Siebenkampf-Siegerin Jessica Ennis-Hill. © EPA Foto: Jeon Heon-Kyun

Siebenkampf

Ennis-Hill Siebenkampf-Königin - Rath Fünfte

Jessica Ennis-Hill aus Großbritannien hat den Siebenkampf bei den Leichtathletik-Weltmeisterschaften in Peking gewonnen. Im abschließenden 800-m-Lauf verteidigte sie Platz eins eindrucksvoll. Das deutsche Trio hatte mit der Medaillenvergabe nach zwei durchwachsenen Wettkampf-Tagen nichts zu tun. Claudia Rath von der LG Eintracht Frankfurt wurde am Ende aber gute Fünfte.

86 Punkte Vorsprung hatte Olympiasiegerin Jessica Ennis-Hill, die nach einer Babypause nicht zu den WM-Topfavoritinnen gezählt hatte, nach den ersten sechs Disziplinen vor der Vize-Europameisterin aus den Niederlanden, Nadine Broersen. Die Weltjahresbeste und Topfavoritin Brianne Theisen-Eation aus Kanada lag noch einmal acht Punkte mehr hinter der Britin zurück. Für Spannung war also vor dem Startschuss des 800-m-Laufs gesorgt. Ennis-Hill gab sich aber keine Blöße. Den Angriff von Theisen-Eaton wehrte sie souverän ab: In 2:10,13 Minuten gewann sie den Lauf und durfte sich anschließend mit Saisonbestleistung von 6.669 Punkten als Weltmeisterin feiern lassen. Die Kandierin schob sich mit einer 800-m-Zeit von 2:11,52 Minuten und 6.554 Punkten noch auf den Silberrang vor. Laura Ikauniece-Admidina aus Lettland (6.516) schnappte Broersen (6491) die Bronzemedaille weg.

Rath ganz stark beim Weitsprung

Claudia Rath war als Neunte der Gesamtwertung auf die beiden Stadionrunden gegangen, konnte sich aber nicht mehr weiter nach vorne arbeiten. Die WM-Vierte von Moskau 2013 kam in 2:09,66 Minuten ins Ziel. Nach einem mäßigen ersten Tag hatte Rath im Weitsprung mit 6,61 m die beste Leistung im Teilnehmerfeld abgeliefert, war dann aber beim Speerwerfen (41,31m) in der Gesamtwertung wieder ein paar Plätze zurückgefallen. Obwohl sie eine starke 800-m-Läuferin, wäre es eine Sensation gewesen, wenn die Frankfurterin noch in die Medaillenränge gelaufen wäre. Am Ende wurde sie gute Fünfte mit 6.441 Punkten. "Ich wollte eigentlich eine Bestleistung erreichen, aber mit dem fünften Platz bin ich hochzufrieden. An eine Medaille habe ich gar nicht gedacht", sagte Rath im Ersten, nachdem sie ihre Bestleistung nur um 21 Punkte verpasst hatte.

Die Trauer holt Schäfer im Stadion ein

Carolin Schäfer ging beim abschließenden 800-m-Lauf nicht mehr an den Start. Die Zweite der Weltjahresbestenliste hatte den Auftakt des zweiten Wettkampftages im wahrsten Sinne des Wortes "in den Sand gesetzt": Alle drei Versuche beim Weitsprung waren ungültig. Dadurch fiel die 23-Jährige, die nach den ersten vier Disziplinen Neunte gewesen war, in der Gesamtwertung aussichtslos zurück. Doch nicht deshalb konnte sie dann die Tränen nicht mehr zurückhalten: "Das hat persönliche Gründe. Ich habe mich noch nie so einsam gefühlt in so einem großen Stadion", sagte die EM-Vierte vom TV Friedrichstein im Ersten. Schäfers Freund, ein Volleyballer, war im vergangenen Februar bei einem Unfall ums Leben gekommen. "Was mich mit meinem Partner verbunden hat, ist das Stadion. Das ist mir hier noch mal richtig bewusst geworden." Schäfer beendete den Siebenkampf schließlich mit dem Speerwerfen (45,21 m) nach der sechsten Disziplin.

Oeser mit einem ordentlichen Comeback

Siebenkämpferin Jennifer Oeser beim Speerwerfen in Peking © dpa-Bildfunk Foto: Diego Azubel

Jennifer Oeser feierte zehn Monate nach der Geburt ihres Sohnes ein ordentliches Comeback.

Jennifer Oeser aus Leverkusen (6.308) erreichte bei ihrem Comeback nach Babypause auf den letzten Metern noch als Zehnte in Saisonbestleistung die Top Ten. Als 16. nach dem ersten Wettkampftag kam die 31-Jährige im Weitsprung auf 6,17 m, danach warf sie den Speer 46,45 m weit bevor sie über 800 m in 2:13,89 Minuten eine persönliche Saisonbestleistung erreichte. "Das Gefühl hier im Ziel zu liegen ist unbeschreiblich schön. Es hat sich gelohnt, dafür zu kämpfen", fasste Oeser nach dem Comeback-Wettkampf ihre Gefühlslage zusammen - und schickte im Ersten Küsschen nach Hause zu Söhnchen Jakob.

Dieses Thema im Programm:

Sportschau live, 29.08.2015, 10.50 Uhr

Stand: 23.08.15 14:18 Uhr