Die Geher Rafal Augustyn, Alexander Jargunkin (M.) und Alexej Kasanin. © Imago Foto: Imago

Doping

Russischer Geher offenbar positiv getestet

Der russische Geher Alexander Jargunkin ist vor der WM in Peking offenbar positiv auf das Blutdopingmittel EPO getestet worden. Er durfte am Samstag über 50 Kilometer nicht an den Start gehen.

Dies berichtete die russische Nachrichtenagentur Tass am Freitag (28.8.15). Der 34-jährige zweifache Landesmeister war für das 50-Kilometer-Rennen bei der WM am Samstag (29.8.15) als einziger russischer Geher gemeldet. Alle anderen Mitglieder des Geher-Teams aus Russland waren bereits zuvor wegen diverser Doping-Vergehen vom eigenen Verband von allen internationalen Wettkämpfen zurückgezogen worden. "Der Athlet ist vorläufig von Wettbewerben suspendiert", sagte Nikita Kamajew, Generaldirektor der russischen Anti-Doping-Agentur (RUSADA). Jargunkins Trainer Konstantin Golubtsow war überrascht von der Nachricht: "Ich kann nicht verstehen, wie das passieren konnte." Zuvor waren bei der WM in Peking die beiden kenianischen Läuferinnen Koki Manunga und Joyce Zakary bei Doping-Trainingskontrollen positiv getestet worden.

Russlands Leichtathletik am Tiefpunkt

Russlands Leichtathletik erlebt bei der WM in Peking einen tiefen Fall. Viele Doping-Fälle und die Ermittlungen wegen angeblich systematischen Missbrauchs in der Leichtathletik-Nation Nummer eins in Europa haben offenbar Spuren hinterlassen. Nach 32 von 47 WM-Finals haben die Russen nur je eine Gold- und Silbermedaille gewonnen: Europameister Sergej Schubenkow wurde Weltmeister über 110 Meter Hürden; 400-Meter- Hürdenläufer Denis Kudrjawzew landete auf dem zweiten Platz. In der Nationenwertung der Plätze eins bis acht standen sie am Freitagabend (28.8.15) mit nur 31 Punkten auf dem elften Rang. Zum Vergleich: Bei allen Olympischen Spielen und Weltmeisterschaften von 2000 bis 2012 erkämpften sich Russland Leichtathleten in den Nationenwertungen immer mindestens Platz zwei. Cheftrainer Juri Borsakowski bekannte, dass das schlechte Abschneiden seines WM-Teams mit den Doping-Vorwürfen gegen russische Sportler zu tun hat. "Das hängt damit zusammen, dass wir unter großem psychischem Druck stehen", sagte er der Agentur Tass.

Dieses Thema im Programm:

Sportschau live, 29.08.2015, 10.50 Uhr

Stand: 29.08.15 06:13 Uhr