Doping-Geschichte

2012: Weißrussischer Dopingsumpf und entzaubertes Kenia

Der kenianische Langstreckenläufer Mathew Kipkoech Kisorio © imago

Gestand Doping im ARD-Interview: der kenianische Langstreckenläufer Mathew Kipkoech Kisorio.

Elf olympische Medaillen räumten die kenianischen Läufer 2012 in London ab, darunter zweimal Gold. Mathew Kipkoech Kisorio war nicht dabei. Der Weltklasseläufer aus Kenia wurde kurz vor den Spielen positiv auf Anabolika getestet. Mit seiner Bestzeit über 10.000 m (26:54,25 min./2011) wäre er ein Goldkandidat in London gewesen. Dass so eine Zeit nicht allein auf das Leben im kenianischen Hochland und die harte Konkurrenzsituation in dem afrikanischen Land zurückzuführen ist, sondern auch auf Doping, gab Kisorio im ARD-Interview als erster Kenianer zu. "Ich weiß, dass Medikamente verwendet werden, die dir injiziert werden, damit du mehr Sauerstoff hast. Wenn du dann rennst, fühlst du dich ganz leicht. Du hast dann viel mehr Ausdauer", sagte der damals 23-Jährige. Darüber hinaus berichtete er über einen Arzt namens Dr. Too. "Er behandelte auch die hochklassigen Athleten", so Kisorio. Darunter waren laut dem Kenianer auch Weltklasseläufer, die zum Beispiel im Marathon schon 2:05 Stunden gelaufen sind. Kisorio hoffte durch sein Geständnis auf eine mildere Strafe, wurde aber trotzdem für zwei Jahre bis 2014 gesperrt.

Dieses Thema im Programm:

Sportschau live, 29.08.2015, 10.50 Uhr

Stand: 17.08.15 08:00 Uhr