 2,07 Meter stellte Tschitscherowa am 22. Juli 2011 - ihrem 29. Geburtstag - bei den russischen Leichtathletik-Meisterschaften in Tscheboksari einen nationalen Rekord und eine Jahresweltbestleistung auf. Höher sind im Freien nur Vlasic (2,08 m) und Stefka Kostadinowa (2,09) gesprungen. Den 24 Jahre alten Weltrekord der Bulgarin traute sich Tschitscherowa damals noch nicht zu: "Ich war zu müde", sagte sie. "Nach den 2,07 Meter habe ich schon geweint."

Gold-Coups in Daegu und London

Müde wirkte die frisch gebackene Mutter in Südkorea aber nicht. Einschließlich der 2,03 m meisterte sie jede Höhe im ersten Versuch. Erst bei 2,05 m riss sie dreimal die Latte. Da ihre größte Konkurrentin Vlasic ebenfalls die 2,05 m nicht überspringen konnte und auch bei 2,00 und 2,03 m jeweils zwei Versuche benötigte, sicherte sich die Russin ihr erstes WM-Gold. Ein Jahr später durfte sie sich auch erstmals als Olympiasiegerin feiern lassen. In Abwesenheit von Vlasic und mit einer indisponierten Ariane Friedrich (1,93) am Start flog Tschitscherowa mit 2,05 m zum Sieg.

"Nur" Bronze bei der Heim-WM 2013

Bei ihrer Heim-WM in Moskau trat Tschitscherowa mit 2,02 m als Nummer zwei der Jahresbestenliste hinter Barrett an. Doch der Erwartungsdruck im Luschniki-Stadion lähmte sie im Finale. Mit 1,97 m holte sie Bronze und musste zusehen, wie ihr ihre Kollegin Swetlana Schkolina die Show stahl und mit 2,03 m Weltmeisterin wurde. An der EM ein Jahr später konnte sie wegen einer Verletzung nicht teilnehmen, wäre mit ihrer Weltjahresbestleistung von 2,01 m aus dem Mai aber Goldfavoritin gewesen. Mit derselben Höhe sicherte sich die Spanierin Ruth Beitia in der Schweiz dann den Titel.

Stand: 29.08.15 14:27 Uhr