Gregor Traber © dpa Foto: Michael Kappeler

110 m Hürden

Hürdensprinter Bühler und Traber verpassen Finale

Der WM-Endlauf über 110 m Hürden wird ohne deutsche Sprinter stattfinden: Matthias Bühler und Gregor Traber schieden am Donnerstag (27.8.15) trotz starker Leistungen im Halbfinale aus. Als Schnellster ins Finale sprintete der an den Nieren erkrankte Aries Merritt aus den USA.

Nachdem im ersten von drei Semifinals der Russe Sergej Schubenkow (13,09 Sek.) und Hansle Parchment aus Jamaika (13,16 Sek.) ihre Finaletickets über 110 m Hürden direkt gelöst hatten, ging mit Gregor Traber der erste von zwei Deutschen im zweiten Lauf in die Blöcke. Der Sprinter des VfB Stuttgart erwischte einen guten Start, kam am Ende aber nur als Fünfter ins Ziel. Die gute Zeit von 13,37 Sekunden reichte dem deutschen Meister am Ende nicht, um über die Zeitschnellsten-Regelung ins Finale am Freitag (28.8.15, 15.20 Uhr im Live-Ticker) einzuziehen. Noch knapper war es für Matthias Bühler: Der Offenburger verschlief den Start leicht und touchierte die erste Hürde, stellte in 13,34 Sekunden dennoch seine persönliche Bestleistung ein. Als Dritter seines Laufs hoffte auch er schließlich vergeblich auf die Zeitschnellsten-Regelung. "Ich denke, ich habe mich gut präsentiert. Es fehlt noch ein Tick, um vorne mitzulaufen. Aber meine Formkurve steigt jährlich nach oben", bilanzierte der 28-Jährige im Ersten. Alexander John (Leipzig) war als dritter DLV-Hürdensprinter im Vorlauf nach einem Fehlstart disqualifiziert worden.

"Wer weiß, das könnten meine letzten Meisterschaften sein"

Aries Merritt im Vorlauf über 110 m Hürden. © dpa Foto: Srdjan Suki

Der US-Amerikaner Aries Merritt wird sich nach der WM einer Nierentransplantation unterziehen.

Mit der besten Zeit aller Halbfinalteilnehmer sprintete der US-Amerikaner Aries Merritt ins Finale: 13,08 Sekunden bedeuteten für ihn gleichzeitig Saisonbestleistung. Der Hürden-Olympiasieger startet in Peking gehandicapt: Er wird sich vier Tage nach dem WM-Finale einer Nierentransplantation unterziehen. Der 30-Jährige informierte am Mittwoch (26.8.15) in Peking über eine schwere Erkrankung. Die Ursache sei eine seltene genetische Störung. "Wer weiß, das könnten meine letzten Meisterschaften sein", sagte der Weltrekordhalter nach seinem Vorlauf über 110 Meter Hürden. Seine Nierenfunktion liegt demnach aktuell bei weniger als 20 Prozent. "Ich will nicht in meinem Haus sitzen und auf die Operation warten. Ich möchte raus, das Leben genießen", erklärte der 30-Jährige, warum er an der WM teilnimmt.

Dieses Thema im Programm:

Sportschau live, 29.08.2015, 10.50 Uhr

Stand: 27.08.15 13:40 Uhr