Die Siebenkämpferinnen Jennifer Oeser und Claudia Rath im Sommerpalast von Peking.

Jennifer Oeser

Sportart: Leichtathletik
Disziplin: Siebenkampf
Land: Deutschland Flagge Deutschland

Steckbrief

geb. am: 29.11.1983
in Brunsbüttel
Größe: 176 cm
Gewicht: 65 kg
Verein: TSV Bayer 04 Leverkusen
Trainer: Karl-Heinz Düe, Wolfgang Kühne
Beruf: Polizeihauptmeisterin

Sportliche Eckdaten

Persönliche Bestleistung:
6.683 Punkte (2010)
Größte Erfolge
Weltmeisterschaften:
Bronze 2011
Silber 2009

Europameisterschaften:
Bronze 2010

Deutsche Meisterschaften:
Gold 2006

U23-EM:
Gold 2003


Jennifer Oeser ist seit ihrem fünften Lebensjahr in der Leichtathletik aktiv, seit 1999 betreibt sie Leistungssport. Zum TSV Bayer 04 Leverkusen kam die 32-Jährige über ihren Vater. Durch seine Nachfrage in einem Bayer-Werk nach geeigneter Förderung für die Tochter kam das Talent im Herbst 2000 zum Leverkusener Club. Ins internationale Rampenlicht rückte die gebürtige Brunsbüttelerin erstmals bei der EM in Göteborg 2006: Mit 6.376 Punkten schrammte sie auf Rang vier nur um 44 Zähler an Bronze und um 47 Punkte an der Silbermedaille vorbei. "Ich nehme die Holzmedaille gern. Ich bin trotzdem glücklich", freute sich Oeser nach ihrem starken Auftritt: "Es ist in allen Disziplinen noch etwas drin." Eine Prognose, mit der sie Recht behalten sollte. Denn bei der WM in Osaka im Jahr darauf blieb Bronze eine ganze Weile in Reichweite, nach schwachem Speerwurf fiel sie jedoch auf den siebten Platz zurück.

Dreimal internationales Edelmetall

Leichtathletik-WM 2009 in Berlin: Die deutsche Siebenkämpferin Jennifer Oeser gewinnt die Silbermedaille © picture alliance / Augenklick Foto: Annegret Hilse

Stolz auf WM-Silber: Jennifer Oeser 2009.

Ganz anders verlief die Heim-WM 2009: Nach zwei spannenden Wettkampftagen verbesserte Oeser im Berliner Olympiastadion ihre persönliche Bestleitung auf 6.493 Punkte und holte hinter der britischen Weltmeisterin Jessica Ennis Silber. Dabei hatte den Zuschauern beim abschließenden 800-m-Lauf der Atem gestockt, als die Leverkusenerin stürzte. Doch der Blondschopf zeigte Kampfgeist, rappelte sich auf, rollte das Feld von hinten auf und schaffte tatsächlich noch den Sprung auf Platz zwei. Es war die erste deutsche Medaille im Siebenkampf nach dem WM-Sieg von Sabine Braun 1997 in Athen - und wohl einer der emotionalsten Augenblicke der Berliner Titelkämpfe.

Bei der EM in Barcelona 2010 steigerte sich die Polizeihauptmeisterin, die in Brunsbüttel direkt am Nord-Ostseekanal aufgewachsen ist, ein Jahr nach dem WM-Silber von Berlin ähnlich hochkarätig von 6.439 auf 6.683 Punkte. Das brachte ihr Bronze ein. Und auch bei der WM 2011 in Südkorea gab es erneut Edelmetall: Nach einem durchwachsenen ersten Tag meldete sich Oeser ausgerechnet im Speerwurf mit persönlicher Bestleistung von 51,30 m zurück, mit einer Bestzeit von 2:10,39 Minuten im abschließenden 800-m-Lauf machte sie schließlich den Gewinn der Bronzemedaille perfekt.

Starkes Comeback nach dreijähriger Pause

Die Olympiasaison 2012 verlief für die Leverkusenerin holprig. Hartnäckige Fußprobleme setzten ihr "sowohl physisch als auch psychisch übel zu", der Olympia-Traum rückte zwischenzeitlich in weite Ferne. Zwar gelang der Polizeihauptmeisterin die Qualifikation für London, dort gab sie jedoch verletzungsbedingt während des abschließenden 800-m-Laufs auf.

Siebenkämpferin Jennifer Oeser © imago/nph

Unermüdliche Kämpferin: Jennifer Oeser.

Es sollte für lange Zeit der letzte Siebenkampf für Oeser sein. Erst im Januar 2015 stieg sie nach drei Jahren Verletzungs- und Babypause - im Oktober 2014 kam Sohn Jakob zur Welt - wieder voll ins Training ein, im Mai desselben Jahres gab sie ein starkes Comeback. Obwohl sie 2015 als Übergangsjahr und ohne Druck geplant hatte, gelang der 32-Jährigen der Sprung zur WM. In Peking wurde die diesjährige Dritte von Ratingen mit 6.308 Punkten Zehnte.

Dieses Thema im Programm:

Sportschau live, 29.08.2015, 10.50 Uhr

Stand: 24.07.16 20:40 Uhr