Doping-Geschichte

2012: Weißrussischer Dopingsumpf und entzaubertes Kenia

Geher Alex Schwazer in Tränen aufgelöst © SID-IMAGES/AFP/Pierre Teyssot

Olympiasieger im Gehen und Dopingsünder: Alex Schwazer aus Italien.

Kurz vor den Spielen in London musste sich Italien von einer großen Goldhoffnung verabschieden. Alex Schwazer, Olympiasieger von Peking 2008 im 50 km Gehen, wurde in einem Test vom 30. Juli des Dopings mit EPO überführt. Das Nationale Olympische Komitee Italiens warf Schwazer unmittelbar nach Bekanntwerden des Dopingfalles aus dem Team für London. Der WM-Dritte von Helsinki 2005 und Osaka 2007 kassierte eine Sperre bis Ende Januar 2016, erklärte unter Tränen seine Karriere für beendet und zeigte sich reuig: "Ich habe einen Fehler gemacht. Ich wollte für diese Olympischen Spiele stärker sein, das war falsch."

Vertuschung im italienischen Verband?

Damit war der Fall Schwazer aber noch lange nicht beendet. Die Staatsanwaltschaft Bozen leitete im September 2014 ein Strafverfahren gegen den Athleten wegen Sportbetrugs ein, das im Dezember mit einem Vergleich beendet wurde. Schwazer einigte sich auf eine achtmonatige Bewährungsstrafe und eine Geldstrafe in Höhe von 6.000 Euro. Zudem tritt der ehemalige Olympiasieger als Kronzeuge der Anklage in einem laufenden Prozess gegen zwei Ärzte und eine Funktionärin des italienischen Leichtathletik-Verbandes FIDAL auf, denen Beihilfe vorgeworfen wird. Laut Schwazer hätten sie von seinen Dopingpraktiken gewusst und weggeschaut. Desweiteren wären sie auch über seine Kontakte zu dem Skandalmediziner Michele Ferrari informiert gewesen. "Sie hätten mich aufhalten können, haben es aber nicht getan", berichtete Schwazer.

Schwazer kämpft gegen die Sperre und für sein Comeback

Seine Zusammenarbeit mit der Justiz führte Schwazer als Argument beim italienischen Olympischen Komitee (CONI) ins Feld, um seine Sperre zu verkürzen, die Anfang 2015 um drei Monate bis zum 29. April 2016 verlängert wurde. Die zusätzliche Strafe wurde verhängt, weil der Südtiroler versucht haben soll, Doping-Kontrollen zu umgehen. Das CONI sprach sich allerdings gegen eine Reduzierung aus. Der Antrag liegt nun bei der Welt-Anti-Doping-Agentur (WADA) und dem Leichtathletik-Weltverband (IAAF).

Der Kampf eines Ex-Gehers um Prinzipen? Mitnichten. Denn mittlerweile will Schwazer von einem Karriereende nichts mehr wissen. Der 31-Jährige trainiert für sein Comeback, das ihn auch wieder auf die olympische Bühne führen soll, 2016 in Rio.

Dieses Thema im Programm:

Sportschau live, 29.08.2015, 10.50 Uhr

Stand: 17.08.15 08:00 Uhr