Hürdensprinter Matthias Bühler

Matthias Bühler

Sportart: Leichtathletik
Disziplin: 110 m Hürden
Land: Deutschland Flagge Deutschland

Steckbrief

geb. am: 02.09.1986
in Lahr
Größe: 189 cm
Gewicht: 76 kg
Verein: LG Eintracht Frankfurt
Trainer: Andreas Behm
Beruf: IT-Systemkaufmann und Profisportler

Sportliche Eckdaten

Persönliche Bestleistung:
13,34 Sek. (2015 und 2012)
Größte Erfolge
Europameisterschaften:
9. Platz 2014

Deutsche Meisterschaften:
Gold 2017
Gold 2016
Silber 2015
Gold 2014
Gold 2013
Silber 2012
Gold 2011
Gold 2010
Gold 2009


Matthias Bühler betrieb Leichtathletik bis zu seinem 17. Lebensjahr nur als Breitensport. Weil er nicht bereit war, sich zu schinden. Und weil es in Haslach nur eine Aschenbahn gab, weshalb er etwa dreimal pro Woche gezwungenermaßen die 100 und 200 m flach trainierte. Sein ehemaliger Trainer Wilhelm Seigel, einst selbst einer der besten deutschen Hürdensprinter, erkannte 2005 Bühlers Begabung: "Ein kurzer Schritt, der für die 100 m ungeeignet ist, ein schnelles Fußgelenk und eine optimale Größe für den Hürdenlauf."

Am Start traditionell eher schwach

Bühler ist ein eleganter Läufer, der nur selten an einer Hürde hängenbleibt, am Start aber traditionell eher schwach ist. Er selbst beschreibt sich als "ehrgeizig und erfolgsgeil". Der Freund schneller Autos liebt Bungee-Jumping und sucht grundsätzlich den Nervenkitzel. Die 110 m Hürden seien "Adrenalin pur", sagt der Kaufmann für Informationstechnik.

Bestleistung im WM-Halbfinale eingestellt

Matthias Bühler (Mitte) © dpa Foto: Antti Aimo-Koivisto

Schaffte es in Peking ins WM-Halbfinale: Matthias Bühler.

Vor drei Jahren unterbot der leidenschaftliche Fußballfan in Ulm bei seinem fünften nationalen Titelgewinn mit 13,20 Sekunden deutlich seinen Hausrekord von 13,34 Sekunden, der allerdings wegen zu viel Rückenwinds nicht in die Bestenliste aufgenommen wurde. "So eine Zeit muss man erstmal laufen, auch bei zu viel Rückenwind. Das zeigt, wie gut ich drauf bin", sagte Bühler "leichtathletik.de". Bei der EM in Zürich verpasste er dann in 13,39 Sekunden knapp den Einzug ins anvisierte Finale. 2015 stellte er bei der WM in Peking im Halbfinale seine persönliche Bestleistung ein. Für das angepeilte Finale fehlten allerdings am Ende neun Hunderstelsekunden.

Auf Verlust folgt Vereinswechsel

Zum Ende seines sportlich besten Jahres wechselte Bühler von der LG Offenburg zur TSG 1862 Weinheim. "Die LGO hat im Vergleich zu allen anderen Jahren deutliche Abstriche gemacht. Es gab für mich aus finanzieller Sicht keine Möglichkeit, das Angebot anzunehmen. Ich habe bereits in der abgelaufenen Saison einen Verlust im fünfstelligen Bereich hinnehmen müssen. Ich bedauere es sehr, dass sich das so entwickelt hat", erklärte der Hürdensprinter, der sich seit 2013 rund zwei Drittel des Jahres in Phoenix (Arizona) aufhält, wo er unter anderem mit Weltrekordler Aries Merritt (USA) trainiert. "Ich profitiere unheimlich von diesem professionellen Umfeld. Trainingswissenschaftlich befinden wir uns dort auf allerhöchstem Niveau. Zudem ist es grandios, mit Athleten zu trainieren, die deutlich schneller sind als ich", sagte er dem "Leichtathletik"-Magazin.

Schon sieben Mal deutscher Meister

Im vergangenen Herbst wechselte Bühler, der ein Riesenwettkämpfer ist, von der TSG Weinheim nach Frankfurt. Sein bisheriger Verein wollte das Training in den USA nicht länger bezahlen, erst kurz vor Ablauf der Wechselfrist fand sich mit der Eintracht ein Club, der ihn auch im Ausland unterstützt. In einem Interview mit "Baden Online" hatte er sogar ein Karriereende nicht ausgeschlossen. Auf seinem Facebook-Profil hatte der zweimalige Olympia-Teilnehmer zuvor auf seine finanziell prekäre Situation aufmerksam gemacht und damit indirekt die Spitzensportförderung in Deutschland kritisiert.

In Erfurt stellte der 30-Jährige in diesem Sommer einmal mehr seine Qualitäten als Meisterschaftsläufer unter Beweis und sicherte sich seinen siebten DM-Titel. "In London will ich auf jeden Fall ins Halbfinale und dann gilt alles oder nichts", sagte er im Ersten.

Dieses Thema im Programm:

Sportschau live, 29.08.2015, 10.50 Uhr

Stand: 18.07.17 10:25 Uhr