Jimmy Vicaut

Jimmy Vicaut: Kraftpaket auf schnellen Beinen

Sportart: Leichtathletik
Disziplinen: 100 m , 4 x 100 m
Land: Frankreich Flagge Frankreich

Steckbrief

geb. am: 27.02.1992
in Paris
Größe: 1,84 m
Gewicht: 76 kg
Verein: CA Montreuil 93
Trainer: Guy Ontanon

Sportliche Eckdaten

Persönliche Bestleistung:
9,86 Sek. (100 m/2015/ER)
20,30 Sek. (200 m/2013)
Größte Erfolge
Olympische Spiele:
Bronze 2012 (4x100 m)

Weltmeisterschaften:
Silber 2011 (4x100 m)

Europameisterschaften:
Silber 2016 (4x400 m)
Bronze 2016 (100 m)
Silber 2012 (100 m)
Gold 2010 (4x100 m)


Jimmy Vicaut sprintet die 100 m im Juli 2015 in 9,86 Sekunden - französischer und Europa-Rekord! Jimmy wer? Den 24-jährigen Franzosen kannten außerhalb seines Landes bislang nur Insider. Doch mit seinen starken Auftritten lässt Vicaut auch die internationale Sprintkonkurrenz aufhorchen.

Im Jahr 2010 trat Vicaut erstmals international in Erscheinung: In Barcelona lief er mit der französischen 4x100-m-Sprintstaffel zu EM-Gold. 2012 bejubelte er seinen ersten großen Einzeltitel. Bei den Europameisterschaften in Helsinki verlor er zwar das Duell gegen seinen Landsmann Christoph Lemaitre hauchdünn, gewann aber hinter seinem Staffel-Kollegen die Silbermedaille über 100 m.

Kraft und schnelle Schritte

Vicaut und Lemaitre - unterschiedlicher könnten Frankreichs Top-Sprinter nicht sein. Lemaitre, mit 1,90 m großgewachsen und relativ schlank, profitiert von seiner enormen Schrittlänge. Vicaut, nur sechs Zentimeter kleiner, wirkt dagegen kompakter und kräftiger. Seine Geschwindigkeit bezieht der nur 76 kg schwere Athlet vorwiegend aus seiner hohen Schrittfrequenz, mit der er vor allem auf der zweiten Rennhälfte der 100 m besticht. So auch bei den Olympischen Spielen in London, als Vicaut mit der französischen Staffel erstmals eine Olympische Medaille gewann - nachträglich. Eigentlich Fünfter profitierten Vicaut und Co. zunächst von der Disqualifikation des drittplatzierten kanadischen Quartetts (Betreten der Bahnbegrenzung) und später vom Dopingverstoß Tyson Gays, der der US-Staffel Silber kostete. So rückten die Franzosen noch auf den Bronzerang vor.

Europarekord egalisiert

Vicaut entwickelte sich 2013 kontinuierlich weiter, unterbot erstmals die 10-Sekunden-Marke. 2013 und 2014 lief er jeweils 9,95, ehe er 2015 beim Meeting in seiner Geburtsstadt Paris den 100-m-Europarekord einstellte: 9,86 Sekunden! Mit dieser Zeit war der Portugiese Francis Obikwelu bei den Sommerspielen 2004 in Athen zu Silber gelaufen. Seither wartet Europa auf eine olympische Medaille im 100-m-Sprint. Vicaut konnte seine Topform 2015 bis zum Saisonhöhepunkt allerdings nicht mehr ganz halten. Bei der WM in Peking sprintete er mit exakt 10 Sekunden auf den achten Rang - seine Europarekordzeit hätte für Bronze gereicht.

Konkurrent für Bolt & Co?

Für Amsterdam und für Rio scheint Vicaut bereit: Anfang Juni 2016 egalisierte der Franzose in Montreuil-sous-Bois den Europarekord erneut - bei einem zulässigem Rückenwind von 1,8 Meter/Sekunde. Bei den französischen Meisterschaften holte sich Vicaut in ebenso starken 9,88 Sekunden den Titel über 100 m. Der 24-Jährige bewies damit nachdrücklich, dass sein Rekordrennen vom vergangenen Jahr keine Eintagsfliege war und er ein ernsthafter Gegner für Weltrekordler Usain Bolt und die US-amerikanischen Sprintstars sein kann. Auch bei der nationalen Konkurrenz lässt Vicaut keine Zweifel offen: Er will endgültig raus aus dem Schatten seines Rivalen Lemaitre. Bei der EM in Amsterdam musste Vicaut allerdings einen Rückschlag hinnehmen. Über 100 m landete der Goldfavorit nur auf dem Bronzerang. Mit der Staffel lief es für den Franzosen etwas besser: Silber über 4x400 m.

Dieses Thema im Programm:

Sportschau live, 29.08.2015, 10.50 Uhr

Stand: 10.07.16 18:13 Uhr