Doping-Geschichte

2014: Wie Russland seine Sieger macht

Marija Sawinowa (Mitte), russische 800-m-Olympiasiegerin 2012, Teamkollegin und Bronzegewinnerin Jekaterina Poistogowa (l.) und ihr Trainer Wladimir Kazarin © imago/ZUMA Press

Marija Sawinowa (Mitte), russische 800-m-Olympiasiegerin 2012, Teamkollegin und Bronzegewinnerin Jekaterina Poistogowa (l.) und ihr Trainer Wladimir Kasarin.

Das Leichtathletik-Jahr 2014 ging mit einem Paukenschlag zu Ende, allerdings nicht mit einer Bestleistung auf der Laufbahn. Die Anfang Dezember ausgestrahlte ARD-Dokumentation "Geheimsache Doping - Wie Russland seine Sieger macht" lieferte Beweise für ein flächendeckendes Doping und ein von Trainern und Verbandsfunktionären getragenes, korruptes Betrugssystem in einer der stärksten Sportnationen der Welt. Die frühere 800-Meter-Weltklasseläuferin Julija Stepanowa (geborene Rusanowa) berichtete von ihrer eigenen Dopingvergangenheit und die Rolle der Trainer: "In Russland wird das Cocktail genannt. Epo für die Ausdauer, Steroide für die Kraft und weitere Mittel." Auch mit Wachstumshormonen habe sie experimentiert. "Den Trainern wird es eingehämmert und die hämmern es den Athleten ein. Die Athleten denken deshalb gar nicht, wenn sie verbotene Präparate einnehmen, dass sie etwas Unrechtes tun", erzählte die Spitzenathletin, die 2013 für zwei Jahre gesperrt wurde. Ihr Mann Witali Stepanow, der drei Jahre bei der Anti-Doping-Agentur Russlands (RUSADA) angestellt war, berichtete zudem von Vertuschungspraktiken: "Ich bekam ganz klar mit, dass Offizielle versucht haben sicherzustellen, dass Athleten erst gar nicht getestet wurden."

Dieses Thema im Programm:

Sportschau live, 29.08.2015, 10.50 Uhr

Stand: 24.08.15 19:19 Uhr