Doping-Geschichte

1988 - 1999: Johnson, Krabbe und Baumann

Ben Johnson, gedopter Olympiasieger von 1988

Schmutzige Rekorde: Kanadas Skandal-Sprinter Ben Johnson (2.v.r.).

Der kanadische 100-m-Sprinter Ben Johnson sorgte bei den Olympischen Spielen 1988 in Seoul für den wohl größten Doping-Skandal der Leichtathletik-Geschichte. Am 24. September preschte der gebürtige Jamaikaner in Weltrekordzeit von 9,79 Sekunden zur Goldmedaille. Zwei Tage später war er beides wieder los. In Johnsons Urin fand man das anabole Steroid Stanozolol. Vier Jahre Sperre waren die Folge. Carl Lewis (USA) bekam das Sprint-Gold von Seoul. Nach seinem Comeback wurde Johnson 1993 erneut überführt und lebenslang gesperrt. Lewis erhielt später nachträglich auch Olympia- und WM-Gold von 1987. Doch auch hinter seinen Leistungen stehen Fragezeichen.

Lewis: "Bin positiv getestet worden"

In der Vorbereitung auf die Olympischen Spiele 1988 in Seoul wurden auch bei dem Superstar der Leichtathletik unerlaubte Mittel nachgewiesen, was Lewis Jahre später selbst zugab. "Ich bin auf drei verbotene Substanzen positiv getestet worden", erklärte der US-Amerikaner der kalifornischen Zeitung "Orange County Register". Dabei handelte es sich um die verbotenen Stimulanzien Pseudoephedrin, Ephedrin und Phenylpropanolamin. Lewis führte zu seiner Verteidigung eine "unabsichtliche" Einnahme durch Nahrungsergänzungsmittel an. Zudem hätten ihm die Mittel keinen Vorteil gebracht, argumentierte der Seriensieger. So sah es wohl auch das Olympische Komitee der USA, das Lewis nach einer vorläufigen Suspendierung freisprach und den Weg auf die Siegertreppchen von Seoul freimachte: Zweimal Gold (100 m und Weitsprung) und einmal Silber (200 m) heimste Lewis bei den Spielen in Südkorea ein.

Dieses Thema im Programm:

Sportschau live, 29.08.2015, 10.50 Uhr

Stand: 17.07.15 08:00 Uhr