Justin Gatlin

Justin Gatlin - Wiederholungstäter, schneller denn je

Sportart: Leichtathletik
Disziplinen: 100 m , 4 x 100 m
Land: USA Flagge USA

Steckbrief

geb. am: 10.02.1982
in Brooklyn, New York
Größe: 185 cm
Gewicht: 79 kg
Trainer: Dennis Mitchell

Sportliche Eckdaten

Persönliche Bestleistung:
9,74 Sek. 100 m (2015)
19,57 Sek. 200 m (2015)
Größte Erfolge
Olympische Spiele:
Silber 2016 (100 m)
Bronze 2012 (200 m)
Gold 2004 (100 m)
Silber 2004 (100 m)
Bronze 2004 (200 m)

Weltmeisterschaften:
2x Silber 2015 (100 m, 200 m)
2x Silber 2013 (100 m, 4x100 m)
2x Gold 2005 (100 m, 200 m)



Justin Gatlin ist bereits zweimal des Dopings überführt worden und war insgesamt fünf Jahre gesperrt. Seit 2010 ist der Doppel-Weltmeister von 2005 wieder dabei und rennt schneller denn je.

Justin Gatlin tauchte mit einem Paukenschlag in der internationalen Sprinterszene auf. 2004 in Athen gewann der damals 22 Jahre junge US-Amerikaner olympisches Gold über 100 m, in 9,85 Sekunden. Damit avancierte der New Yorker zum jüngsten Olympiasieger seit James Hines 1968. Mit der Staffel sammelte er Silber, über 200 m noch Bronze ein. Damals schon im Gepäck des Hallenweltmeisters über 60 m von 2003: ein positiver Dopingtest und eine abgesessene Ein-Jahres-Sperre auf internationaler Ebene. 2001 hatten die Fahnder das damals 19-jährige Talent bei den nationalen Juniorenmeisterschaften mit Amphetaminen erwischt. Mitrennen durfte er bereits nach einem Jahr wieder, weil er das Testergebnis als Resultat einer bis in seine Kindheit zurückreichenden Medikation wegen eines Aufmerksamkeitsdefizitsyndroms erklären konnte.

Erst 9,77 Sekunden, dann positiv auf Testosteron

Dem olympischen Coup von Athen ließ Gatlin ein Jahr später bei der WM in Helsinki weitere goldene Taten folgen. Er kürte sich über 100 und 200 m zum Weltmeister. Im Mai 2006 egalisierte der frühere Hürdensprinter mit 9,77 Sekunden den Weltrekord von Asafa Powell (Jamaika). Eine Bestmarke, die mittlerweile nicht mehr in seiner sportlichen Vita auftaucht, denn kurze Zeit später wurde öffentlich, dass der Doppel-Weltmeister am 22. April 2006 positiv auf Testosteron getestet wurde. Eine lebenslange Verbannung von den Laufbahnen dieser Welt stand für den Wiederholungstäter an, doch letztlich kam der US-Boy mit vier Jahren davon. Seine Ergebnisse wurden rückwirkend annulliert, somit auch der 9,77-Sekunden-Lauf.

Top-Sprinter

Die Schnellsten der Schnellen und ihre Schatten

Harting contra Gatlin

Im Juli 2010 kam Gatlin zurück, heimste 2012 Bronze über 100 m und zweimal Silber bei den Weltmeisterschaften ein Jahr später in Moskau (100 m, 4x100 m) ein. Dass der US-Amerikaner zumindest wieder für den Weltverband dazugehört, zeigte seine Aufnahme in die IAAF-Kandidatenliste zur Wahl des Welt-Leichtathleten 2014. Die Verbandsoffiziellen hatten die Rechnung aber wohl ohne die anderen Athleten gemacht. Diskus-Olympiasieger und -Weltmeister Robert Harting forderte die IAAF auf, ihn von der Liste wieder zu streichen. Der Titel ging letztlich an den französischen Stabhochspringer Renaud Lavillenie. Harting feierte allerdings auch einen Sieg, da der Weltverband entschied, dass zukünftig keine Athleten mit Dopingvergangenheit mehr gewählt werden können.

Schneller denn je unterwegs

Gatlin war verärgert über die Debatte um seine Vergangenheit und betonte, dass er seine Strafe verbüßt habe. Und die Zwangspause scheint Gatlin besser gemacht zu haben , denn mittlerweile ist er sogar schneller unterwegs, als zu seinen Doping-Zeiten: Im Mai 2015 schraubte er seine persönliche Bestleistung auf 9,74 Sekunden und ist wieder der härteste Konkurrent für Usain Bolt. Beim Saisonhöhepunkt in Peking verpasste Gatlin über 100 m die Goldmedaille mit nur einer Hundertstelsekunde Rückstand auf den Jamaikaner. Eine weitere Silbermedaille gewann Gatlin im WM-Finale über 200 Meter, wenn gleich mit deutlicherem Abstand von fast zwei Zehntel-Sekunden auf Weltmeister Bolt.

Abo auf Silber

Seither scheint Gatlin auf Silber abonniert: Bei den Olympischen Spielen 2016 in Rio kam Gatlin dem jamaikanischen Überläufer über 100 m erneut gefährlich nahe und sprintete in 9,89 Sekunden zu Silber - Zwölf Jahre nach seinem Olympiasieg in Athen. In der WM-Saison 2017 hat sich der mittlerweile 35-jährige Gatlin schon mal auf Betriebstemperatur gebracht und lief die 100 m mehrmals souverän unter zehn Sekunden. Doch auch wenn der US-Amerikaner weitere Medaillen bei großen Meisterschaften einheimsen wird, in die Hall of Fame der IAAF wird er es nicht schaffen. Auch hier will der Weltverband zukünftig keine Leichtathleten mit Dopingvergangenheit mehr haben.

Stand: 01.08.17 12:42 Uhr