Anita Wlodarczyk bejubelt einen guten Versuch. © dpa Foto: Christian Charisius

Hammerwurf

Fabelhafte Wlodarczyk holt Gold - Klaas Sechste

Diese Frau ist der Hammer: Weltrekordlerin Anita Wlodarczyk hat erneut über 80 Meter weit geworfen und sich damit den WM-Titel gesichert, Betty Heidler und Kathrin Klaas gingen leer aus.

WM-Gold für Anita Wlodarczyk - das kam nicht überraschend. Dass die polnische Hammerwerferin ihre Konkurrentinnen aber derart demütigen würde, das verschlug so manchem am Donnerstag (27.8.15) im "Vogelnest" von Peking den Atem. Auf 80,85 m schleuderte sie den Hammer im vierten Versuch. Damit blieb sie nur 23 Zentimeter unter ihrem erst am 1. August aufgestellten Fabel-Weltrekord. Beim Sportfest im heimischen Cetniewo hatte sie als erste Frau die Schallmauer durchbrochen und das Gerät auf sage und schreibe 81,08 m gewuchtet. In Peking hatte die nun zweimalige Weltmeisterin und Europameisterin bereits im dritten Durchgang siegessicher die Faust geballt - da war ihr Hammer bei 80,27 m gelandet. Damit gingen beide Hammer-Titel nach Polen: Bei den Männern hatte Wlodarczyks Landsmann Pawel Fajdek Gold geholt.

Klaas mit Saisonbestleistung - Heidler enttäuscht

Mit ihrer Siegerweite lag Wlodarczyk mehr als vier Meter vor Zhang Wenxiu aus China, die mit 76,33 m Silber holte. Bronze ging an die Französin Alexandra Tavernier (74,02), Junioren-Weltmeisterin von 2012 und EM-Sechste von Zürich 2014. Kathrin Klaas verpasste trotz Saisonbestleistung von 73,18 m um 84 Zentimeter den Bronzerang. Bei der EM in Zürich war sie als Vierte noch knapper an einer Medaille vorbeigeschrammt. "Ich hatte mir schon mehr vorgenommen", sagte Klaas etwas zerknirscht im ARD-Interview. Ihre Frankfurter Clubkollegin Betty Heidler kam überhaupt nicht zurecht. Die Weltmeisterin von 2007, die vor vier Jahren schon einmal dicht an die 80 Meter herangeworfen hatte und als Zweite der Weltjahresbeste nach Peking gereist war, ist weit entfernt von dieser Form. Am weitesten flog der Hammer in ihrem zweiten Versuch: 72,56 m bedeuteten am Ende nur Rang sieben. Das "Vogelnest" ist wohl nicht ihr Stadion: 2008 war sie bei den Olympischen Spielen in Peking nur Neunte geworden. "Ich habe mich nicht schlecht gefühlt, aber keinen Druck aufs Gerät gekriegt, und dann fliegt er eben auch nicht", sagte Heidler.

Dieses Thema im Programm:

Sportschau live, 29.08.2015, 10.50 Uhr

Stand: 27.08.15 14:21 Uhr