Siebenkämpferin Jessica Ennis-Hill

Jessica Ennis-Hill - Olympiasiegerin, Mama, Weltmeisterin?

Sportart: Leichtathletik
Disziplin: Siebenkampf
Land: Großbritannien Flagge Großbritannien

Steckbrief

geb. am: 28.01.1986
in Sheffield
Größe: 164 cm
Gewicht: 57 kg
Verein: City of Sheffield
Trainer: Toni Minichiello

Sportliche Eckdaten

Persönliche Bestleistung:
6.955 Punkte (2012)
Größte Erfolge
Olympische Spiele:
Gold 2012

Weltmeisterschaften:
Gold 2015
Silber 2011
Gold 2009

Europameisterschaften:
Gold 2010


Der 4. August 2012 ist als "Super Saturday" in die Annalen der britischen Sportgeschichte eingegangen. Eine der Hauptprotagonisten war Jessica Ennis-Hill. Die Siebenkämpferin holte an diesem Samstag eine von insgesamt sechs Goldmedaillen für die Gastgeber. Zwei weitere steuerten Langstrecken-Ass Mo Farah und Weitspringer Greg Rutherford im bis auf den letzten Platz gefüllten Olympiastadion bei. 80.000 Menschen schrien, tobten, lachten, weinten, sangen und feierten ihre drei Helden. Für Ennis-Hill behielt dieser unvergessliche "Super Saturday" noch das i-Tüpfelchen bereit. Sie bekam ihre Goldmedaille als krönenden Abschluss noch an diesem Abend überreicht, Rutherford und Farah erst am Sonntag.

Superstar der britischen Leichtathletik

Siebenkämpferin Jessica Ennis © Witters Foto: Matthias Hangst

Jessica Ennis-Hill gewann 2012 olympisches Gold in London.

Ennis-Hill avancierte nicht nur durch ihre Weltklasseleistung von 6.955 Punkten zum Superstar der britischen Leichtathletik, sondern auch durch die Tatsache, dass sie dem immensen Druck stand gehalten hatte. Die hübsche Athletin aus Sheffield war im Vorfeld von den Organisatoren zu einem der Gesichter der Spiele in London aufgebaut worden. Dabei schwang eine Botschaft immer unterbewusst mit: Alles außer Gold ist eine Enttäuschung.

Über die Hürden Weltklasse

International trat Ennis-Hill erstmals 2005 bei den Junioren-Europameisterschaften in Erscheinung: Sie sicherte sich den EM-Titel im Siebenkampf. Wiederum zwei Jahre später stellte sie ihre Sprintfähigkeiten unter Beweis und gewann über 100 Meter Hürden Bronze bei den U23-Europameisterschaften. Die Hürden sind bis heute ihre Spezialdisziplin. Mit ihrer Bestzeit von 12,54 Sekunden, aufgestellt in London, hätte sie bei der WM 2013 in Moskau Bronze im Einzel geholt.

WM-Gold in Berlin, Silber in Daegu, Enttäuschung vor Moskau

Die große Leidenschaft der Britin ist allerdings der Siebenkampf. Bei der WM 2007 in Osaka verpasste sie das Podest um 41 Punkte. Im Jahr darauf folgte ihre bislang größte Enttäuschung. Ihren Start bei den Olympischen Spielen in Peking musste sie wegen eines dreifachen Ermüdungsbruchs im rechten Knöchel im letzten Moment absagen. Im Sommer 2009 war das aber alles vergessen. Bei der WM in Berlin distanzierte sie mit 6.731 Punkten die Konkurrenz um mehr als 200 Zähler. Jennifer Oeser holte Silber, die Polin Kamila Chudzik Bronze. 2011 plagte sie sich erneut mit einer Knöchelverletzung herum. Sieben Wochen konnte sie nicht trainieren. Trotzdem holte sie bei der WM in Daegu noch Silber. Auch vor den Welttitelkämpfen 2013 in Moskau war Ennis-Hill verletzt. Die Achillessehne machte Probleme und dieses Mal reichte es nicht für einen Start beim Saisonhöhepunkt.

WM-Gold in Peking

Dass sich die Wettkampfpause der Olympiasiegerin dann allerdings bis 2015 hinzog, hatte nichts mit der Verletzung zu tun. Ennis-Hill brachte im Sommer 2014 ihren Sohn Reggie zur Welt und stieg Ende des Jahres wieder voll ins Training ein. Das Ziel war sofort klar: Olympia-Gold in Rio 2016. "London 2012 war fantastisch. Es wird schwer, das zu toppen. Wenn ich aber in der Lage sein sollte, nach Rio zu gehen und dort als Mutter Gold zu gewinnen, das wäre unglaublich", sagte die Britin. Ihr Siebenkampf-Comeback gab die Britin im Mai 2015 in Götzis, fast drei Jahre nach ihrem Triumph von London. 6.520 Punkte holte sie, was locker für die Qualifikation für die WM in Peking reichte und ein Jahr zuvor in Moskau WM-Bronze bedeutet hätte. In China machte die Britin dann ihr Traum-Comeback perfekt. Mit 6.669 Punkten gewann sie Gold und ließ Top-Favoritin Brianne Theisen-Eaton aus Kanada (6.554 Punkte) hinter sich.

Dieses Thema im Programm:

Sportschau live, 29.08.2015, 10.50 Uhr

Stand: 23.08.15 14:17 Uhr