Doping-Geschichte

2014: Wie Russland seine Sieger macht

Rita Keptoo aus Kenia © imago/PUI Photo

Gedopte Weltklasse-Marathonläuferin aus Kenia: Rita Keptoo.

Nach Schobuchowa Anfang 2014 wurden Ende des Jahres die Leistungen einer weiteren Weltklasse-Marathonläuferin von den Dopingfahndern entzaubert: Rita Jeptoo. Die Kenianierin wurde im September 2014 positiv auf Epo getestet. Die dreimalige Siegerin des Boston-Marathons (2006, 2013 und 2014) und zweimalige Chicago-Gewinnerin (2013 und 2014) bestritt die Einnahme leistungssteigernder Mittel, doch auch die B-Probe fiel positiv aus. Jeptoo wurde für zwei Jahre gesperrt und darf bis zum 29. Oktober 2016 nicht starten. Der Fall liegt aufgrund zweier Eingaben beim Internationalen Sportgerichtshof CAS: Der Leichtathletik-Weltverband IAAF würde die Sperre für die 34-Jährige gerne verdoppelt sehen. Jeptoo selbst will eine Aufhebung des Zwei-Jahres-Banns erreichen. Nach ihrem Auftritt in der kurz vor dem Start der WM in Peking ausgestrahlten ARD-Dokumentation "Geheimsache Doping - Im Schattenreich der Leichtathletik" wahrscheinlich ein unmögliches Unterfangen. Vor der ARD-Kamera berichtete die Weltklasseläuferin von dem mangelhaften Anti-Doping-Kampf in ihrem Heimatland, auch bei sich selbst: "Ich habe seit 2006 nicht einmal Bluttests in Kenia machen müssen, nur Urin."

Julia Mumbi auch nicht? Die Kenianerin gewann im September 2014 den Köln-Marathon, der anschließende Doping-Test war positiv auf Epo. Der Sieg wurde ihr aberkannt, und der kenianische Leichtathletik-Verband sperrte Mumbi für zwei Jahre. Ebenfalls bis 2016 gesperrt ist Emily Chepkorir. Die Kenianerin wurde positiv auf das Steroid Nandrolon getestet und verlor deshalb auch ihren Sieg beim Calgary-Marathon 2014. Wie verbreitet Doping in der kenianischen Leichtathletik und wie einfach die Beschaffung von verbotenen Substanzen ist, zeigt die jüngste ARD-Dokumentation "Geheimsache Doping" von Hajo Seppelt:

Dieses Thema im Programm:

Sportschau live, 29.08.2015, 10.50 Uhr

Stand: 24.08.15 19:19 Uhr