Thomas Röhler im WM-Finale. © dpa Foto:  Lee Jin-Man

Speerwurf

Röhler starker Vierter bei Yegos Speerwurf-Show

Speerwerfer Thomas Röhler hat im WM-Finale eine Medaille zwar verpasst, darf als Vierter mit seiner Leistung aber mehr als zufrieden sein. Gold ging an "Überwerfer" Julius Yego aus Kenia, der mit 92,72 Meter eine Weltjahresbestleistung aufstellte. Während Athleten aus Ägypten und Finnland die Plätze zwei und drei belegten, vervollständigten die DLV-Werfer Andreas Hofmann und Johannes Vetter auf Rang sechs und sieben das starke Teamergebnis.

In einem Finale auf sehr hohem Niveau legte Thomas Röhler stark vor: Seine 86,68 m aus dem ersten Versuch brachten den 23-Jährigen aus Jena zunächst sogar auf Rang eins. Doch die Platzierung in den Medaillenrängen musste der Deutsche im weiteren Verlauf des Wettbewerbs wieder räumen. Zwar warf er in drei seiner fünf folgenden Versuche noch immer ein Stückchen weiter, am Ende aber fehlten ihm mit 87,41 m winzige 23 Zentimeter zur Bronzemedaille. Die sicherte sich mit dem Finnen Tero Pitkämäki (87,64 m), ein Ex-Weltmeister. Platz zwei ging an den Ägypter Ihab Abdelrahman El Sayed (88,99 m). "Wenn man im Finale fünf Mal über 86 Meter wirft, kann ich nicht unzufrieden sein", sagte Röhler im ZDF zu seinem Wettkampf.

Yego bringt das "Vogelnest" aus dem Häuschen

Julius Yego jubelt. © dpa Foto: Franck Robichon

Julius Yego stellte im Finale eine Weltjahresbestleistung auf.

Gegen den bereits als Weltjahresbester angereisten Julius Yego war am fünften WM-Wettkampftag im "Vogelnest" für die sportliche Konkurrenz kein Kraut gewachsen. Der Polizist aus Soba River gewann das historische erste WM-Gold für Kenia in einer "Field"-Disziplin - also nicht auf der Bahn oder auf der Straße. Völlig unbeeindruckt von den bis dahin gezeigten Würfen im Wettbewerb schleuderte der 26 Jahre alte Afrikaner den Speer im dritten Versuch auf die sagenhafte Weltjahresbestleitung von 92,72 m. Das Publikum war aus dem Häuschen, Yego selbst schrie seine Freude über den gelungenen Wurf laut hinaus - seit 14 Jahren ist kein Speer in der Welt mehr weiter geflogen. Lag Röhler zu diesem Zeitpunkt hinter dem Ägypter Ihab Abdelrahman El Sayed noch auf Position drei, musste er den Bronze-Rang dann wenige Augenblicke später an Antti Ruuskanen aus Finnland abgeben, der sich in seinem dritten Versuch auf 87,12 m steigerte.

Röhler: "Sind auf einem guten Weg Richtung Rio"

Der Wirtschafts- und Sportstudent Röhler durfte mit seiner zweiten WM-Teilnahme mehr als zufrieden sein. Vor zwei Jahren, bei seinem Weltmeisterschafts-Debüt in Moskau, hatte er noch den Einzug ins Finale verpasst. Das hohe Niveau des WM-Finals in Peking macht allein schon die Tatsache deutlich, dass Röhler mit seinen nun gezeigten 87,41 m 2013 Gold gewonnen hätte. Und so war es kein Wunder, dass der 23-Jährige "super happy" über die "wunderbare Holzmedaille" war. "Wir alle planen mit Rio 2016. Das sind wir auf einem guten Weg", sagte Röhler mit einem Blick in die Zukunft - und auf das Abschneiden seiner DLV-Teamkollegen in Peking. Andreas Hofmann von der MTG Mannheim kam mit 86,01 m auf Rang sechs, Johannes Vetter (Saarbrücken) vervollständigte das starke deutsche Ergebnis als Siebter mit 83,79 m. Lars Hamann (Dresden) war bereits in der Qualifikation am Dienstag (25.8.15) ausgeschieden.

Dieses Thema im Programm:

Sportschau live, 29.08.2015, 10.50 Uhr

Stand: 26.08.15 14:21 Uhr