Usain Bolt (l.) ist Weltmeister über 200 m. © dpa Foto: Srdjan Suki

200 m

Zehntes Gold für Bolt - Gatlin chancenlos

Usain Bolt hat das "Duell der Giganten" über 200 m klar für sich entschieden: Im Finale der Leichtathletik-Weltmeisterschaften in Peking siegte der Jamaikaner in Weltjahresbestzeit von 19,55 Sekunden. Herausforderer Justin Gatlin aus den USA lief mit deutlichem Rückstand als Zweiter ins Ziel. Bolts Sammlung umfasst nun bereits insgesamt zehn WM-Goldmedaillen. Bei der Ehrenrunde erlebte der Doppelweltmeister eine kleine Schrecksekunde.

"Seht her, ich bin der Größte" - als Usain Bolt nach 200 m mit großem Vorsprung über die Ziellinie im Pekinger "Vogelnest" sprintete, ballte er die Fäuste, zeigte dabei mit beiden Daumen auf seine Brust. Vier Tage nach seinem WM-Triumph über 100 m setzte der Jamaikaner mit dem zweiten Sieg gegen den dieses Mal chancenlosen US-Herausforderer Gatlin einen weiteren Meilenstein in seiner imponierenden Karriere. "Prima gemacht, Usain!", sagte Bolt nach dem Rennen. "Ich habe immer gesagt, dass ich das schaffe. Ich hatte nie einen Zweifel. Auf den 200 Metern bin ich ein anderer Mensch. Das ist ein großes Geschenk für mich und unser Land." Der 29-Jährige hat nun bei Weltmeisterschaften seit 2009 insgesamt zehn Titel gewonnen - drei über 100 m, vier über 200 m und drei mit der jamaikanischen 4x100-m-Sprintstaffel. In der Leichtathletik-Historie folgen im Gold-Ranking hinter Bolt drei US-Amerikaner: Allyson Felix gewann in Peking über 400 m, sie steht jetzt bei neun WM-Titeln. Carl Lewis und Michael Johnson haben im Laufe ihrer Karriere jeweils acht Mal Gold gewonnen.

Demonstration der Stärke

Das mit Spannung erwartete 200-m-Finale bei der WM in Peking war am Donnerstag (27.8.15) eine eindeutige Angelegenheit: Schon eingangs der Zielgerade lag Usain Bolt auf Bahn sechs klar in Führung. Justin Gatlin hatte dem Jamaikaner auf Bahn vier laufend in der zweiten Hälfte des Rennens nichts entgegenzusetzen. Schon 50 Meter vor dem Ziel stand der Sieg des Rekord-Weltmeisters fest. Während Bolt sich im Ziel schließlich für eine Weltjahresbestzeit feiern lassen durfte, musste sich der 33 Jahre alte Gatlin in 19,74 Sekunden abgeschlagen mit Rang zwei begnügen. Dritter wurde der Südafrikaner Anaso Jobodwana, der in 19,87 Sekunden Landesrekord lief. Als bester Europäer kam Zharnel Hughes aus Großbritannien in persönlicher Bestzeit von 20,02 Sekunden auf Rang fünf ins Ziel.

Bolt macht nach Sturz Späße

Eine kurze Schrecksekunde erlebte Doppelweltmeister Bolt bei der Ehrenrunde: Ein chinesischer Kameramann fuhr ihm mit einem sogenannten Segway von hinten in die Beine. Der Jamaikaner stürzte zu Boden, rappelte sich aber schnell unverletzt und lachend wieder auf. Bei der Pressekonferenz nach dem Rennen machten Bolt und sein Rivale Gatlin schon wieder Witze über diese Szene, die sich über die sozialen Netzwerke sofort in alle Welt verbreitete. "Es gehen hier schon die ersten Gerüchte um, dass Justin Gatlin den Mann bezahlt hat", meinte Bolt. Der Amerikaner meinte daraufhin: "Ich will mein Geld zurück. Der hat da etwas falsch verstanden. Er sollte das vor dem Rennen machen, nicht danach."

Der Jamaikaner hat noch nicht genug

Für Bolt schließt sich in Peking in gewisser Weise ein Kreis: Bei den Olympischen Spielen 2008 hatte der Jamaikaner in der chinesischen Hauptstadt seine ersten drei großen internationalen Titel gewonnen. Am Samstag (29.8.15, 15.10 Uhr, live im Ersten und auf sportschau.de) will kann er mit der Sprintstaffel seines Landes den WM-Titel im 4x-100-m-Finale gewinnen. Ob der bereits zweimal wegen Dopings gesperrte (2001 und 2006 bis 2010) Justin Gatlin mit der US-Staffel den nächsten Triumph von "Gold-Bolt" verhindern kann, darf bezweifelt werden. Bolt ist nach eineinhalb Jahren mit einigen Verletzungssorgen in Topform - das hat er in den vergangenen Tagen in Peking eindrucksvoll unter Beweis gestellt.

Dieses Thema im Programm:

Sportschau live, 29.08.2015, 10.50 Uhr

Stand: 27.08.15 15:00 Uhr