Verena Sailer ist enttäuscht nach dem Vorlauf über 100 m.

Verena Sailer

Sportart: Leichtathletik
Disziplinen: 100 m , 4 x 100 m
Land: Deutschland Flagge Deutschland

Steckbrief

geb. am: 16.10.1985
in Illertissen
Größe: 166 cm
Gewicht: 57 kg
Verein: MTG Mannheim
Trainer: Valerij Bauer
Beruf: Studentin (Wirtschaftspsychologie)

Sportliche Eckdaten

Persönliche Bestleistung:
11,02 Sek. (2013)
Größte Erfolge
Olympische Spiele:
5. Platz 2012 (4x100 m)
5. Platz 2008 (4x100 m)

Weltmeisterschaften:
5. Platz 2015 (4x100 m)
4. Platz 2013 (4x100 m)
Bronze 2009 (4x100 m)

Europameisterschaften:
Gold 2012 (4x100 m)
6. Platz 2012
Gold 2010

Hallen-EM:
Bronze 2015
Bronze 2009

Deutsche Meisterschaften:
Gold 2015
Silber 2014
Gold 2013
Gold 2012
Gold 2010
Gold 2009
Gold 2008
Gold 2007
Gold 2006

U23-EM:
Gold 2007
Silber 2007 (4x100 m)
Bronze 2005


"Wahnsinn, Wahnsinn, das ist unglaublich", stammelte Verena Sailer am Abend des 29. Juli 2010 - Minuten zuvor hatte die Sprinterin der MTG Mannheim bei den Europameisterschaften in Barcelona völlig überraschend Gold über 100 m gewonnen. In damaliger persönlicher Bestzeit von 11,10 Sekunden verwies sie die Konkurrenz auf die Plätze. Sailers Triumph bedeutete die erste deutsche EM-Medaille in einem 100-m-Finale seit 16 Jahren. Erst mit zwölf Jahren vom Turnen zur Leichtathletik gewechselt, krönte sich die gebürtige Bayerin mit 24 zu Europas Sprintkönigin.

Sprint

Verena Sailer - Die deutsche Sprintkönigin

Verena Sailer gewinnt die Goldmedaille über 100 m der Frauen bei der Leichtathletik-EM 2010 in Barcelona. © picture alliance / Fotoagentur Kunz Foto: Anke Fleig/SVEN SIMON

Strahlende Siegerin: Verena Sailer 2010.

Bereits im Vorjahr hatte Sailer jubeln dürfen: Als Schlussläuferin führte sie die Sprintstaffel bei der Heim-WM in Berlin auf Platz drei. Dass sie im Ziel vor Erschöpfung auf die blaue Kunststoffbahn stürzte, nahm Sailer für eine WM-Bronzemedaille gerne in Kauf. Im selben Jahr hatte sie bei der Hallen-EM als Dritte ihr erstes internationales Edelmetall bei den Erwachsenen geholt. 2015 folgte in Prag Hallen-EM-Bronze Nummer zwei.

Staffel-Gold bei EM in Helsinki

Die Saison 2011 brach Sailer wegen anhaltender Achillessehnenprobleme vorzeitig ab, im Januar 2012 meldete sie sich nach siebenmonatiger Wettkampfpause wieder zurück. Bei der EM in Helsinki belegte sie einen für sie enttäuschenden sechsten Rang, in der Staffel lief Sailer jedoch als Schlussläuferin den Sieg locker nach Hause. "Ich hatte Angst, dass ich nicht laufen kann, aber dann war so viel Adrenalin da, und ich konnte richtig Gas geben", sagte die Mannheimerin. Gut vier Wochen später führte Sailer das DLV-Quartett bei den Olympischen Spielen in London wie schon in Peking 2008 auf einen guten fünften Platz. Im Einzel war für die deutsche Nummer eins erwartungsgemäß das Halbfinale die Endstation.

Schnellste Deutsche seit Katrin Krabbe 1991

Im nacholympischen Jahr lief die Europameisterin ihrer Form lange hinterher. Anfang August 2013 siegte Sailer, die vor dem Start höchstens für ihren Trainer ansprechbar ist, jedoch bei der WM-Generalprobe in Weinheim bei regulärem Rückenwind persönliche Bestzeit: 11,02 Sekunden. Damit ist die 1,66 Meter große Sprinterin die schnellste Deutsche seit Katrin Krabbe 1991 (Bestzeit 10,89). Bei der WM in Moskau erreichte sie wie angepeilt das Semifinale und belegte am Ende Rang zehn. Ihren Traum von einem WM-Finale erfüllte sie sich im März 2014 im polnischen Sopot. Nach einem schwachen Start blieb ihr allerdings bei der Hallen-WM in 7,18 Sekunden nur Rang acht. "Das Finale war mein Ziel. Das habe ich geschafft, und da bin ich stolz drauf", bilanzierte sie.

Keine guten Erinnerungen an Zürich

Verena Sailer (M.) © imago/Laci Perenyi Foto: Laci Perenyi

Verena Sailer vor dem Start.

Nicht rund lief es für Sailer 2014. Nachdem sie sich seit 2006 bei deutschen Meisterschaften immer die Sprintkrone geholt hatte, wenn sie angetreten war - nur 2011 fehlte sie verletzungsbedingt -, musste sich die Favoritin dieses Mal überraschend Tatjana Pinto geschlagen geben. Bei der EM in Zürich scheiterte sie bereits im Halbfinale. Die nächste Enttäuschung folgte mit der Staffel. Durch einen katastrophalen Wechselfehler im Vorlauf verpasste das DLV-Quartett überraschend das Finale. "Es ist leider passiert. Das gehört zum Sport dazu, dass es auf und ab geht. Es wird auch wieder besser", sagte Sailer.

Die Saison 2015 begann mit Verletzungsproblemen und daher spät, bei der DM in Nürnberg holte sich Sailer jedoch in 11,20 Sekunden den Titel zurück und war im Anschluss zu Tränen gerührt. "Ich wollte unbedingt den Titel wiederhaben und freue mich einfach riesig", sagte die 29-Jährige. Bei der Generalprobe in Mannheim stellte sie zwei Wochen vor WM-Beginn mit ihrer Jahresbestzeit von 11,10 Sekunden ihre gute Form unter Beweis. Nur dreimal war sie zuvor schneller unterwegs. In Peking selbst lief es dann aber nicht rund: In ihrem Vorlauf kam sie in 11,41 Sekunden nicht über Platz fünf hinaus und verpasste das anvisierte Halbfinale deutlich. "Ich kann es mir selbst nicht erklären, ich habe mich eigentlich ganz gut gefühlt", sagte Sailer nach dem WM-Aus. Mit der Staffel belegte sie zum Abschluss einen guten fünften Platz.

Dieses Thema im Programm:

Sportschau live, 29.08.2015, 10.50 Uhr

Stand: 29.08.15 15:40 Uhr