Doping-Geschichte

1904 - 1931: Chemische Unterstützung für Hicks und Nurmi

Der spätere Sieger Thomas Hicks (USA) wird beim Marathon "erfrischt" - mit einem Cocktail aus Strychnin, Eigelb und Brandy. © picture-alliance / akg-images

Marathonläufer Thomas Hicks (Mitte, USA) wird "versorgt".

Marathonläufer Thomas Hicks wollte bei den Sommerspielen 1904 in St. Louis nach zwei Dritteln der Distanz wegen vollkommener Erschöpfung schon aufgeben. Trotz der großen Hitze von fast 30 Grad war den Athleten Wasseraufnahme damals noch verboten. Sein Trainer verabreichte dem US-Amerikaner daraufhin auf den letzten Kilometern mehrfach einen Cocktail aus Kraftbrühe, rohem Ei, Brandy und - einer Prise Strychnin. Dank der belebenden Wirkung der ungewöhnlichen "Verpflegung" schaffte es Hicks - unter Qualen und von Halluzinationen gepeinigt - bis ins Ziel. Sieger war er allerdings nur, weil sein Landsmann Fred Forz, der eigentlich vor ihm angekommen war, disqualifiziert wurde. Forz hatte sich auf 16 der gut 42 Kilometer in einem der Begleitfahrzeuge mitnehmen lassen. Die von Hicks' Trainer später offen gelegten Details zur Wirkung von Strychnin auf den menschlichen Organismus erregten zwar Aufmerksamkeit beim Publikum, zogen aber von Seiten der Olympia-Organisatoren keine Konsequenzen - wie etwa Disqualifikation - nach sich.

Dieses Thema im Programm:

Sportschau live, 29.08.2015, 10.50 Uhr

Stand: 17.08.15 08:00 Uhr