Derek Drouin jubelt. © dpa Foto: Diego Azubel

Hochsprung

Hochsprung-Drama - Drouin gewinnt Stechen

Gold ging im Stechen weg, Silber teilten sich zwei Athleten. Der Hochsprung-Wettbewerb der Männer fand ein kurioses Ende - der Kanadier Derek Drouin war der glückliche Sieger.

Hochklassig war das WM-Finale der Hochspringer nicht, aber dramatisch. Mit dem regennassen Kunststoffbelag im "Vogelnest" von Peking kam die versammelte Hochsprung-Weltklasse am Sonntag (30.8.15) überhaupt nicht zurecht. Nur vier Springer überquerten 2,33 m. Nach drei Fehlversuchen über 2,36 m musste dann ausgerechnet Mutas Essa Barschim aus Katar die Segel streichen. Der einzige Hochspringer, der in diesem Jahr die 2,40-m-Marke genommen hat, hatte sich bereits einen Fehlversuch über 2,29 m geleistet. Titelverteidiger Bogdan Bondarenko aus der Ukraine, der seinen 26. Geburtstag feierte, der chinesische Aufsteiger Guowei Zhang und Derek Drouin aus Kanada hatten hingegen alle Höhen bis 2,33 m im ersten Versuch genommen und mussten deshalb ins Stechen. Weil alle drei einen weiteren Versuch über 2,36 m rissen, wurde die Latte auf 2,34 m heruntergeschraubt. Drouin schwang sich über die Höhe, danach rissen Bondarenko und Zhang, und der Kanadier, der in Moskau und bei Olympia Bronze gewonnen hatte, feierte den größten Erfolg seiner Karriere.

Onnen erwischt keinen guten Tag

Eike Onnen konnte sich das Spektakel in aller Ruhe anschauen. Der 33 Jahre alte Routinier, der in der Qualifikation noch 2,31 m überquert hatte, kam im Finale überhaupt nicht zurecht. Nach der Einstiegshöhe von 2,20 m, die er auf Anhieb meisterte, überquerte er die 2,25 m erst im dritten Versuch und scheiterte dann an 2,29 m. Das bedeute te Rang zwölf für den viermaligen deutschen Meister von der LG Hannover, der nach Platz sieben bei der WM 2007 in Osaka immer wieder mit Verletzungspech zu kämpfen hatte und als Außenseiter in das Finale gegangen war. "Mit diesem Wettkampf bin ich überhaupt nicht zufrieden", sagte er. "Vielleicht wollte ich selbst ein bisschen zu viel - und gerade im Hochsprung braucht man eine gewisse Lockerheit."

Przybylko und Uchow verpassen Finale

Letzter Deutscher in einem WM-Finale vor Onnen war Raul Spank, der 2011 in Daegu Platz neun belegte. Spank hatte 2009 mit Bronze in Berlin auch für die letzte deutsche WM-Medaille gesorgt. Größter Erfolg eines DLV-Springers war der Weltmeister-Titel von Martin Buß 2001 in Edmonton. Der zweite deutsche Starter, Mateusz Przybylko, war in der Qualifikation in Peking nicht über 2,26 m hinausgekommen und wie der höhengleiche Olympiasieger Iwan Uchow aus Russland früh ausgeschieden.

Dieses Thema im Programm:

Sportschau live, 29.08.2015, 10.50 Uhr

Stand: 30.08.15 14:46 Uhr