Marija Kutschina aus Russland. © dpa bildfunk Foto: Diego Azubel

Hochsprung

Kutschina gewinnt Hochsprung-Show - Jungfleisch stark

Marie-Laurence Jungfleisch hat ihre Bestleistung auf 1,99 m gesteigert. In einem hochklassigen Hochsprung-Finale reichte das aber nicht für eine Medaille. Überfliegerin Marija Kutschina holte Gold.

An einem "Sahnetag" ist Marie-Laurence Jungfleisch in für sie neue Dimensionen vorgedrungen. Die Tübingerin übersprang am Samstag (29.8.15) im "Vogelnest" von Peking erstmals 1,99 m. Doch die Höhe, mit der sie vor zwei Jahren in Moskau Bronze gewonnen hätte, reichte nur zu Platz sechs, weil sich die neue Weltmeisterin Marija Kutschina aus Russland mit der zweimaligen Weltmeisterin Blanka Vlasic aus Kroatien und Olympiasiegerin Anna Tschitscherowa einen Schlagabtausch jenseits der Zwei-Meter-Marke lieferte. Am Ende verwies die aufstrebende 22-Jährige, die in Zürich EM-Silber und bei der Hallen-WM Gold gewonnen hatte, die höhengleichen großen Damen des Hochsprungs, weil sie bis zur Siegerhöhe von 2,01 m nicht einen Fehlversuch hatte.

Mit Pokerface zur Bestmarke

Für Jungfleisch sind die zwei Meter noch eine Nummer zu groß, sie riss dreimal die 2,01 m. Trotzdem verließ sie lächelnd und vollkommen mit sich im Reinen die die Anlage. Die 24-Jährige, die in ihrem ersten WM-Finale vor zwei Jahren in Moskau als 13. noch Lehrgeld hatte zahlen müssen, war in Peking bei 1,88 m eingestiegen und hatte auch die 1,92 m und 1,95 m im ersten Versuch gemeistert. Und dann zeigte die EM-Fünfte ihr Pokerface: Nachdem sie 1,97 m gerissen hatte, "vertagte" sie ihre verbleibenden Versuche auf 1,99 m. So hoch war sie nie zuvor gesprungen, doch in Peking war es soweit: Im letzten Versuch gelang ihr ein Supersprung, mit dem sie ihre Bestmarke um zwei Zentimeter steigerte. "Ich bin sehr glücklich über meine Leistung - fast zwei Meter", sagte Jungfleisch im Ersten. "Mein Trainer hat gemeint, ich soll gleich die 1,99 m springen, es hat sich gelohnt." Nun gehört sie zu den Top Ten der deutschen Hochspringerinnen, die mit 2,06 m von Ariane Friedrich angeführt werden.

Schon in der Qualifikation blitzsauber

Schon in der Qualifikation hatte Jungfleisch einen sicheren Eindruck hinterlassen und sich mit 1,92 m für das Finale qualifiziert. "Wie immer habe ich mich vorher etwas müde gefühlt, das ist aber normal bei mir", sagte die in Paris geborene Jungfleisch, die sich dann aber hellwach und ausgeruht präsentierte.

Dieses Thema im Programm:

Sportschau live, 29.08.2015, 10.50 Uhr

Stand: 29.08.15 14:07 Uhr