Doping-Geschichte

2000 - 2008: Griechische Tragödie und russische Doping-Flut

Sprinterin Kelli White © Picture-Alliance/dpa

Gewonnen, aber gedopt: US-Sprinterin Kelli White.

In den Dokumenten des Balco-Skandals fand sich auch Beweismaterial gegen Kelli White. Der US-Sprinterin waren bis dahin lediglich positive Proben auf das Aufputschmittel Modafinil bei der WM 2003 in Paris zur Last gelegt worden. White gab daraufhin die Einnahme anaboler Steroide sowie den Einsatz von THG zu, stimmte der Tilgung aller ihrer Ergebnisse der vergangenen vier Jahre - einschließlich ihrer beiden WM-Titel von Paris - trotz fehlender positiver Proben zu und wurde im Mai 2004 für zwei Jahre gesperrt. Außerdem verlor sie über 600.000 Dollar an Prämien und ihren Ausrüstervertrag. Sie beendete danach ihre Karriere und zeigte in der Zusammenarbeit mit der Welt-Antidoping-Agentur WADA Reue: "Ich musste meine Integrität und mein Wertesystem aufs Spiel setzen. Ich wusste, dass das falsch war", sagte White "usatoday.com". In der "Süddeutschen Zeitung" beschrieb White kurz vor der WM 2009 in Berlin die Macht der Drogen eindringlich: "Ich wusste, ich konnte einen schlechten Start haben und immer noch mit fünf Metern Vorsprung gewinnen."

Auch Whites Nachfolgerin Edwards gedopt

Der nach der White-Enttarnung zur 100-m-Weltmeisterin von Paris gekürten Torri Edwards (ebenfalls USA) wurde 2004 das Stimulanzmittel Nikethamid nachgewiesen. Auch Edwards wurde von der USADA für zwei Jahre gesperrt, feierte 2006 ein erfolgreiches Comeback als Zweite beim Weltfinale in Stuttgart und sicherte sich bei der WM 2007 Gold mit der 4x100-m-Staffel.

Dieses Thema im Programm:

Sportschau live, 29.08.2015, 10.50 Uhr

Stand: 17.08.15 08:00 Uhr